Bachelorarbeit, 2020
54 Seiten, Note: 2,3
1 Schulwesen und Schulpflicht in Deutschland in Vergangenheit und Gegenwart
1.1 Einführung zum Begriff des Schulwesens
1.2 Kindheit im Kontext von Grundschule – Der Übergang zum „Ernst des Lebens“
1.3 Schule als Lern- und Lebenswelt
1.3.1 Erste Positionsbestimmungen zur Verortung von Schulsozialarbeit
2 Psychische Störungen im Grundschulalter
2.1 Begriffserklärung
2.2 Entstehung und Ursachen – Schule als potenzieller Risikofaktor?
2.3 Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung
2.4 Persönlichkeitsstörung
2.5 Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
3 Schulbegleitung
3.1 Begriffserklärung
3.2 Schulbegleitung als Berufsfeld der Sozialen Arbeit
3.3 Voraussetzungen für das Beantragen der Schulbegleitung
3.4 Handlungsfelder und Qualifikationen von Schulbegleiter*innen
3.5 Kooperationspartner*innen und Kooperationskonfliktstrukturen der Schulbegleitung
4 Fazit: Schulbegleitung im Kooperations- und Handlungskonflikt
5 Ausblick Berufsfeld Schulbegleitung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Berufsfeld der Schulbegleitung im Kontext von Grundschulkindern mit psychischen Störungen, mit dem Ziel, die Herausforderungen dieser Tätigkeit aus der Perspektive der Sozialen Arbeit zu analysieren und zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten des Arbeitsfeldes zu skizzieren.
2.3 Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung
Lehrkräfte müssen sich in der Schule immer häufiger mit hyperaktiven Kindern und Jugendlichen befassen. Das pädagogische Personal steht vor der Herausforderung, sich angemessen mit auffälligen Verhaltensweisen, mangelnder Anteilnahme am Unterricht und dem daraus resultierenden Leistungsabfall der betroffenen Schüler*innen auseinanderzusetzen (vgl. Höwler 2006, S. 212). Nach Höwler ist „das psychiatrische Syndrom dadurch gekennzeichnet, dass Probleme mit der Aufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität bestehen.“ (Höwler 2006, S. 212). Es gibt drei unterschiedliche Subtypen der Erkrankung: Die Aufmerksamkeitsdefizithyperaktivitätsstörung (ADHS), die Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS) und die Hyperkinetische Störung (HKS). Die meisten Kinder und Jugendlichen leiden an einer Mischung aus unaufmerksamen und hyperaktiven Verhaltensmustern.
Heute gilt ADHS alias „Zappelphillip-Syndrom“, als die häufigste Grundlage von psychischen Verhaltensstörungen und schulischen Leistungsschwierigkeiten von Schüler*innen. Jungen leiden circa 2 bis 3-mal mehr an den Störungen als Mädchen. Studien dokumentieren, dass bei 40-80% der Betroffenen, die Störungen weit über die Pubertät hinausgehen und in einem Drittel der Fälle bis in das Erwachsenenalter anhalten. Im Falle eines Aufmerksamkeitsdefizits und/oder einer Hyperaktivitätsstörung können weitere Beeinträchtigungen wie Legasthenie, Dyskalkulie oder Tic-Störungen in Erscheinung treten.
1 Schulwesen und Schulpflicht in Deutschland in Vergangenheit und Gegenwart: Dieses Kapitel führt in die historische Entwicklung und die gesellschaftliche Bedeutung des Schulwesens ein, um ein Verständnis für die institutionellen Rahmenbedingungen von Schule zu vermitteln.
2 Psychische Störungen im Grundschulalter: Hier werden Grundlagen zu psychischen Störungen bei Kindern thematisiert, wobei insbesondere die Entstehung, Ursachen und spezifische Störungsbilder wie ADHS, Persönlichkeitsstörungen und PTBS analysiert werden.
3 Schulbegleitung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Schulbegleitung als Feld der Sozialen Arbeit, erläutert die Beantragungswege, die Handlungsfelder und die Qualifikationsanforderungen an das Personal.
4 Fazit: Schulbegleitung im Kooperations- und Handlungskonflikt: Im Fazit werden die Ergebnisse zusammengeführt und die Spannungsfelder zwischen den Akteuren sowie die Herausforderungen für die Praxis der Schulbegleitung kritisch reflektiert.
5 Ausblick Berufsfeld Schulbegleitung: Der Ausblick diskutiert mögliche Professionalisierungschancen und die Zukunft des Berufsfeldes im Hinblick auf Inklusionsbestrebungen und strukturelle Anforderungen.
Schulbegleitung, Soziale Arbeit, Psychische Störungen, Grundschule, Inklusion, ADHS, Persönlichkeitsstörung, Posttraumatische Belastungsstörung, Schulsozialarbeit, Risikofaktoren, Schutzfaktoren, Kooperation, Qualifikation, Resilienz, Teilhabe
Die Arbeit befasst sich mit dem Berufsfeld der Schulbegleitung, insbesondere bei der Unterstützung von Grundschulkindern mit psychischen Störungen.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des deutschen Schulwesens, verschiedene psychische Störungsbilder im Kindesalter sowie die Konzeption, rechtlichen Bedingungen und Kooperationsstrukturen der Schulbegleitung.
Das Ziel ist es, einen theoretischen Einblick in das Berufsfeld zu geben, die Herausforderungen für Schulbegleiter*innen bei der Arbeit mit psychisch erkrankten Kindern zu verdeutlichen und mögliche zukünftige Entwicklungen des Arbeitsfeldes aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturrecherche, die wissenschaftliche Erkenntnisse zu Schultheorie, Psychologie und Sozialer Arbeit synthetisiert.
Der Hauptteil analysiert die Schnittstelle zwischen Schule und Jugendhilfe, die Voraussetzungen für den Einsatz von Schulbegleitung sowie die spezifischen Anforderungen an Fachkräfte in diesem Spannungsfeld.
Wichtige Begriffe sind Schulbegleitung, Inklusion, psychische Gesundheit, Soziale Arbeit und Kooperation zwischen den verschiedenen pädagogischen Akteuren.
Die Bindungstheorie ist laut der Arbeit zentral, da stabile Beziehungen zwischen Kind und Begleitperson eine notwendige Voraussetzung für die emotionale Stabilisierung und den Lernerfolg des Kindes sind.
Das Pool-Modell wird als Methode zur Bewältigung des wachsenden Betreuungsbedarfs an Schulen betrachtet, bietet jedoch derzeit noch keine methodischen Richtlinien für die Praxis.
Die Arbeit kritisiert, dass aufgrund der sozialrechtlichen Finanzierung oft unqualifizierte Hilfskräfte eingesetzt werden, obwohl die komplexe Arbeit mit psychisch erkrankten Kindern hohe fachliche Kompetenzen erfordern würde.
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