Forschungsarbeit, 2008
36 Seiten, Note: 1,00
Einleitung
Forschungsfragen
1 Der investigative Journalismus und die Rollenreportage
1.1 Begriffsdefinitionen
1.1.1 Anforderungen an investigativen Journalisten
1.1.2 Investigative Reporting
1.1.3 Das verdeckte Rollenspiel
1.2 Der journalistische Akteur in der modernen Journalismusforschung
1.2.1 Integrative Sozialtheorie
1.2.2 Strukturationstheorie nach Giddens
1.2.3 Modell der Faktoren von Redelfs
1.3 Problemfeld Ethik
1.3.1 Glaubwürdigkeit und öffentliche Meinung
1.3.2 Ethik-Ansätze und Richtlinien im Journalismus
2 Barbara Ehrenreichs Rollenreportage und die biografischen Hintergründe
2.1 Die Entstehung von „Arbeit poor“
2.2 Ehrenreichs Einstellung zum Reportage-Thema
2.2.1 Politische Hintergründe
2.2.2 Soziale und wirtschaftliche Aspekte in „Arbeit poor“
2.3 Reaktionen auf Ehrenreichs Reportage
3 Funktionen der investigativen Rollenreportage bei Ehrenreich
3.1 Kontroll- und Kritikfunktion
3.2 Orientierungsfunktion und Einfluss auf die öffentliche Meinung
3.2.1 Vermittlung persönlicher Erfahrungen
3.2.2 Glaubwürdigkeit von Ehrenreichs Reportage
Schlusswort
Die Arbeit untersucht das Werk „Arbeit poor“ der Journalistin Barbara Ehrenreich unter dem Aspekt des investigativen Journalismus und der Rollenreportage. Ziel ist es, die theoretische Einbettung dieser Arbeitsweise zu klären, die Rolle der Autorin zu beleuchten sowie die Auswirkungen und Glaubwürdigkeit ihrer investigativen Methode in der öffentlichen Wahrnehmung zu analysieren.
1.1.3 Das verdeckte Rollenspiel
Das verdeckte Rollenspiel, wie Michael Haller es beschreibt (vgl. Haller 1990, S. 113f.), stellt eine Form der investigativen Recherche dar, bei der der Journalist verdeckt, also unter Zuhilfenahme einer falschen Identität, recherchiert. Ziel hierbei ist es, Informationen zu beschaffen, die sonst nicht für die Presse zugänglich wären. Dies soll dadurch möglich gemacht werden, dass die Beteiligten über die wahre Identität des Reporters im Unklaren bleiben und sich deshalb „natürlich“ verhalten, wodurch weitgehend unverfälschtere Ergebnisse erzielt werden können. Der Reporter ist also „gezwungen, andere zu täuschen, um nicht selbst getäuscht zu werden.“ (Brlica 2005, S. 22) Der Journalist macht sich dabei selbst zum Erlebnisobjekt, indem er direkt in das Geschehen einsteigt und folglich nicht nur als Beobachter, sondern auch als Beobachtungsobjekt tätig wird.
Einen Grund für die Notwendigkeit eines verdeckten Rollenspiels sieht Haller vor allem darin, dass sozial Schwache und Benachteiligte Journalisten als dem „System“ zugehörig einstufen und ihnen deshalb nur geringes Vertrauen entgegen bringen. Dieses Misstrauen würde die Recherche erschweren oder gar unmöglich machen, weshalb das verdeckte Arbeiten notwendig wird, um einen „unverstellten Einblick“ zu gewährleisten (Haller 1990, S. 113). Des weiteren soll durch die Übernahme einer Rolle die Spannung der Geschichte gesteigert und ihre Attraktivität für den Leser erhöht werden.
Das verdeckte Rollenspiel kann deshalb auch selbst zum Inhalt einer Reportage werden, wenn der Reporter seinen Lesern in Form eines Artikels oder Buches berichtet, auf welche Art und Weise er Sachverhalte in Erfahrung gebracht hat. Dabei wird oft auf eine objektive Berichterstattung verzichtet, um bei den Rezipienten durch subjektive, unterhaltsame Schilderungen Interesse zu wecken und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich mit dem Journalisten und seinen Erlebnissen zu identifizieren.
