Masterarbeit, 2008
91 Seiten, Note: 2,0
Didaktik für das Fach Englisch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 Einleitung
2 Bestimmung und Beschreibung des Untersuchungsgegenstandes
2.1 Das Sprechen – Begriffsklärung, Abgrenzung und theoretische Hintergründe
2.1.1 Was ist „Sprechen“?
2.1.2 Monologisches vs. dialogisches Sprechen
2.1.3 Das Primat des Gesprochenen – Zentrale Unterschiede zwischen den sprachproduktiven Fertigkeiten des Sprechens und Schreibens
2.1.4 Psycholinguistische Grundlagen des Fremdsprachenerwerbs
2.1.4.1 Zentrale Prozesse bei der mündlichen Sprachproduktion
2.1.4.2 Biologische Sprachlernvoraussetzungen für den Fremdspracherwerb
2.1.4.3 Kognitive Sprachlernvoraussetzungen für den Fremdspracherwerb
2.1.4.4 Einfluss der Erstsprache auf die zu erlernende Fremdsprache
2.2 Lehrwerke im Englischunterricht – Stellenwert und Konzeption
2.2.1 Die Dominanz der Lehrwerke im Englischunterricht
2.2.2 Die Konzeption von Englischlehrwerken
3 Durchführung der Lehrwerksanalyse
3.1 Fragestellung
3.2 Vorstellung des Lehrwerks Orange Line vom Klett Verlag
3.3 Vorstellung des Lehrwerks Portobello Road vom Diesterweg Verlag
3.4 Wissenschaftliche Methoden der Untersuchung
3.5 Kategorien für die Lehrwerksanalyse
3.6 Untersuchungsergebnisse
3.6.1 Orange Line 1 und 2
3.6.2 Portobello Road 1 und 2
4 Auswertung
4.1 Orange Line 1 und 2
4.2 Portobello Road 1 und 2
5 Total Physical Response Storytelling (TPRS) als alternative Übungstypologie zur Förderung eines kommunikativen Englischunterrichts
5.1 Storytelling
5.2 TPRS
5.3 Konzept und Intention des TPRS
5.4 Exemplarischer Ablauf und didaktisch-methodische Reflexion des TPRS
6 Fazit
Die vorliegende Masterarbeit untersucht den Stellenwert und die Qualität der Übungsangebote zum Sprechen in den Englischlehrwerken Orange Line und Portobello Road für die fünfte und sechste Klasse an Berliner Grundschulen, um deren Eignung für einen handlungsorientierten und kommunikativen Unterricht zu bewerten.
2.1.1 Was ist „Sprechen“?
Das „Sprechen“ ist eine sprachproduktive Teilfertigkeit der Sprachkompetenz (vgl. Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport Berlin et al. 2006: 12) und beschreibt den Vorgang des überwiegend auf zwischenmenschliche Interaktion ausgelegten Gebrauchs der menschlichen Stimme, wobei artikulierte Sprachlaute mit dem Ziel einer Informationsvermittlung, die in Abhängigkeit von monologischen oder dialogischen Sprechabsichten einseitig oder mehrseitig verlaufen kann, erzeugt werden. Damit eine reibungslose dialogische Kommunikation auf verbaler Ebene gewährleistet werden kann, muss bei den beteiligten Personen nicht nur ein gewisses Niveau an Sprechfertigkeit, sondern auch ein Mindestmaß an Hörverständnis vorausgesetzt werden, damit der bzw. die Gesprächspartner die Sprechabsichten des jeweiligen Sprechers verstehen und angemessen darauf reagieren kann/ können (Vollmer 1998: 237). Sicherlich gibt es auch nonverbale Kommunikationstechniken wie beispielsweise der Einsatz von Gestik und Mimik, wodurch dem Inhalt des Gesagten Nachdruck verliehen und auch das Sehverstehen des Zuhörers bzw. der Zuhörer angeregt werden soll. Doch je tiefgründiger und komplexer der Inhalt eines Gespräches oder einer Diskussion wird, desto schwieriger wird es für den bzw. die Zuhörer, den Inhalt des Gesagten bei unzureichendem Hörverstehen nur mit Hilfe von nonverbalen Kommunikationsmitteln zu verstehen. Dem Sprecher wiederum steht insbesondere beim dialogischen Sprechen nur wenig Zeit zur Verfügung, eine Aussage zu strukturieren oder ein Nachschlagewerk zu Hilfe zu ziehen, da die mündliche Sprachproduktion in der Regel spontan, ungeplant und flüchtig, aber trotzdem auch dynamisch und kontextabhängig verläuft (vgl. Hughes 2002: 10). Apeltauer betont, dass „das Sprechen einer Sprache viele Teilfertigkeiten, die untereinander in einer hierarchischen, nichtlinearen Beziehung stehen“ (Apeltauer 1997: 93), erfordert. Beispielsweise setzt die Äußerung zu einem bestimmten Thema mit einer bestimmten Absicht voraus, dass man sich „artikulieren, Worte angemessen auswählen und anordnen, Sätze kohärent aufeinander beziehen und gesellschaftliche Konventionen beachten kann“ (ebd.). Allgemein lässt sich sowohl für das monologische als auch für das dialogische Sprechen feststellen, dass vom Sprecher einer Sprache verlangt wird, dass er sich nicht nur „phonetisch, intonatorisch, grammatikalisch und lexikalisch“ korrekt ausdrückt, sondern auch die angemessene „Sprachebene“ findet und idealerweise auch landeskundliche Bedingungen berücksichtigt (Heuer 1987: 86).
