Bachelorarbeit, 2016
59 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Gegenstand und Problemlage
1.2 Zielstellung und Arbeitshypothesen
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Inklusion in Sachsen
2.1 Entwicklung und Umsetzung
2.2 Bedeutung inklusiven Schulsports
2.3 Barrieren und Probleme in der Umsetzung
3 Empirische Untersuchung
3.1 Stichprobenbeschreibung
3.2 Datenerhebung
3.3 Methodenauswahl
3.4 Auswertungsmethode
4 Ergebnisdarstellung
5 Zusammenfassung
6 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Inklusionsentwicklung im sächsischen Bildungssystem sechs Jahre nach der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention, mit einem spezifischen Fokus auf die Herausforderungen und Barrieren im Schulsport.
1.1 Gegenstand und Problemlage
Im letzten Jahrzehnt hat der Begriff der Inklusion im gesellschaftlichen Zusammenleben in Deutschland und somit auch im schulischen Kontext eine enorme Bedeutung erlangt. Seit dem Inkrafttreten des ‚Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung´ am 26. März 2009, ergab sich die Notwendigkeit, dass das Bildungssystem in Deutschland mit neuen Aufgaben konfrontiert werden muss und Veränderungen stattfinden, da das Recht auf inklusive Bildung nur in einem inklusiven System verwirklicht werden kann. Deshalb machte die UN-Behindertenrechtskonvention den Aufbau eines inklusiven Bildungssystems zu einem verbindlichen Ziel. Es gilt für alle Bereiche der Bildung und eben auch und gerade für den der schulischen Bildung. Zielformulierungen der UN-BRK gehen über den lernzielgleichen integrativen Unterricht hinaus: „Persons with disability can access an inclusive, quality and free primary education and secondary education on an equal basis with others in the community in which they live“ (UN, 2006). Aus diesem Zitat der Konventionsvorschrift geht hervor, dass jedes Kind das Recht besitzt innerhalb eines allgemeinen, inklusiven, kostenlosen, wohnortnahen und auf Diversität setzenden Bildungssystems aufzuwachsen und dabei die nötige Unterstützung zu erfahren.
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die wachsende Bedeutung der Inklusion im deutschen Bildungssystem durch die UN-Behindertenrechtskonvention und definiert die Forschungsfragen bezüglich der sächsischen Umsetzung.
2 Inklusion in Sachsen: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen und strukturellen Rahmenbedingungen der Inklusion in Sachsen sowie die spezifische Bedeutung und didaktische Herausforderung des Schulsports.
3 Empirische Untersuchung: Hier wird das methodische Vorgehen der qualitativen Untersuchung, bestehend aus Experteninterviews mit Sportlehrkräften, beschrieben und begründet.
4 Ergebnisdarstellung: Die Ergebnisse der Interviews werden dargelegt und kritisch mit dem theoretischen Kontext hinsichtlich der praktischen Inklusionsumsetzung in sächsischen Schulen konfrontiert.
5 Zusammenfassung: Die Kernaussagen der empirischen Erhebung werden zusammengefasst und die Einschränkungen der Repräsentativität sowie methodische Herausforderungen reflektiert.
6 Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel resümiert den sächsischen Weg der Inklusion und formuliert Empfehlungen für zukünftige Forschungsbedarfe.
Inklusion, Sachsen, Schulsport, Sportunterricht, UN-Behindertenrechtskonvention, Sonderpädagogik, Förderbedarf, Regelschule, Förderschule, Lehrerbildung, Barrieren, Inklusionspraxis, qualitative Sozialforschung.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Umsetzung schulischer Inklusion im Freistaat Sachsen über einen Zeitraum von sechs Jahren, insbesondere in Bezug auf den Sportunterricht.
Zentrale Themen sind die rechtliche Verankerung der Inklusion, der Vergleich zum bisherigen selektiven Schulsystem, Barrieren in der Umsetzung sowie die Rolle des Sportunterrichts bei der Integration von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf.
Die Arbeit untersucht, welchen Stellenwert Inklusion im sächsischen Bildungssystem hat, welche Folgen die Schulentwicklung für den Sportunterricht hat und wie die reale Inklusionspraxis vor Ort aussieht.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf leitfadengestützten Experteninterviews mit sächsischen Sportlehrkräften basiert, deren Ergebnisse mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Inklusionsbegriffs und der sächsischen Schullandschaft sowie eine empirische Untersuchung, in der subjektive Einschätzungen von Lehrkräften zur aktuellen Praxis analysiert werden.
Die wichtigsten Schlagworte umfassen Inklusion, Sachsen, Schulsport, sonderpädagogischer Förderbedarf und die UN-Behindertenrechtskonvention.
Der Schulsport nimmt aufgrund seiner besonderen Organisationsform, der notwendigen motorischen Voraussetzungen und der sozialen Komponente eine Sonderrolle ein, die Inklusion im Vergleich zum Fachunterricht im Klassenzimmer spezifisch herausfordert.
Die Arbeit stellt fest, dass methodische und theoretische Kenntnisse im Umgang mit heterogenen Lerngruppen für den Erfolg der Inklusion entscheidend sind, wobei hier aktuelle Defizite in der Fortbildung sächsischer Lehrkräfte identifiziert werden.
Neben räumlichen Barrieren werden vor allem die anhaltende Beibehaltung des selektiven Förderschulsystems und ein Mangel an sonderpädagogischem Fachpersonal als zentrale Hindernisse identifiziert.
Die befragten Sportlehrkräfte äußern sich teilweise skeptisch und betonen die Notwendigkeit besserer Rahmenbedingungen, wie beispielsweise kleinere Klassen und den Einsatz von pädagogischen Hilfskräften (Team-Teaching), anstatt nur quantitative Zielvorgaben zu erfüllen.
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