Diplomarbeit, 2008
105 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Begriffsdefinition Kunstvermittlung
1.2. Geschichtliche Entwicklung der Kunstvermittlung
1.3. Kunstvermittlung auf der documenta
1.4. Der Diskursbegriff nach Michel Foucault
2. Das Kunstvermittlungsgefüge der documenta 12
2.1. Die Bildungsbestrebungen der documenta
2.2. ‘Der Ursprung’ – Rückbezug auf die documenta von 1955
2.3. Instrumente der Bildung
2.3.1. Die Leitfragen
2.3.2. Die documenta 12-Magazine
2.4. Der Vermittlungsanspruch der documenta 12
2.4.1. Die dritte Leitfrage ‘Was tun?’
2.4.2. Das Verständnis ästhetischer Erfahrung und Bildung
2.4.3. Vermittelnde Aspekte des kuratorischen Konzepts
2.4.4. Die architektonische Verortung der Kunstvermittlung
a. Die documentaHalle
b. Die Palmenhaine
2.5. Interpersonelle Kunstvermittlung als kritische Praxis
2.5.1. Die Konzeption der interpersonellen Kunstvermittlung
2.5.2. Die KunstvermittlerInnen der documenta 12
2.5.3. Begleitforschung
2.5.4. Formate der Kunstvermittlung
a. Führungen
b. Projekte der KunstvermittlerInnen
c. ‘Die Welt bewohnen’
d. ‘aushecken’, ein Programm für Kinder und Jugendliche
2.6. Der documenta 12-Beirat
3. Die Kunstvermittlung der documenta 12 im Spiegel der Presse
3.1. Die Presseberichterstattung über die documenta 12
3.2. Strukturanalyse
3.2.1. Der Materialkorpus in Hinblick auf Vermittlung
3.2.2. Teildiskurse und ihre Sprecher
3.2.3. Kunstvermittlung in den einzelnen Medien
a) Frankfurter Allgemeine Zeitung
b) Frankfurter Rundschau
c) Süddeutsche Zeitung
d) die tageszeitung
e) Die Welt
f) Die Zeit
g) art
h) artnet
i) Kunstforum International
j) Die Kunstzeitung
k) Hessisch Niedersächsische Allgemeine
3.3. Feinanalyse
3.3.1. Die dritte Leitfrage und ästhetische Bildung
3.3.2. Die Inszenierung als Vermittlung
3.3.3. Vermittlung durch Beschriftung
3.3.4. Das Bild interpersoneller Kunstvermittlung
a) Die VermittlerInnen der documenta 12
b) Ausstellungsführungen
c) Analyse von drei Führungsbesprechungen
d) Die Debatte um das Verbot externer Führungen
e) Neue Impulse durch experimentelle Formate?
3.3.5. Der Beirat – die lokale Dimension der Vermittlung
4. Auswertung und Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht, wie die Presseberichterstattung das Bild der Kunstvermittlung der documenta 12 beeinflusst hat. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob die ambitionierten Vermittlungsansätze der Ausstellung – insbesondere die Kunstvermittlung als kritische Praxis – im öffentlichen Mediendiskurs überhaupt wahrgenommen wurden oder ob dort veraltete Paradigmen dominierten.
1.1. Begriffsdefinition Kunstvermittlung
Der Begriff der ‘Kunstvermittlung’ ist auf vielfältige Weise besetzt. Begriffsgeschichtlich leitet er sich vom Verb ‘vermitteln’ her, das für schlichtende Bemühungen zwischen Parteien oder Interessensgruppen steht oder dafür, etwas an jemanden weiterzugeben wie z.B. Waren oder auch Wissen.15 Im Sinne von ‘mitteln’ – vom Subjektiv ‘Mittel’ abgeleitet – bedeutet es auch ‘jemanden zu etwas verhelfen’.16 Da der Begriff nicht geschützt ist, können sich alle, in deren Arbeit die Kunst17 sowie die Interaktion mit Dritten eine Rolle spielt, KunstvermittlerIn nennen. Die Spanne reicht von der klassischen Führung in einer Ausstellung über kommerzielle Formen der Galeriearbeit18 bis zur Arbeit in soziokulturellen Kontexten und spielt in die Felder Pädagogik, Bildung, Kunstkommentar und künstlerische Produktion hinein. Je nach Bereich werden sehr unterschiedliche Erwartungen an die Kunstvermittlung gestellt bzw. Versprechen von ihr formuliert.
