Diplomarbeit, 2007
109 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Begriffliche Einordnung und Abgrenzung
2.2. Zentralverwaltungswirtschaft
3. Historische und wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen
3.1. Ziele der sowjetischen Deutschlandpolitik und historische Rahmenbedingungen
3.2. Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen
3.3. Die Deutsche Wirtschaftskommission
3.4. Planung, Lenkung und Kontrolle der Wirtschaft bis zur Gründung der Staatlichen Plankommission
4. Entwicklung der Zentralen Plankommission
4.1. Typen, Organe und Methodik der Planung
4.2. Aufbau des Sozialismus (1950 - 1962)
4.2.1. Historische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen
4.2.2. Organisation der Planung und Leitung
4.2.3. Zusammenfassung
4.3. Phase der Wirtschaftsreformen (1963 - 1970)
4.3.1. Historische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen
4.3.2. Organisation der Planung und Leitung
4.3.3. Zusammenfassung
4.4. Rezentralisierung und Zusammenbruch (1971 - 1989)
4.4.1. Historische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen
4.4.2. Organisation der Planung und Leitung
4.4.3. Zusammenfassung
5. Bedeutung des Systems der zentralen Planung und Lenkung für die Wirtschaft der DDR
5.1. Gründe für den Zusammenbruch des Wirtschaftssystems
5.2. Bedeutung der Zentralen Plankommission für die Wirtschaft der DDR
5.3. Sowjetischer Einfluss auf die Wirtschaft der DDR
5.4. Einfluss der Zentralen Plankommission
6. Fazit
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht den Prozess der Herausbildung und Entwicklung des zentralistischen Wirtschaftssystems in der DDR mit besonderem Fokus auf die Rolle der Zentralen Plankommission. Das primäre Ziel ist es, die Funktionsweise dieses Planungsinstruments, seinen Einfluss auf die Wirtschaftsführung sowie seinen Beitrag zum Erfolg oder Misserfolg des DDR-Wirtschaftssystems wissenschaftlich zu analysieren.
2.2. Zentralverwaltungswirtschaft
Den Begriff der „Zentralverwaltung der Wirtschaft“ gebrauchte bereits der deutsche Philosoph, Historiker und Politiker Friedrich Engels. In die wirtschaftswissenschaftliche Literatur führte der deutsche Nationalökonom Walter Eucken den Ausdruck der „Zentralverwaltungswirtschaft“ erstmals ein. In der Wirtschaftsordnung der Zentralverwaltungswirtschaft entsteht das Wirtschaftssystem aufgrund von Entscheidungen einer Zentralstelle. Das Wirtschaftssystem ist darauf ausgerichtet, die Ziele dieser Zentralstelle zu verwirklichen. Dabei folgt das Wesen der Zentralverwaltungswirtschaft einem bestimmten gesellschaftlichen Leitbild. Es stehen die kollektive Verantwortung und die Solidarität der einzelnen Wirtschaftssubjekte zueinander im Mittelpunkt. Außerdem haben sich die Einzelinteressen den Kollektivinteressen jederzeit unterzuordnen.
Das System der Zentralverwaltungswirtschaft geht von der Annahme aus, die Produktion, den Bedarf und die Verteilung, also alle wirtschaftlichen Vorgänge, rational planen und im Voraus festlegen zu können. Der Staat oder eine staatliche Planungsbehörde plant den Verbrauch, die Produktion, den Einkommen sowie letztlich auch die Preise. Über die Preise kann wiederum auf den Verbrauch steuernd eingegriffen werden. Grundsätzlich gilt, dass sich zentrale Planung und freie Marktpreise ausschließen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Ausgangslage der SBZ und die Entstehung des zentralisierten Wirtschaftssystems nach sowjetischem Vorbild ein.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden zentrale ökonomische Begriffe sowie das theoretische Modell der Zentralverwaltungswirtschaft definiert und von anderen Wirtschaftsordnungen abgegrenzt.
3. Historische und wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel analysiert die Nachkriegsentwicklung, die Bedeutung der Deutschen Wirtschaftskommission und die sowjetische Einflussnahme.
4. Entwicklung der Zentralen Plankommission: Hier wird der organisatorische Aufbau und die Planungsmethodik der Plankommission in drei zeitlichen Phasen bis 1989 detailliert nachgezeichnet.
5. Bedeutung des Systems der zentralen Planung und Lenkung für die Wirtschaft der DDR: Das Kapitel befasst sich mit den systembedingten Ursachen des Zusammenbruchs der DDR-Wirtschaft und dem Einfluss der Zentralen Plankommission.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Rolle der SED-Führung und der zentralen Planung beim Scheitern des Wirtschaftssystems.
DDR, Zentrale Plankommission, Zentralverwaltungswirtschaft, Planwirtschaft, SED, Wirtschaftsgeschichte, SBZ, Sowjetische Militäradministration, Wirtschaftsplanung, Volkswirtschaft, Planbilanzierung, Sozialismus, Wirtschaftsreformen, DDR-Wirtschaft, Systemtransformation.
Die Arbeit analysiert das Wirtschaftssystem der DDR als Zentralverwaltungswirtschaft und untersucht die Zentrale Plankommission als zentrales Steuerungsinstrument der staatlichen Planung und Lenkung.
Die zentralen Themen umfassen die historische Entwicklung des DDR-Wirtschaftssystems, die Rolle der sowjetischen Besatzungsmacht, die verschiedenen Phasen der Planungsgeschichte und die systemimmanenten Ursachen des ökonomischen Scheiterns.
Das Ziel ist es, den Aufbau und die Entwicklung der wirtschaftlichen Planungshierarchien in der DDR nachzuvollziehen und den Einfluss der Zentralen Plankommission kritisch zu bewerten.
Es handelt sich um eine historische-analytische Diplomarbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der Auswertung von Dokumenten und Regierungsbeschlüssen der DDR basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung bis 1950, die chronologische Entwicklung der Zentralen Plankommission in drei großen Epochen bis 1989 sowie die Analyse der Systemschwächen, die zum Zusammenbruch führten.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Zentrale Plankommission, DDR-Wirtschaft, Planwirtschaft, sowjetisches Vorbild, Systemtransformation und Wirtschaftsreformen.
Die Sowjetunion gab durch die SMAD das Modell der Zentralverwaltungswirtschaft vor und beeinflusste über die SKK und direkte politische Vorgaben maßgeblich die Ausgestaltung der DDR-Wirtschaftsstrukturen.
Das Scheitern wird durch den Widerspruch zwischen ökonomischer Rationalität und dem politischen Führungsanspruch der SED sowie durch die Unzulänglichkeit des zentralistischen Planungsmodells erklärt.
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