Diplomarbeit, 2007
126 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
2. Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
2.1 Definition und Geschichte
2.2 Diagnostische Kriterien
2.2.1 Differentialdiagnose
2.2.2 Klassifikation nach ICD-10
2.2.3 Klassifikation nach DSM-IV
2.2.4 Diagnostische Leitlinien
2.2.5 Komorbidität
2.3 Beschreibung des Störungsbilds
2.3.1 Prävalenz
2.3.2 Verlauf
2.4 Ätiologie
2.4.1 Genetische Faktoren
2.4.2 Neurologische Faktoren
2.4.2.1 Kritik am genetisch-neurologischen Modell
2.4.3 Umweltfaktoren
2.4.3.1 Psychosoziale Faktoren
2.4.3.2 Kritik an den psychosozialen Modellen
2.4.4 Zusammenfassung
2.5 Interventionen
2.5.1 Kindzentrierte Verfahren
2.5.1.1 Pharmakotherapie
2.5.1.2 Verhaltenstherapie
2.5.1.3 Entspannungsverfahren
2.5.2 Familien- und Schulzentrierte Verfahren
2.5.3 Multimodale Therapie
2.5.4 Zusammenfassung
3. Aufmerksamkeit
3.1 Definition
3.2 Aufmerksamkeitstheorien
3.2.1 Filtermodelle
3.2.2 Computeranalogien
3.2.3 Kritik an der traditionellen Modellen
3.2.4 Neuropsychologische Modelle
3.3 Aufmerksamkeitstheorien bei Kindern
3.4 Aufmerksamkeitsdiagnostik
3.4.1 Klassische Tests
3.4.2 Der TEA-Ch
4. Erziehungsstile
4.1 Definition
4.2 Stand der Forschung
4.3 Methoden zur Erfassung von Erziehungsstilen
4.3.1 Das FDTS
5. ADHS und Erziehungsverhalten
5.1 Vorliegende Befunde
5.2 Ein Arbeitsmodell
6. Fragestellung und Operationalisierung
6.1 Operationalisierung
6.2 Verwendete Instrumente
7. Hypothesen
8. Untersuchungsablauf
9. Stichprobenbeschreibung
10. Ergebnisse der Studie
10.1 Deskriptive Auswertung
10.2 Auswertung der Hypothesen
11. Diskussion
11.1 Allgemeine Diskussion
11.2 Hypothesenbezogene Diskussion
11.3 Zusammenfassende Diskussion und Ausblick
12. Zusammenfassung
Die vorliegende Diplomarbeit explorative untersucht den Zusammenhang zwischen dem elterlichen Erziehungsverhalten und der Aufmerksamkeit bei Kindern mit ADHS. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Rolle des sozialen Umfelds bei der Aufrechterhaltung der Störung zu erlangen und die Eignung psychometrischer Verfahren zur differenzierten Erfassung dieser Symptomatik zu prüfen.
2.4.2 Neurologische Faktoren
Die Funktionsstörungen von hyperkinetischen Kindern lassen sich auch in der Gehirnstruktur nachweisen. Charakteristisch für ADHS ist die eingeschränkte Funktionsfähigkeit bestimmter Hirnareale. Patienten mit frühen, z.B. perinatalen Gehirntraumata oder Läsionen im Frontallappen zeigen ähnliche Symptome wie ADHS Patienten (vgl. Barkley, 1998). Dies ist ein starker Hinweis darauf, daß der frontale Kortex in die ADHS-Problematik involviert ist.
Ein wichtige Rolle spielt dabei das „präfrontale Gehirn“, das mit Verhaltenskontrolle (vor allem Hemmung und Planung) in Verbindung gebracht wird. Der orbitofrontale Kortex wird assoziiert mit sozialer Intelligenz, Impulskontrolle und Aufmerksamkeit. Er spielt eine Rolle bei der räumlich-visuellen Planung und hilft, wichtige Reize von unwichtigen zu unterscheiden. (Maté, 1999).
PET Scans zeigen einen verminderten Blutzufluß zu den präfrontalen Regionen. Auch scheint das Frontalhirn bei ADHS-Patienten kleiner als normal zu sein (Phelan, 2000).
Weiterhin gibt es Hinweise auf eine Imbalance im Neurotransmitterhaushalt hyperkinetischer Kinder. So werden z.B. Abweichungen im Dopaminspiegel beobachtet. Die meisten wirksamen Medikamente setzen hier an und erhöhen die Konzentration des Neurotransmitters Dopamin. (Phelan, 2000).
EEG-Ableitungen zeigen erhöhte Aktivität des ADHS-Gehirns im Bereich der langsamen Beta- und Thetawellen. (Barkley, 1998).
Insgesamt gibt es abnorme Abweichungen in der Entwicklung des frontal-striatalen Systems (Barkley, 1998). Da Gehirnentwicklung allgemein genetisch gesteuert ist, läßt sich dies als weiteren Hinweis auf die genetische Verursachung von ADHS deuten.
