Bachelorarbeit, 2020
47 Seiten, Note: 18
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1. Einführung – eine Meerjungfrau auf dem Prüfstand
1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Methodisches Vorgehen
1.3 Forschungsstand
2. Die Loreley – der romantische Mythos
2.1 Brentanos Erschaffung
2.11 Die Loreleygestalt in Zu Bacharach am Rheine
2.1.2 Die Loreleygestalt im Rheinmärchen
2.2 Ursprungsgeschichte – vom Mythos zur romantischen Kunstfigur
3.1 Die verführerische Gestalt der Loreley – Attraktivität und Verführung
3.2 Wesensmerkmale der Loreleylandschaft – Verschmelzung von Natur und Weiblichkeit
3.3 Epochentypische Merkmale der Loreleyfigur
3.3.1 Motiv der Liebe – Einheit von Geist und Sinnlichkeit
3.3.2 Motiv der Nacht – Zwischenstadium und Übergang in eine andere Welt
3.3.3 Motiv des Todes – Auslöschung oder Vereinigung
3.4 Verarbeitung des Loreleymotivs in unterschiedlichen Kontexten
3.4.1 Eichendorffs Waldgespräch
3.4.2 Loreley als Nationalallegorie
4. Dekonstruktion des Loreleymotivs bei Heinrich Heine
4.1 Dekonstruktion als literarisches Mittel
4.2 Heinrich Heine als „entlaufener Romantiker“
4.3 Heines Werkphasen – Auf dem Weg zum „romantique défroqué“
4.4 „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ (die Heimkehr, II)
4.4.1 Analyse und Interpretation – die Loreley als femme fatale
4.4.2 Die Dekonstruktion des Loreley-Motivs und die Heine´sche Ironie
5. Weitere Dekonstruktionen des Loreleymotivs
5.1 Erich Kästners Verarbeitung – Der Handstand auf der Loreley
5.2 Die Loreley als politisches und ironisches Sujet
6. Schlussbetrachtung – Loreleys Verlust über die allegorische Funktion
Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit ist die Analyse der Grundmerkmale der Loreleyfigur und deren Wandlungsprozess innerhalb der deutschen Literaturgeschichte. Es wird untersucht, wie Heinrich Heine das Loreleymotiv dekonstruiert, um sich von der Epoche der Romantik zu distanzieren, und wie dieses Motiv später durch Politisierung und Ironisierung in anderen Kontexten weiterverarbeitet wurde.
4.4.1 Analyse und Interpretation – die Loreley als femme fatale
In der zweiten Strophe wird die romantische Landschaft, in der sich das Geschehen abspielt, mit folgenden Worten beschrieben: „Und ruhig fliesst der Rhein/ Der Gipfel des Berges funkelt/ im Abendsonnenschein“90 (II, 2- 4). Diese Verse erzeugen eine stimmungsvolle und romantische Atmosphäre und zeichnen ein typisches Bild von der Loreleylandschaft.
Die Loreley selbst wird als die „schönste Jungfrau“ beschrieben, die mit ihrem „goldnem Geschmeide“ (III, 3) und ihrem „goldenem Haar“ (III, 4) das Bild einer attraktiven und anziehenden Meerjungfrau abgibt. Heines Loreley entspricht mit dieser Beschreibung den gleichen klischeehaften Merkmalen, die in Kapitel 3.3. Epochentypische Merkmale der Loreleyfigur erläutert wurden - mit dem Unterschied, dass seine Loreley nur darauf wartet, ihrer übernatürlichen Kräfte einzusetzen.
In der vierten Strophe spricht das lyrische Ich von einer „gewaltigen Melodei“ (V, 4), die die Loreley während dem Kämmen ihrer Haare singt. Das Adjektiv „gewaltig“ ist in diesem Zusammenhang negativ konnotiert und deutet darauf hin, dass sich eine bedrohliche Handlung anbahnt.
