Diplomarbeit, 2008
127 Seiten
1 Einführung
1.1 Aktualität und Komplexität der Thematik
1.2 Eingrenzung und Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Familie und Kinder – Aktuelle Situation in Deutschland
2.1 Bedeutung der Familie
2.2 Wertewandel und moderne Familienmodelle
2.3 Externe Effekte von Familie auf Wirtschaft und Gesellschaft
2.4 Demografische Entwicklung als Determinante veränderter Familienstrukturen
2.5 Frauenerwerbstätigkeit – Status Quo und Ausblick
3 Der deutsche Mittelstand
3.1 Definition und Situationsbeschreibung
3.1.1 Definition und Abgrenzung
3.1.2 Struktur und Bedeutung des deutschen Mittelstandes
3.1.3 Wirtschaftliche Entwicklung und Zukunftsprognose
3.2 Besondere Herausforderungen des Mittelstandes im Hinblick auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf
3.2.1 Betriebsgröße als Wesensmerkmal von KMU
3.2.2 Flexibilität versus Unflexibilität
3.2.3 Starke Abhängigkeit von der Unternehmensführung
4 Triebkräfte familienfreundlicher Personalpolitik
4.1 Notwendigkeit familienorientierter Personalpolitik
4.1.1 Demografische Entwicklung als Herausforderung
4.1.2 Stärkung von Gesellschaft und Gesamtwirtschaft
4.1.3 Anforderungen an das moderne Arbeitsleben
4.2 Innerbetriebliche Motive familienfreundlicher Personalpolitik
4.2.1 Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung
4.2.2 Unternehmenserfolgssteigerung und Kostensenkung
4.2.3 Wirtschaftliche Vorteile aus Kapitalmarktsicht
5 Externe Determinanten betrieblicher Personalpolitik
5.1 Staatliche Gestaltungsmöglichkeiten
5.1.1 Ausgewählte ideelle Förderung und Aufklärung
5.1.2 Ausgewählte familienpolitisch relevante Rechtsnormen
5.1.2.1 Bestimmungen zum Mutterschutz
5.1.2.2 Gesetz zur Elternzeit
5.1.2.3 Teilzeitbeschäftigung nach BEEG
5.1.3 Ausgewählte finanzielle Transferleistungen
5.1.3.1 Staatliche Transferleistungen für Familien
5.1.3.1.1 Das Mutterschaftsgeld
5.1.3.1.2 Das Elterngeld
5.1.3.2 Staatliche Förderung betrieblicher Maßnahmen
5.1.3.3 Staatliche Angebote im Bereich Kinderbetreuung
5.2 Tarifliche Gestaltungsoptionen familienfreundlicher Personalpolitik
5.3 Weitere Initiativen und Netzwerke
5.4 Private Dienstleister im Bereich Familie und Beruf
5.4.1 Aktuelle Marktentwicklung privatwirtschaftlicher Kinderbetreuung
5.4.2 Neue Geschäftsmodelle und Ausblick
6 Betriebliche Ansatzpunkte familienfreundlicher Personalpolitik
6.1 Famlienfreundliches Zeitmanagement
6.1.1 Implementierung von Teilzeitarbeit
6.1.2 Flexible Arbeitszeitgestaltung
6.2 Optimiertes Arbeitsablaufmanagement
6.3 Innerbetriebliche Leistungsangebote
6.3.1 Familienservice-Angebote
6.3.2 Beratung, Informations- und Vermittlungsleistungen
6.3.3 Unterstützung bei der Kinderbetreuung durch den Betrieb
6.3.4 Finanzielle Unterstützungsleistungen
6.4 Gestaltung einer familienfreundlichen Unternehmenskultur
6.4.1 Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung und -entwicklung
6.4.2 Gelebte familienfreundliche Unternehmenskultur
6.5 Erfolgsfaktoren familienorientierter Personalpolitik
6.6 Probleme im Kontext der Implementierung familienfreundlicher Maßnahmen
7 Erfahrungen aus der Praxis
7.1 Auditierung familienfreundlicher Unternehmen
7.1.1 Auditierung in Deutschland
7.1.2 Das Hertie audit berufundfamilie
7.2 Ausgewählte Best-Practice-Beispiele
7.2.1 Vaude Sport GmbH Tettnang
7.2.2 Gärtner Datensysteme GbR Braunschweig
8 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf speziell im Kontext kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in Deutschland. Ziel ist es, die spezifischen Rahmenbedingungen für den Mittelstand zu beleuchten und praktische Lösungsansätze sowie Instrumente aufzuzeigen, wie Unternehmen eine familienorientierte Personalpolitik implementieren können, um trotz struktureller Herausforderungen wettbewerbsfähig zu bleiben und Fachkräfte zu binden.
3.2.1 Betriebsgröße als Wesensmerkmal von KMU
Die per Definition limitierte Betriebsgröße der KMU stellt diese vor besondere Herausforderungen. Die hohe Arbeitsteiligkeit, die in Großkonzernen vorherrscht und dadurch die Beschäftigung von ausgewiesenen Spezialisten der einzelnen Fachgebiete ermöglicht, ist in KMU alleine aufgrund der begrenzten Unternehmensgröße nicht zu finden. Generalisten und „Allrounder“ beherrschen hier viele Fachgebiete parallel und sind flexibel einsetzbar. Diese Charakteristiken begünstigen eine hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit des Unternehmens auf viele Gegebenheiten, erschweren gleichzeitig allerdings speziell im Personalbereich den Aufbau von Prozessen, Strukturen und standardisierter Personalpolitik.