Zum frontal-striatalen System gehören der orbitofrontale Kortex, das Striatum, der Nucleus Caudatus und der Globus Pallidus (Teile der Basalganglien). Das frontal-striatale System ist befaßt mit dem Verarbeiten, Regulieren und Ausdrücken emotionaler Inhalte. Das Frontalhirn ermöglicht, diese Inhalte auf rationale, überlegte Weise zu verarbeiten. Ist diese Funktion gestört, ergeben sich impulsive, hoch emotionale Reaktionen wie sie bei ADHS zu beobachten sind (Maté, 1999).
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von ADHS im Kindesalter dar und erläutert den Fokus auf den Zusammenhang zwischen Erziehungsverhalten und Aufmerksamkeitsdefiziten.
2. Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS): Das Kapitel bietet eine umfassende Übersicht über Definition, diagnostische Kriterien, Ätiologie sowie Interventionsmöglichkeiten.
3. Aufmerksamkeit: Hier werden theoretische Modelle der Aufmerksamkeit sowie deren Diagnostik bei Kindern und Erwachsenen behandelt.
4. Erziehungsstile: Dieses Kapitel definiert Erziehungsstile und beleuchtet aktuelle Methoden zur Erfassung elterlichen Erziehungsverhaltens.
5. ADHS und Erziehungsverhalten: Basierend auf bisherigen Studien wird ein Arbeitsmodell entwickelt, das den Zusammenhang zwischen sozialem Umfeld und ADHS-Symptomen skizziert.
6. Fragestellung und Operationalisierung: Die Forschungsfragen werden präzisiert und die verwendeten Messinstrumente für die empirische Untersuchung vorgestellt.
7. Hypothesen: In diesem Kapitel werden die fünf zentralen Forschungsfragen statistisch operationalisiert und für die Prüfung formuliert.
8. Untersuchungsablauf: Beschreibung der methodischen Durchführung der Datenerhebung bei den 134 teilnehmenden Kindern.
9. Stichprobenbeschreibung: Detaillierte Darstellung der Zusammensetzung und demographischen Merkmale der untersuchten Stichprobe.
10. Ergebnisse der Studie: Präsentation der deskriptiven Daten und der Ergebnisse der Hypothesenprüfungen mittels SPSS.
11. Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse, Einordnung in den theoretischen Kontext und Ausblick auf zukünftige Forschungsfragen.
12. Zusammenfassung: Abschließende Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit.
ADHS, Aufmerksamkeitsdefizit, Hyperaktivität, Impulsivität, Erziehungsstile, Erziehungspraktiken, TEA-Ch, FDTS, Diagnostik, Eltern-Kind-Interaktion, Verhaltensstörung, Psychosoziale Faktoren, Familienbogen, Testbatterie, empirische Forschung.
Die Arbeit exploriert das Zusammenwirken von ADHS-Symptomen bei Kindern und dem elterlichen Erziehungsverhalten, um Einflüsse des sozialen Umfelds auf den Verlauf der Störung zu verstehen.
Im Zentrum stehen ADHS als Störungsbild, neuropsychologische Modelle der Aufmerksamkeit, die Erfassung von Erziehungsstilen sowie die empirische Überprüfung dieser Variablen mittels standardisierter Tests.
Das Hauptziel ist die explorative Erforschung statistischer Zusammenhänge zwischen Variablen des sozialen Umfelds (insb. Erziehungspraktiken) und den verschiedenen Dimensionen der kindlichen Aufmerksamkeit.
Die Arbeit nutzt quantitative Methoden, insbesondere kanonische Korrelationsanalysen und multivariate Varianzanalysen, um Daten aus psychometrischen Tests (TEA-Ch) und Fragebögen (FDTS, DCL-HKS) auszuwerten.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der ADHS-Genese, die Vorstellung von Modellen zur Aufmerksamkeit, die methodische Operationalisierung der Fragestellungen sowie die detaillierte Präsentation und Diskussion der Studienergebnisse.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie ADHS, Aufmerksamkeitsdiagnostik (TEA-Ch), Erziehungsstile, Eltern-Kind-Interaktion und psychosoziale Einflussfaktoren beschreiben.
Der TEA-Ch wird eingesetzt, weil er im Gegensatz zu rein eindimensionalen Tests eine differenzierte Erfassung der verschiedenen Aufmerksamkeitsdimensionen bei Kindern ermöglicht.
Die Studie deutet auf einen zwar moderaten, aber dennoch relevanten Zusammenhang zwischen Erziehungspraktiken und der Ausprägung hyperkinetischer Symptome hin, wobei diese Effekte oft eher als sekundäre Folge der Störung interpretiert werden können.
Ja, der Vergleich zeigt signifikante Unterschiede in der Beurteilung von Aggression, Impulsivität und Hyperaktivität, während die Einschätzung mangelnder Aufmerksamkeit übereinstimmender ausfällt.
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