Magisterarbeit, 2007
111 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung
1.1. Problemaufriss
1.2. Literatur und Forschungsstand
1.3. Vorgehensweise
1.4. Geschichte der Frauen- und Geschlechterpolitik in der EZ
1.4.1. Wohlfahrtsansatz
1.4.2. Gleichheitsansatz, Armutsbekämpfungsansatz und Effizienzansatz
1.4.3. Empowerment Ansatz
1.4.4. Gender Ansatz
1.4.5. Gender und Millennium-Entwicklungsziele
2. Rahmenbedingungen des entwicklungspolitischen Engagements in Afghanistan
2.1 Allgemeine innerafghanische Ausgangslage
2.2. Situation der afghanischen Frauen
2.2.1. Geschichte der Frauenförderung in Afghanistan
3. Die EZ zwischen der BRD und Afghanistan im Gender-Bereich
3.1. Konzeptionelle Ansätze der deutschen EZ mit Afghanistan
3.1.1. Post-Konflikt-Regelungen und multilaterale Instrumente des Wiederaufbaus
3.1.1.1. Das Petersberg-Abkommen
3.1.1.2. Der Petersberg-Prozess
3.1.1.3. Die „afghanisierten“ MEZ
3.1.1.4. Die Interim-Afghanistan National Development Strategy
3.1.1.5. Der Afghanistan Compact
3.1.2. Konzeptionelle Ansätze der BRD
3.1.2.1. Das Afghanistan-Konzept der Bundesregierung
3.1.2.2. Die Provincial Reconstruction Teams
3.2. Genderpolitische Wirkungen der deutschen EZ mit Afghanistan
3.2.1. Projekte der KfW Entwicklungsbank
3.2.1.1. Aufbau der Infrastruktur
3.2.1.2. Aufbau der „First Microfinance Bank“
3.2.2. Projekte der GTZ
3.2.2.1. Entwicklungsorientierte Nothilfe
3.2.2.2. Beschäftigungsförderung von Frauen
3.2.2.3. Förderung der Rechtsstaatlichkeit
3.2.2.4. Gender Mainstreaming
3.2.2.5. Aufbau der Infrastruktur
3.2.2.6. Wirtschaftsreform und Aufbau der Marktwirtschaft
3.2.2.7. Verbesserung der Grundbildung
3.2.3. Projekte des DED
3.2.3.1. Medienarbeit
3.2.3.2. Unterstützung afghanischer Parlamentarierinnen
3.2.3.3. Unterstützung der afghanischen Menschenrechtskommission
3.2.4. Bewertung der deutschen EZ im Gender-Bereich
4. Schlussbetrachtung
4.1. Fazit
4.2. Empfehlungen für die entwicklungspolitische Praxis
Die Arbeit untersucht die Relevanz von Frauenförderung und dem Gender-Ansatz innerhalb der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) mit Afghanistan. Dabei steht die Analyse im Vordergrund, wie geschlechterpolitische Konzepte in ein Post-Konflikt-Land transferiert und dort an die spezifischen sozio-kulturellen Rahmenbedingungen angepasst werden.
1.4.2. Gleichheitsansatz, Armutsbekämpfungsansatz und Effizienzansatz
Die 1970 von Ester Boserup veröffentlichte Studie „Women’s Role in Economic Development“ brachte erstmalig das, was heute als Geschlechterperspektive betrachtet wird, in den entwicklungspolitischen Diskurs ein. Die Studie erschien in einem für ihre Rezeption positiven Kontext. Der „Pearson-Bericht“ hatte hinsichtlich der Strategie „Entwicklung durch Wachstum“ eine ernüchternde Bilanz gezogen. EntwicklungsplanerInnen erkannten, dass die Trickle-Down-Hypothese sich in der Realität nicht bewahrheitet hatte, d. h. dass das relativ hohe Wirtschaftswachstum in einigen Entwicklungsländern nicht zu einer Verringerung der Armut in diesen Ländern geführt hatte, die Armut teilweise sogar weiter anstieg.
Boserups Untersuchung brach die Vorstellung auf, dass Frauen und Männer gleichermaßen vom Entwicklungsprozess profitierten. Durch die Einbeziehung nicht-monetärer Produktionsbereiche in die Studie wurden die wirtschaftlichen Leistungen der bis dahin „unsichtbaren Frauen“ sichtbar gemacht und die produktive Rolle der Frauen im Entwicklungsprozess betont. Ester Boserup kritisierte die Blindheit von Kolonialverwaltungen, Missionaren und technischen Beratern gegenüber den Unterschieden in der Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern und Generationen, was ihrer Ansicht nach dazu führte, dass jene Gruppen durch ihre Arbeit den Status der Frauen vielerorts sogar verschlechterten, da diese aus landwirtschaftlichen und handwerklichen Bereichen verdrängt wurden.
