Bachelorarbeit, 2018
48 Seiten, Note: 1
1 Einleitung
1.1 Sprache als Verknüpfung von Lebewesen
1.2 Aufbau der Arbeit, Hypothesen und Fragestellungen
2 Varietäten und Subvarietäten innerhalb einer Sprache
2.1 Standardsprache und Hochsprache
2.2 Dialekte, Umgangssprache und weitere Ausprägungen
2.3 Sprachregister und (un)bewusst eingesetzte Sprachmerkmale
3 Das österreichische Deutsch
3.1 Die Pluriarealität der deutschen Sprache
3.2 Charakteristika des österreichischen Deutsch
3.3 Einstellungen zu Dialekt und Standardsprache in Österreich
4 Enregisterment
4.1 Der Terminus Enregisterment
4.2 Fallbeispiel Enregisterment: Asterix-Mundart-Korpora
5 Methoden und Material
5.1 Darstellung der Forschungsmethode
5.2 Analyse und Ergebnisse österreichischer Spracheinstellungen
5.3 Korpusanalyse
5.3.1 Das Tirolerische: Obelix und’s groaße Gschäft
5.3.2 Das Steirische: Asterix ba di Olümpischn Schpüle
5.3.3 Das Kärntnerische: Asterix ols Gladiatoa
5.3.4 Das Wienerische: Da Woasoga
6 Fazit: Zusammenhang zwischen Spracheinstellungen zu österreichischen Dialekten und Enregisterment
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Spracheinstellungen zu österreichischen Varietäten und der Entstehung von „Enregisterment“. Ziel ist es, durch die Analyse der subjektiven Wahrnehmung von Dialekten und deren Verschriftlichung in Asterix-Mundart-Bänden aufzuzeigen, wie sprachliche Merkmale zur sozialen Identifikation und Identitätsstiftung beitragen.
4.1 Der Terminus Enregisterment
In Kapitel 2 wurde auf terminologische Aspekte von Varietäten einer Sprache eingegangen und darüber hinaus auch der Terminus Register angeführt, der in starker Kohärenz zu Enregisterment steht. Enregisterment beschreibt eine Sammlung von unterschiedlichen Prozessen und Praktiken, durch die sichtbargemachte, sprachliche Zeichen eines Registers als zusammengehörig oder sozial identifiziert bezeichnet werden. Register sind demzufolge kulturelle Muster, die diverse Verhaltenszeichen mit vorkommenden Effekten in Verbindung setzen, wobei dies nicht unbedingt auf linguistischer Ebene passieren muss (Agha 2007: 81, 145).
So ist beispielsweise die selbsterstellte Liederbuchsammlung einer Pfadfindergruppe ebenfalls als Enregisterment zu verstehen, da das Brauchtum der Pfadfinder als kulturelles Gut dient und deren Sprachregister identifizierbar und somit sichtbar wird. Nach Johnstone (2016: 634f) bedarf es lediglich einer kulturellen Kategorie, beispielsweise ein bestimmter Style oder relevante Gegebenheiten einer bestimmten Bevölkerungsgruppe an einem Ort, wie es in Abbildung 9 ersichtlich ist. Das sogenannte Pittsburghese – benannt nach der amerikanischen Großstadt Pittsburgh – dient als kulturelle Kategorie, deren Charakteristika mithilfe verschiedener Lexeme ‚enregistered‘ werden. Als zentrale Grundvoraussetzung nennt Johnstone, dass Enregisterment nur dann vorliegt, wenn natürlichsprachliche Äußerungen die Grundlage bilden, die nicht von der Wissenschaft beeinflusst wurden. Das Aufweisen von Zusammengehörigkeit wird als ein Hauptgrund für die Entstehung von Enregisterment angeführt (Johnstone 2016: 639f).
Andere Formen, in denen Enregisterment präsentiert werden kann, sind Sprachführer, Magazine, Volksblätter, Zeitungen, Geschichtensammlungen oder eben Comics, was im nächsten Unterkapitel genauer erläutert werden soll.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die linguistische Relevanz von Varietäten ein und definiert das Forschungsziel sowie die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2 Varietäten und Subvarietäten innerhalb einer Sprache: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Sprache, insbesondere die Differenzierung zwischen Standardsprache, Dialekt und Register.
3 Das österreichische Deutsch: Hier wird der Fokus auf die Pluriarealität und die spezifischen Merkmale des österreichischen Deutsch inklusive der Spracheinstellungen gelegt.
4 Enregisterment: Dieses Kapitel definiert den Terminus Enregisterment und leitet zum Fallbeispiel der dialektalen Asterix-Mundart-Korpora über.
5 Methoden und Material: Das Kapitel beschreibt das Vorgehen der empirischen Datenerhebung sowie die detaillierte Analyse und Korpusauswertung der vier ausgewählten Dialekte.
6 Fazit: Zusammenhang zwischen Spracheinstellungen zu österreichischen Dialekten und Enregisterment: Das abschließende Fazit resümiert die Ergebnisse der Arbeit und bestätigt den Einfluss von Spracheinstellungen auf die Entstehung von Enregisterment.
Spracheinstellungen, Varietäten, Enregisterment, österreichisches Deutsch, Dialekt, Register, Korpusanalyse, Asterix-Mundart, Sprachvariation, soziale Identifikation, Mundart, Verschriftlichung, Pluriarealität, Sprachgebrauch, Linguistik
Die Bachelorarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Wahrnehmung österreichischer Dialekte durch Sprecher und der Art und Weise, wie diese Dialekte als kulturelles Gut (Enregisterment) verschriftlicht werden.
Die Arbeit behandelt die linguistischen Kategorien von Sprachvarietäten, die spezifische Situation des österreichischen Deutsch sowie soziolinguistische Konzepte wie Enregisterment.
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob eine Korrelation zwischen der Beliebtheit eines Dialekts und dessen erfolgreicher Verwendung als kulturelles Register (z.B. in Übersetzungen) besteht und wie Autoren dabei vorgehen.
Die Autorin kombiniert eine qualitative theoretische Aufarbeitung mit einer quantitativen Online-Befragung und einer anschließenden deskriptiven Korpusanalyse von literarischen Dialektübersetzungen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Sprachvarietäten, eine empirische Auswertung der Umfrage zu Sprachbeliebtheiten in Österreich sowie eine detaillierte Analyse tirolerischer, steirischer, kärntnerischer und wienerischer Asterix-Bände.
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Spracheinstellungen, Enregisterment, österreichisches Deutsch und Korpusanalyse definieren.
Die Arbeit legt nahe, dass eine hohe Auffälligkeit eines Dialekts – positiv oder negativ konnotiert – die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass dieser Dialekt als identitätsstiftendes kulturelles Gut wahrgenommen und verschriftlicht wird.
Die Bände dienen als Textkorpora, an denen überprüft wird, ob die von Probanden genannten Merkmale eines Dialekts mit der tatsächlichen literarischen Verschriftlichung durch die Übersetzer übereinstimmen.
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