Die Arbeit orientiert sich am Kunstvermittlungsbegriff der documenta 12.19 Ausgehend vom relativ weit gefassten Begriffsverständnis der Kunstvermittlung, das besonders von der künstlerischen Leitung vertreten wurde, möchte ich im Folgenden die Dimension der ‘interpersonellen Kunstvermittlung’ herausstellen.20
‘Interpersonelle Vermittlung’ bezeichnet die zwischenmenschliche Dimension, die in der Ausstellung vor allem von den KunstvermittlerInnen in Führungen und Workshops, aber auch in den Projekten des Beirats umgesetzt wird. Sie ist eine Einladung der VermittlerInnen an interessierte Menschen, die Kunst und ihre Institutionen für Prozesse der ästhetischen Erfahrung zu nutzen. Im Rahmen der documenta 12 wird Kunstvermittlung nicht nur als einseitig gerichtete Dienstleistung verstanden, die den Besuchern die Kunst erklärt und auf einen schlichtenden Konsens zielt,21 sondern sie wird „als ein unabschließbarer Prozess kultureller Übersetzung aufgefasst, bei dem das Wissen der BesucherInnen und die von den KunstvermittlerInnen angebotenen Kenntnisse und Praktiken sich verschränken und widerstreiten“22. Dabei soll das eingebrachte Wissen der BesucherInnen ernst genommen werden und die Möglichkeit des Widerspruchs, der
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, definiert den Kunstvermittlungsbegriff im Kontext der documenta 12 und erläutert den methodischen Ansatz der diskursanalytischen Untersuchung.
2. Das Kunstvermittlungsgefüge der documenta 12: Hier wird das konzeptionelle Vermittlungsgefüge der Ausstellung detailliert beschrieben, einschließlich der Bildungsbestrebungen, der Leitfragen und der verschiedenen Formate wie interpersoneller Vermittlung und Beiratsarbeit.
3. Die Kunstvermittlung der documenta 12 im Spiegel der Presse: Dieses Kapitel analysiert das Medienecho, arbeitet Teildiskurse heraus und kontrastiert die überregionale mit der lokalen Berichterstattung hinsichtlich der Thematisierung von Kunstvermittlung.
4. Auswertung und Schlussbetrachtung: Der abschließende Teil synthetisiert die Ergebnisse und diskutiert kritisch, inwieweit die documenta 12 das Ziel der Aufwertung der Kunstvermittlung im Mediendiskurs erreichen konnte.
documenta 12, Kunstvermittlung, ästhetische Bildung, interpersonelle Vermittlung, diskursanalytische Untersuchung, Medienberichterstattung, Vermittlungsgefüge, Roger M. Buergel, Migration der Form, Begleitforschung, VermittlerInnen, Rezeption, Kunstinstitution, Bildungsanspruch, lokale Einbindung.
Die Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen der Presseberichterstattung auf das Bild der Kunstvermittlung während der documenta 12 im Jahr 2007.
Im Fokus stehen das Vermittlungskonzept der documenta 12, die Rolle der KunstvermittlerInnen, die begleitende Diskursanalyse der überregionalen und lokalen Medien sowie die Diskrepanz zwischen theoretischem Anspruch und praktischer Umsetzung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob die ambitionierte Neuausrichtung der Kunstvermittlung als kritische Praxis den Mediendiskurs beeinflussen konnte oder ob die Presse weiterhin in alten, pädagogisierenden Denkmustern verhaftet blieb.
Die Arbeit nutzt die Methode der soziologischen Diskursanalyse nach Michel Foucault, ergänzt durch die wissenssoziologische Diskursanalyse nach Reiner Keller.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Rekonstruktion des Vermittlungsgefüges der documenta 12 und eine umfassende empirische Analyse der Berichterstattung aus elf Zeitungen und Zeitschriften.
Zu den prägenden Begriffen zählen neben 'documenta 12' vor allem 'interpersonelle Kunstvermittlung', 'ästhetische Bildung' und 'diskursive Formation'.
Der Beirat fungierte als 'Kristallisationspunkt' für die lokale Verknüpfung, der die Ausstellung mit den Lebenswelten der Bürger Kassels vernetzte und somit ein lokales Bildungsangebot schuf, das in der überregionalen Presse oft unterrepräsentiert war.
Während die überregionale Presse Kunstvermittlung oft nur theoretisch oder im Kontext von Skandalen (z.B. Fremdführungsverbot) betrachtete, zeichnete die HNA ein deutlich differenzierteres, praxisnahes und positiveres Bild, das VermittlerInnen und ihre konkreten Projekte stärker einbezog.
Die Autorin übernimmt den Begriff von Roland Barthes, um zu beschreiben, wie der Mediendiskurs die innovative Praxis der Kunstvermittlung systematisch ausblendete oder 'entnannte', indem er nur über das allgemeine Ausstellungskonzept sprach und die spezifischen Vermittlungsformate unsichtbar machte.
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