Besonders die hohe Regulierungsdichte des deutschen Arbeitsmarktes stellt für KMU, die meist über keine eigene Personalabteilung mit ausgebildeten Arbeitsrechtsexperten verfügen, eine besonders große Herausforderung dar. Die Möglichkeit zur flexiblen Reaktion auf die Erfordernisse des Marktes gehört zu den entscheidenden Wettbewerbsvorteilen des Mittelstandes. Doch gerade diese wird gebremst durch die kaum überschaubare Vielfalt von Vorschriften und Detailregelungen des deutschen Arbeitsrechts. Aus eben diesem Grund wäre das Ziel der Reformpolitik der Bundesregierung mit ihrem Ansatz, Bürokratie für Mittelständler abzubauen, sehr zu begrüßen. Die „Initiative Bürokratieabbau“ lässt in der Praxis jedoch bis jetzt leider noch keine spürbare Erleichterung für KMU erkennen. Es bedarf daher eines systematischeren Ansatzes, um bestehende Gesetze und Verordnungen zu reduzieren und gleichzeitig die Zahl neuer Vorschriften zu begrenzen. Dies würde gleichzeitig den Weg für eine familienfreundlichere Personalpolitik in kleinen und mittleren Unternehmen ebnen, da durch Bürokratieabbau Ressourcen frei werden würden, die zur Einführung innovativer und durchdachter Personalpolitik benötigt werden.
1 Einführung: Hinführung zum Thema unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Relevanz und Zielsetzung der Arbeit.
2 Familie und Kinder – Aktuelle Situation in Deutschland: Analyse des gesellschaftlichen Wandels und der demografischen Herausforderungen sowie deren Bedeutung für Familien.
3 Der deutsche Mittelstand: Definition und Darstellung der ökonomischen Bedeutung von KMU sowie deren spezifische strukturelle Herausforderungen in Bezug auf Familienfreundlichkeit.
4 Triebkräfte familienfreundlicher Personalpolitik: Beleuchtung der Notwendigkeit familienorientierter Personalpolitik aufgrund demografischer Faktoren und betriebswirtschaftlicher Motive.
5 Externe Determinanten betrieblicher Personalpolitik: Darstellung staatlicher Förderungen, rechtlicher Rahmenbedingungen und des Marktes für familienorientierte Dienstleistungen.
6 Betriebliche Ansatzpunkte familienfreundlicher Personalpolitik: Konkrete Handlungsempfehlungen für KMU, unterteilt in Zeitmanagement, Ablauforganisation und Unternehmenskultur.
7 Erfahrungen aus der Praxis: Vorstellung von Auditierungsverfahren sowie konkreter Best-Practice-Beispiele aus dem deutschen Mittelstand.
8 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Realisierungsmöglichkeiten familienfreundlicher Maßnahmen in KMU.
Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Mittelstand, KMU, Familienfreundliche Personalpolitik, Demografischer Wandel, Humankapital, Work-Life-Balance, Unternehmenskultur, Kinderbetreuung, Arbeitszeitgestaltung, Fachkräftemangel, Diversity Management, betriebliche Gesundheitsförderung, familienorientierte Maßnahmen, Audit berufundfamilie.
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten und Herausforderungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland, familienfreundliche Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf erfolgreich umzusetzen.
Zentrale Themen sind der demografische Wandel, die spezifische Struktur des Mittelstands, die betriebswirtschaftlichen Motive für eine familienbewusste Personalpolitik sowie die Rolle externer Faktoren wie staatlicher Unterstützung und privater Dienstleister.
Das Hauptziel besteht darin, Rahmenbedingungen für eine familienfreundliche Personalpolitik in KMU zu untersuchen und aufzuzeigen, wie diese trotz begrenzter Ressourcen effektiv umgesetzt werden kann, um den Unternehmenserfolg zu fördern.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literatur- und Sekundärdatenanalyse. Sie kombiniert aktuelle Studien, statistische Daten (z.B. vom Statistischen Bundesamt) und rechtliche Bestimmungen, um daraus Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der aktuellen Familiensituation, die Bedeutung des Mittelstands, die Triebkräfte für familienfreundliche Politik, externe Einflussfaktoren sowie konkrete betriebliche Gestaltungsmöglichkeiten wie Zeitmodelle und Unternehmenskultur.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Mittelstand, KMU, demografischer Wandel, Work-Life-Balance und familienfreundliche Unternehmenskultur beschreiben.
Die Arbeit betont, dass in KMU die persönliche Einstellung des Unternehmers das prägende Element ist. Da oft kein formelles Personalmanagement existiert, hängt die Familienfreundlichkeit stark von der individuellen Unterstützung durch die Unternehmensleitung ab.
Es handelt sich um ein bundesweit bedeutendes Auditierungsverfahren der Hertie-Stiftung, das Unternehmen dabei unterstützt, ein zertifiziertes Qualitätsmanagement für eine familienbewusste Personalpolitik zu etablieren und diese im Betrieb zu verankern.
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