Der Schiffer, der in der fünften Strophe auftritt, scheint wie gefesselt von dem Gesang der Loreley zu sein, sodass er die Felsenriffe nicht sieht, sondern „er schaut nur hinauf in die Höh´“ (VI, 4). Es macht den Eindruck, als ob er seinen Blick nicht von ihr wenden kann, weshalb er den stürmischen Wellengang übersieht. Das Gedicht endet mit der Erkenntnis, dass die Loreley mit ihrem Singen für den Tod des Schiffers verantwortlich ist.
1. Einführung – eine Meerjungfrau auf dem Prüfstand: Vorstellung der Forschungsfrage, die sich mit der Ausarbeitung der Loreley-Grundmerkmale und deren Wandel in der Literatur befasst.
2. Die Loreley – der romantische Mythos: Analyse der Entstehung der Loreley-Kunstfigur durch Clemens Brentano und deren erste literarische Verarbeitung.
3. Die Loreley als romantische Kunstfigur: Untersuchung zentraler Wesensmerkmale wie Attraktivität, Naturverbundenheit und die Motive der Liebe, Nacht und des Todes.
4. Dekonstruktion des Loreleymotivs bei Heinrich Heine: Tiefgehende Analyse von Heines kritischem Verhältnis zur Romantik und seiner bewussten Dekonstruktion des Loreleymotivs durch Ironie.
5. Weitere Dekonstruktionen des Loreleymotivs: Betrachtung von Erich Kästners ironischer Verarbeitung und der Instrumentalisierung der Loreley als politisches Sujet.
6. Schlussbetrachtung – Loreleys Verlust über die allegorische Funktion: Fazit über den Verlust des ursprünglichen romantischen Klischeebildes durch literarische Ersatzstrategien wie Politisierung.
Loreley, Heinrich Heine, Romantik, Dekonstruktion, Literaturgeschichte, Clemens Brentano, Erich Kästner, Nationalallegorie, Ironie, Rheinlandschaft, Mythos, Kunstfigur, Femme fatale, Politische Lyrik, Literaturwissenschaft
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem literarischen Wandel der Loreley-Figur von ihrer Schöpfung in der Romantik bis hin zu ihrer Dekonstruktion und Politisierung im 19. und 20. Jahrhundert.
Zentrale Themen sind die romantische Dichtung, die Funktion von Mythen, die Rolle des Rheins als Landschaftssymbol und die Transformation literarischer Figuren durch gesellschaftspolitische Kontexte.
Die Arbeit untersucht, wie sich das Loreleymotiv entwickelt hat und inwiefern Heinrich Heines Gedicht "Ich weiß nicht, was soll es bedeuten" eine bewusste Dekonstruktion der romantischen Figur darstellt.
Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Vergleich von Primärtexten (Brentano, Eichendorff, Heine, Kästner) mit dem historischen Forschungsstand und theoretischen Konzepten der Dekonstruktion verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des romantischen Mythos, die Analyse epochentypischer Motive, die Dekonstruktion bei Heine und die weitere Transformation des Loreley-Themas bei Kästner.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Loreley, Romantik, Dekonstruktion, Ironie, Heinrich Heine und Nationalallegorie.
Dieser Begriff reflektiert Heines ambivalente Haltung: Er nutzte zwar romantische Formensprache, brach diese jedoch gezielt durch Ironie auf, um sich von der "alten" Romantik zu distanzieren.
Kästner wird als Beispiel für die weitere Dekonstruktion des Loreley-Motivs angeführt, wobei er das Motiv durch Ironisierung und Politisierung für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Heldentum nutzt.
Es bot eine Projektionsfläche für das romantische Ideal der Verschmelzung von Natur und Weiblichkeit, gepaart mit den faszinierenden Motiven von unglücklicher Liebe, Nacht und Tod.
In dieser Arbeit bedeutet es das Aufbrechen und Verspotten des klischeehaften Loreley-Bildes durch Heine, um es von seiner ursprünglichen allegorischen Bedeutung zu befreien und als Mittel für moderne, kritische Aussagen zu verwenden.
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