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Bedeutung interkultureller Handlungsfähigkeit in der globalisierten Informationsgesellschaft und kritisiert die frontale Ausrichtung des Englischunterrichts an Berliner Grundschulen.
2 Bestimmung und Beschreibung des Untersuchungsgegenstandes: Dieses Kapitel definiert den Begriff "Sprechen", grenzt monologisches von dialogischem Sprechen ab und erörtert psycholinguistische Voraussetzungen sowie die Rolle von Lehrwerken.
3 Durchführung der Lehrwerksanalyse: Hier wird das methodische Vorgehen bei der Analyse der Lehrwerke Orange Line und Portobello Road erläutert, inklusive der angewandten Übungstypologien.
4 Auswertung: In diesem Teil werden die Ergebnisse der Lehrwerksanalyse detailliert ausgewertet und die Übungsangebote hinsichtlich des Rahmenlehrplans kritisch hinterfragt.
5 Total Physical Response Storytelling (TPRS) als alternative Übungstypologie zur Förderung eines kommunikativen Englischunterrichts: Das Kapitel führt TPRS als innovative, narrative Methode ein, um den traditionellen, lehrbuchzentrierten Unterricht durch authentische Sprachanlässe zu ergänzen.
6 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Bestätigung, dass die untersuchten Lehrwerke zwar grundlegende Anforderungen erfüllen, jedoch das Potenzial für kreatives und freies Sprechen zu wenig ausschöpfen.
Sprechen, Englischunterricht, Grundschule, Lehrwerksanalyse, Kommunikative Kompetenz, Handlungsorientierung, TPRS, Sprachproduktion, Fremdsprachenerwerb, Dialogisches Sprechen, Monologisches Sprechen, Sprachmittlung, Unterrichtsmethode, Sprachflüssigkeit, Sprachrichtigkeit
Die Arbeit untersucht den Stellenwert und die Qualität der Übungen zur Förderung der Sprechfertigkeit in ausgewählten Englischlehrwerken für die 5. und 6. Klasse an Berliner Grundschulen.
Die zentralen Felder sind die Definition von Sprechkompetenz, die psycholinguistischen Grundlagen des Fremdsprachenerwerbs, die Analyse von Schulbuchübungen und der Einsatz alternativer Methoden wie TPRS.
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob die verwendeten Lehrwerke genügend handlungsorientierte und kommunikative Sprechanlässe bieten, um die im Rahmenlehrplan geforderten Kompetenzen zu entwickeln.
Die Autorin führt eine deskriptive Lehrwerksanalyse durch, bei der sie Übungstypologien aus der Fachliteratur auf die untersuchten Lehrbücher anwendet und deren Quantität sowie Qualität vergleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Sprechens, die detaillierte Präsentation der untersuchten Lehrwerke und die systematische Erfassung der Übungstypen in Tabellenform.
Zu den prägenden Begriffen gehören "Sprechen", "Handlungsorientierung", "Lehrwerksanalyse", "kommunikative Kompetenz" und "TPRS".
Einige Übungstypen fördern laut Autorin zu stark das imitative Nachsprechen vorgegebener Sätze, anstatt echtes, kreatives und spontanes Sprechen in authentischen Situationen zu provozieren.
Durch die Implementierung der TPRS-Methode (Total Physical Response Storytelling) sollen Geschichten als Ausgangspunkt für Sprachhandlungen dienen, um die Kreativität der Schüler stärker anzuregen als durch reine Lehrbuchübungen.
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