Zeitgleich mit der Veröffentlichung dieser einflussreichen Studie erstarkte in den Industrieländern die Neue Frauenbewegung, welche die Diskriminierung der Frauen auch in den Entwicklungsländern diskutierte. Damit wurden nach Bliss „westliche Entwicklungsexpertinnen, Akademikerinnen, aber auch die Mitglieder der Frauenbewegung in Nordamerika und Westeuropa […] entscheidende Akteure, die in den siebziger Jahren die Debatte um die Rolle der Frauen in Entwicklungsprozeß vorantrieben.“ Angeregt durch Boserups Studie bildete sich in Washington innerhalb der „Society for International Development“ eine Frauengruppe, die sich selbst „Women in Development“ nannte. Im Laufe der 1970er Jahre wurde „Women in Development“ (WID) zur Bezeichnung für eine ganze frauenpolitische Denkschule innerhalb der Entwicklungspolitik. In dieser Zeit wurden drei frauenpolitische Ansätze entwickelt. Sowohl Gleichheits- als auch Armutsbekämpfungs- und Effizienzansatz wollten die Geschlechterungleichheiten durch eine Integration der Frauen in den Markt bekämpfen. Die Ansätze unterscheiden sich in erster Linie dahingehend, wie die Integration erreicht werden sollte.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Herausforderungen des internationalen Engagements in Afghanistan ein, beleuchtet den Stand der Forschung sowie die erkenntnisleitenden Fragestellungen der Magisterarbeit.
2. Rahmenbedingungen des entwicklungspolitischen Engagements in Afghanistan: Dieses Kapitel analysiert die prekäre Sicherheitslage, die Drogenökonomie und den Status der menschlichen Entwicklung in Afghanistan, ergänzt durch eine Untersuchung der spezifischen Situation afghanischer Frauen.
3. Die EZ zwischen der BRD und Afghanistan im Gender-Bereich: Der Hauptteil untersucht die konzeptionellen Ansätze der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ), inklusive multilateraler Instrumente wie dem Petersberg-Abkommen sowie der konkreten Projektarbeit von KfW, GTZ und DED.
4. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel zieht ein Fazit zu den untersuchten Fragestellungen und leitet daraus fundierte Empfehlungen für die zukünftige entwicklungspolitische Praxis ab.
Afghanistan, Entwicklungszusammenarbeit, Frauenförderung, Gender-Ansatz, Empowerment, Gender Mainstreaming, Millennium-Entwicklungsziele, Wiederaufbauhilfe, Rechtsstaatlichkeit, KfW Entwicklungsbank, GTZ, Deutscher Entwicklungsdienst, Frauenrechte, Gender-Budgeting, Post-Konflikt-Regelungen.
Die Arbeit analysiert die Bedeutung von Frauenförderung und des Gender-Ansatzes innerhalb der bilateralen deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Afghanistan unter Berücksichtigung der komplexen sozio-politischen Rahmenbedingungen vor Ort.
Zu den Kernbereichen gehören die Geschichte der Frauen- und Geschlechterpolitik, die Rahmenbedingungen des Engagements in Afghanistan sowie die konkreten Projekte deutscher Durchführungsorganisationen wie der KfW, GTZ und des DED.
Die Arbeit untersucht, welchen Stellenwert Gender-Ansätze in der deutschen EZ einnehmen, wie diese an die afghanische Situation angepasst werden und ob sie den eigenen Ansprüchen der Akteure sowie den Rechten der Frauen tatsächlich gerecht werden.
Die Untersuchung basiert auf der Auswertung von Primär- und Sekundärliteratur sowie ergänzenden Experteninterviews, um die praktische Umsetzung von genderpolitischen Programmen in einem von Konflikten geprägten Kontext zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der konzeptionellen Grundlagen der deutschen EZ und eine Untersuchung der konkreten Programmarbeit, wobei die geschlechterpolitischen Wirkungen der Projekte kritisch beleuchtet werden.
Wichtige Begriffe sind unter anderem: Gender Mainstreaming, Frauenförderung, Empowerment, Millennium-Entwicklungsziele (MEZ), Wiederaufbauhilfe, Rechtsstaatlichkeit und die spezifische "afghanisierte" Strategie der Entwicklungszusammenarbeit.
Die Autorin betont, dass eine Einbindung der Männer essenziell ist, da sie in traditionell geprägten Strukturen als Entscheidungsträger fungieren und ohne deren Unterstützung der Gender-Ansatz Gefahr läuft, auf Widerstand zu stoßen.
Die Autorin weist darauf hin, dass sich viele Projekte primär auf Kabul und urbane Zentren konzentrieren, was das bestehende Stadt-Land-Gefälle in Bezug auf Bildungschancen und soziale Teilhabe für Frauen weiter verschärfen könnte.
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