Masterarbeit, 2019
78 Seiten, Note: 2,0
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1 Zurück in die Demokratie
2 Populismus im Spannungsfeld der liberalen Demokratie
2.1 Populismus als Gefahr für die Demokratie
2.1.1 Populismus im europäischen Forschungskontext
2.1.2 Populismus als Krisenphänomen
2.2 Linkspopulismus: Konzepte und Kritik
2.3 Linkspopulismus nach Chantal Mouffe
2.3.1 Hegemonie und radikale Demokratie
2.3.2 Re-Artikulation des liberal-demokratischen Diskurses
2.3.3 Populistisches Moment und linkspopulistische Strategie
2.4 Zwischenfazit
3 Forschungsinteresse und Vorgehensweise
4 Bündnis 90/Die Grünen Bayern als linkspopulistischer Akteur nach Chantal Mouffe
4.1 Analyse des Wahlkampfs von Bündnis 90/Die Grünen Bayern zur Landtagswahl 2018
4.1.1 Landtagswahlprogramm und –plakate
4.1.2 TV-Duell Markus Söder gegen Ludwig Hartmann
4.1.3 Wahlkampfrede Katharina Schulze
4.2 Zwischenfazit
5 Diskussion: Linkspopulismus als Chance für die Demokratie?
6 Fazit: Mehr Populismus wagen?
7 Literatur
Die Masterarbeit untersucht, inwiefern die Partei Bündnis 90/Die Grünen im bayerischen Landtagswahlkampf 2018 eine linkspopulistische Strategie nach der Theorie von Chantal Mouffe verfolgte und ob dieser Populismus eine Chance zur Stärkung der liberalen Demokratie darstellen kann.
2.3.1 Hegemonie und radikale Demokratie
In Hegemony and Socialist Strategy kritisieren Mouffe und Laclau die Unfähigkeit der traditionellen Linken, die Anliegen der neuen sozialen Bewegungen, die sich im Zuge der Umbrüche seit 1968 entwickelt hatten, in ihren politischen Diskurs einzubinden. Ursache dafür ist den beiden Theoretiker*innen zufolge der Klassenessentialismus sowohl des traditionellen Marxismus als auch der sozialdemokratischen Linken. „[T]hese new fights could not be interpreted in terms of class.“ Mouffe und Laclau entwerfen deshalb einerseits mit ihrem Begriff des Politischen ein Instrument, mit dem neue gesellschaftliche Konfliktlinien nach dem Ende der Klassentheorie analysiert werden können, und anderseits ein linkes Projekt, das fähig sein sollte, diese neuen Konflikte zu artikulieren. Ziel dieser Einbindung der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen in ein linkes Projekt müsse die radikale und plurale Demokratie sein – „eine Radikalisierung der ethisch-politischen Prinzipien des liberal-demokratischen Regimes: Freiheit und Gleichheit für alle.“ Dabei betont Mouffe, dass ihre Ausführungen nicht auf einen Bruch mit der liberalen Demokratie oder den Aufbau eines neuen Regimes abzielten, sondern stattdessen „entscheidende demokratische Fortschritte durch die kritische Auseinandersetzung mit den bestehenden Institutionen erzielt werden“ könnten.
1 Zurück in die Demokratie: Das Kapitel beschreibt den Wandel der deutschen Parteienlandschaft und den Niedergang der Volksparteien im Kontext der Erstarkung des Populismus.
2 Populismus im Spannungsfeld der liberalen Demokratie: Dieser Abschnitt beleuchtet Populismus als Krisenphänomen und diskutiert die theoretischen Konzepte des Rechts- und Linkspopulismus, insbesondere bei Chantal Mouffe.
3 Forschungsinteresse und Vorgehensweise: Hier werden das Forschungsdesign und die Methodik (Diskurs- und Ideologieanalyse) zur Untersuchung von Bündnis 90/Die Grünen dargelegt.
4 Bündnis 90/Die Grünen Bayern als linkspopulistischer Akteur nach Chantal Mouffe: Das Kernkapitel analysiert das Wahlprogramm, Wahlplakate und zentrale TV-Duelle der Grünen auf ihre linkspopulistische Ausrichtung.
5 Diskussion: Linkspopulismus als Chance für die Demokratie?: Eine kritische Reflexion über die Übertragbarkeit der theoretischen Konzepte auf die bayerische Realpolitik und die Chancen für eine Revitalisierung der Demokratie.
6 Fazit: Mehr Populismus wagen?: Eine abschließende Zusammenfassung der Ergebnisse und die Beantwortung der zentralen Forschungsfrage zur Rolle der Grünen als linkspopulistischer Akteur.
7 Literatur: Ein umfassendes Verzeichnis der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.
Linkspopulismus, Chantal Mouffe, Bündnis 90/Die Grünen, Hegemonie, Radikale Demokratie, Politische Frontlinie, Äquivalenzkette, Neoliberalismus, Postdemokratie, Diskursanalyse, Landtagswahl Bayern 2018, Volk, Oligarchie, Agonismus, Politische Strategie
Die Arbeit untersucht, ob Bündnis 90/Die Grünen in Bayern im Landtagswahlkampf 2018 als linkspopulistische Akteure im Sinne von Chantal Mouffe fungierten.
Das Spektrum reicht von den theoretischen Grundlagen der Populismusforschung über Mouffes Hegemonietheorie bis hin zu praktischen Analysen von Wahlprogrammen und politischen Diskursen.
Es ist eine Strategie, die darauf abzielt, eine Frontlinie zwischen "dem Volk" und "der Oligarchie" zu ziehen, um demokratische Werte wie Freiheit und Gleichheit zu radikalisieren.
Die Autorin nutzt eine Diskurs- und Ideologieanalyse, um Wahlprogramme, Plakate, TV-Duelle und politische Reden systematisch auszuwerten.
Der Hauptteil widmet sich detailliert der Analyse der Strategien von Bündnis 90/Die Grünen in Bayern, unterteilt in Wahlprogramm, Wahlkampfduelle und öffentliche Auftritte der Spitzenkandidaten.
Zu den zentralen Begriffen zählen Linkspopulismus, Äquivalenzkette, Hegemonie, radikale Demokratie und agonale Auseinandersetzung.
Die Analyse zeigt, dass die Grünen die CSU zwar als Gegner im politischen Wettstreit markieren, dabei jedoch den agonalen Charakter der Auseinandersetzung wahren.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Grünen eine linkspopulistische Strategie verfolgten, wobei die Betonung auf soziale Affekte und die explizite Kritik am Neoliberalismus in der Intensität variierten.
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