Masterarbeit, 2020
94 Seiten, Note: 1,7
I. EINLEITUNG
1.1 DAS THEMA DER ARBEIT
1.2 FORSCHUNGSBERICHT
1.3 VORGEHENSWEISE
II. „HISTORISCHE SZENE MIT EINEM UNBEKLEIDETEN KÖNIG AM WASSER“
2.1 PROVENIENZ
2.2 BESCHREIBUNG
2.3 DIE BIBLISCHE NAAMAN-ERZÄHLUNG – EINE UMSTRITTENE THESE
2.4 DIE HEILUNG DES SYRISCHEN FELDHAUPTMANNS – EINE ZUSAMMENFASSUNG
III. ANALYSE – EIN VERRÄTSELTES GEMÄLDE?
3.1 RÄTSEL UND SUCHSPIEL FÜR DEN BETRACHTER
3.2 KÖNIG ODER FELDHAUPTMANN? – DIE ZENTRALE FIGUR DER KOMPOSITION
3.3 IN PARALLELEN GEGLIEDERTE RÄUME – DIE BEGLEITENDEN FIGUREN DER ZENTRALFIGUR
3.4 STAFFAGE ALS HINWEIS AUF DEN PROTAGONISTEN? – DIE LINKE DIAGONALE
3.5 DAS PANTHEON ALS SCHLÜSSEL ZUR VERÄNDERUNG?
IV. ZUSAMMENFASSUNG
Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit der ikonographischen Analyse des Gemäldes „Historische Szene mit einem unbekleideten König am Wasser“ von Johann Heinrich Schönfeld. Ziel ist es, das bisher weitgehend ungeklärte Bildthema sowie die Identität der dargestellten Figuren unter Berücksichtigung biblischer Erzählungen und kunsthistorischer Vergleichswerke zu bestimmen.
3.2 KÖNIG ODER FELDHAUPTMANN? – DIE ZENTRALE FIGUR DER KOMPOSITION
Um das Gemälde „Historische Szene mit einem unbekleideten König am Wasser“ (Abb. 1) anhand seiner Ikonographie analysieren zu können, sollte systematisch vorgegangen werden. Zu Beginn ist es deshalb sinnvoll, sich dem Zentrum der Komposition zu widmen. Das Zentrum bildet offensichtlich die vom Licht erleuchtete, von rechts unten nach links oben führende Diagonale. Die Bildränder rechts und links bleiben dagegen im Schatten verborgen. Der Blick des Betrachters erfasst zunächst den am hellsten erleuchteten Punkt der Komposition. Dabei handelt es sich um die Repoussoirfigur im Vordergrund des Gemäldes. Das helle Licht fällt von oben links auf den unbekleideten Rücken der sich nach vorne beugenden Figur. Dabei kniet sie vor einer reich verzierten Truhe und scheint kostbare Gewänder in kräftigem Rot und Blau herauszuholen. Diese nach vorne gerichtete Bewegung der Figur regt den Betrachter dazu an, das Gemälde visuell abzuschreiten und der gedachten Diagonale nach oben zu folgen. So fällt der Blick auf eine etwas erhöht sitzende männliche Figur unter einem hohen Baldachin. Diese thront am Ufer des Wasserlaufs, so dass ihre ausgestreckten Beine beinahe die Wasserfläche berühren. Gleichzeitig hält die Gestalt mit der rechten Hand ein weißes Tuch fest, das ihren Körper zum Teil bedeckt. Mit dem Kopf wendet sich der Sitzende nach rechts und scheint sich einer stehenden Figur in einem weißen Gewand zuzuwenden. Wandert der Blick weiter, so sind in der Ferne in starker Verkleinerung Figurengruppen auszumachen. Diese sind weniger individualisiert. Durch die hellere Farbgebung scheinen sie gleichzeitig dem Betrachter entrückt zu sein, so dass weder Handlung noch Gestik genau ausgemacht werden können. Folglich sind die Figuren im Hintergrund lediglich als Staffage gedacht, die die Szene umrahmen sollen. Für die Handlung scheinen sie deshalb weniger wichtig zu sein.
I. EINLEITUNG: Einführung in die Problematik der unklaren Thematik des Gemäldes und Darstellung des Forschungsstandes.
II. „HISTORISCHE SZENE MIT EINEM UNBEKLEIDETEN KÖNIG AM WASSER“: Erörterung der Provenienz, Beschreibung der Bildkomposition und Einführung in die Naaman-Erzählung als mögliche biblische Grundlage.
III. ANALYSE – EIN VERRÄTSELTES GEMÄLDE?: Tiefgehende ikonographische Untersuchung der Figuren, der kompositorischen Diagonale, der Staffagefiguren sowie der Vanitas-Symbolik zur Entschlüsselung des Bildthemas.
IV. ZUSAMMENFASSUNG: Fazit der Analyse, in dem die Ergebnisse zur Deutung des Gemäldes als Komposition verschiedener Handlungstränge zusammengefasst werden.
Johann Heinrich Schönfeld, Historische Szene, Naaman, Gideon, Ikonographie, Barockmalerei, Bilddeutung, Repoussoirfigur, Vanitas-Motiv, Baldachin, Staffage, Altes Testament, Kunstgeschichte, Malerei des 17. Jahrhunderts, Bildanalyse.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung eines wenig erforschten Gemäldes von Johann Heinrich Schönfeld und versucht, dessen ikonographische Bedeutung zu klären.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Kunstgeschichte des Barock, die biblische Ikonographie und die Analyse kompositorischer Strukturen in Schönfelds Werk.
Das Hauptziel ist die Bestimmung des Bildthemas, das bisher als unbekannt galt, sowie die Einordnung des Werkes in das Schaffen des Künstlers.
Es wird eine systematische ikonographische Analyse durchgeführt, ergänzt durch vergleichende Studien mit anderen Gemälden von Schönfeld und zeitgenössischen Künstlern.
Der Hauptteil analysiert die zentrale Figurengruppe, die kompositorische Anordnung, die Rolle der Staffage sowie die architektonische Symbolik und Vanitas-Motive.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Schönfeld, Naaman-Thema, Ikonographie, Barock, Bildanalyse und biblische Erzählungen.
Das Gemälde zeigt keine eindeutig identifizierbaren Handlungen oder Attribute, die eine sofortige Zuordnung zu einer biblischen oder historischen Erzählung ermöglichen, was typisch für Schönfelds komplexen Stil ist.
Sie dient als zentrale Arbeitshypothese, um die Handlungen und Figuren, insbesondere die Interaktion am Wasser, in einen biblischen Kontext zu setzen.
Das Pantheon fungiert als Bedeutungsträger für das Thema der Vergänglichkeit (Vanitas) und den kulturellen Wandel vom Heidentum zum Christentum.
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