Einleitung: Die Autorin führt in die Thematik der Niedriglohnarbeit in den USA und das Werk „Arbeit poor“ ein, welches auf einer investigativen Rollenreportage basiert.
Forschungsfragen: Es werden die zentralen Fragen zur Einbettung in die Journalismusforschung, zur Themenwahl, zum Einfluss auf die Meinungsbildung und zur Glaubwürdigkeit der subjektiven Methode formuliert.
1 Der investigative Journalismus und die Rollenreportage: Dieses Kapitel definiert theoretisch den investigativen Journalismus sowie das verdeckte Rollenspiel und setzt den Journalisten als Akteur in Bezug zur modernen Journalismusforschung und Ethik.
2 Barbara Ehrenreichs Rollenreportage und die biografischen Hintergründe: Das Kapitel beleuchtet Entstehung, politische und soziale Hintergründe sowie die Rezeption des Buches „Arbeit poor“ und betrachtet die Verbindung zwischen der Biografie der Autorin und ihrem Werk.
3 Funktionen der investigativen Rollenreportage bei Ehrenreich: Die Analyse konzentriert sich auf die Kritik- und Kontrollfunktion des Werkes sowie auf die Rolle der Erfahrungsvermittlung und die Glaubwürdigkeitswahrnehmung durch die Leser.
Schlusswort: Die Arbeit resümiert, dass „Arbeit poor“ den Kriterien der investigativen Rollenreportage entspricht und trotz der subjektiven Herangehensweise eine hohe Relevanz für die gesellschaftliche öffentliche Meinung aufweist.
Investigativer Journalismus, Rollenreportage, Barbara Ehrenreich, Arbeit poor, Niedriglohnarbeit, Journalismusforschung, Ethik, Verdeckte Recherche, Glaubwürdigkeit, Medienkritik, Soziale Verantwortung, Amerikanische Gesellschaft, Arbeitsmarktproblematik, Meinungsbildung, Sozialtheorie.
Die Forschungsarbeit analysiert die investigative Rollenreportage „Arbeit poor“ von Barbara Ehrenreich und untersucht deren journalistische Funktion und Wirkung in der US-amerikanischen Gesellschaft.
Die Arbeit fokussiert auf die Definitionen investigativen Journalismus, ethische Standards bei verdeckten Recherchen, die politische Motivation der Autorin sowie die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Armut und Niedriglohnarbeit.
Das Hauptziel ist es, die journalistische Einbettung von Ehrenreichs Arbeit in die Journalismusforschung zu klären und zu prüfen, wie eine subjektive Form der Rollenreportage Glaubwürdigkeit erlangt und öffentliche Debatten beeinflusst.
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung auf Basis einschlägiger Journalismus-Literatur sowie eine Analyse der Leserresonanz aus dem Diskussionsforum der Autorin, um die Rezeption und Glaubwürdigkeit zu evaluieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des investigativen Journalismus, eine detaillierte Betrachtung des Werks „Arbeit poor“ und seiner Reaktionen sowie eine Untersuchung der journalistischen Funktionen wie Kontrolle, Kritik und Meinungsbildung.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Investigativer Journalismus, Rollenreportage, Barbara Ehrenreich, Glaubwürdigkeit und Niedriglohnarbeit definiert.
Die Lesermeinungen sind gespalten: Befürworter schätzen die Authentizität und die Aufdeckung sozialer Missstände, während Kritiker der Autorin eine zu subjektive Darstellung oder mangelnde Repräsentativität vorwerfen.
Die Arbeit identifiziert den Konflikt zwischen dem Wunsch nach „unverstelltem Einblick“ durch verdeckte Recherche und den journalistischen Anforderungen an Wahrhaftigkeit sowie die Wahrung der Privatsphäre der beobachteten Personen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

