Bachelorarbeit, 2007
62 Seiten, Note: 1,3
1. Interkulturelle Faktoren des Marketing in Australien
1.1. Einleitung
1.2. Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Interkulturelles Marketing vs. Internationales Marketing
2.2. Der Kulturbegriff
2.2.1. Explikativ-deskriptives Modell von Osgood
2.2.2. Das Kulturmodell nach Hofstede
2.2.3. Das Kulturmodell nach Hall/ Hall
2.3. Kulturmerkmale in Anlehnung an die vorangegangenen Kulturmodelle
2.3.1. Kulturmerkmale Deutschlands
2.3.2. Kulturmerkmale Australiens
3. Interkulturelles Marketing in Australien
3.1. Bestimmung deutscher und australischer Kulturspezifika
3.2. Bedeutung für die Steuerung deutsch-australischer Kooperationen
3.2.1. Einfluss auf das Management
3.2.2. Einfluss auf die Personalführung
3.2.3. Einfluss auf das Kommunikationsverhalten
3.3. Standardisierung vs. Differenzierung deutscher Marketingaktivitäten
3.4. Kulturelle Einflüsse auf den Marketing-Mix in Australien
3.4.1. Produktpolitik
3.4.2. Preispolitik
3.4.3. Distributionspolitik
3.4.3. Kommunikationspolitik
4. Empirische Untersuchung
4.1. Festlegung des Untersuchungsziels
4.2. Abstraktionsebene und Methode des Interviews
4.3. Auswahl des Experten
4.4. Kritische Analyse der Ergebnisse
5. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die kulturellen Determinanten der australischen Gesellschaft, um die Etablierung deutscher Unternehmen unter Berücksichtigung interkultureller Besonderheiten im Marketing zu unterstützen. Ziel ist es, den Einfluss dieser kulturellen Faktoren auf die strategische Marktbearbeitung zu analysieren.
2.2. Der Kulturbegriff
Kultur ist für die Menschen „wie das Wasser für die Fische: Das Wasser bleibt unbemerkt, solange der Fisch darin bleibt“10. Erst wenn sie sich in einer anderen Kultur befinden, wird ihnen bewusst, dass ihre Denk- und Verhaltensmuster nicht mehr zu der neuen Umgebung passen.
Was ist Kultur? Kultur ist ein mehrdeutiges Konstrukt. Auf Grund der zahlreichen involvierten Wissenschaftsdisziplinen ist eine eindeutige Definition in der Literatur nicht auffindbar11.
Der Begriff Kultur wurde von dem lateinischen „cultura“ abgeleitet und bezeichnet die „Bebauung“ bzw. „Bodenhaltung“ 12.
Nach Müller/ Gelbrich steht Kultur für einen gemeinsamen Wissensvorrat, den eine Gruppe von Menschen teilt und wodurch sie sich von anderen Gruppen unterscheidet13. Um eine Abgrenzung zur Natur herzustellen, wird Kultur als „das vom Menschen Geschaffene“14 bezeichnet.
Eine umfassendere Definition hat von Keller entwickelt: Kultur sind „sämtliche kollektiv geteilten, impliziten oder expliziten Verhaltensnormen, Verhaltensmuster, Verhaltensäußerungen und Verhaltensresultate, die von Mitgliedern einer sozialen Gruppe erlernt und mittels Symbolen von Generation zu Generation weitervererbt werden“15.
Kultur ist als ein kollektives, soziales Phänomen zu betrachten, denn sie wurde von der Gesellschaft oder Gemeinschaft im Laufe vieler Jahre entwickelt, getragen und überliefert. Sie kann auch fortbestehen, wenn die Individuen oder die von ihr getragene Gesellschaft untergegangen ist wie bspw. die griechisch-römische Antike. Sie besitzt Prozesscharakter, denn sie verändert sich ständig durch physikalische und geschichtliche Einflüsse16.
1. Interkulturelle Faktoren des Marketing in Australien: Einleitung in die Thematik der Internationalisierung und Darstellung des Arbeitsaufbaus.
2. Theoretische Grundlagen: Erläuterung der Konzepte des internationalen Marketings sowie Vorstellung kulturwissenschaftlicher Modelle von Osgood, Hofstede und Hall/Hall zur Kulturanalyse.
3. Interkulturelles Marketing in Australien: Anwendung der theoretischen Modelle auf den deutsch-australischen Kontext und Analyse der Auswirkungen auf den Marketing-Mix.
4. Empirische Untersuchung: Überprüfung der theoretischen Thesen mittels Experteninterviews und kritische Analyse der gewonnenen Erkenntnisse.
5. Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der kulturellen Einflussfaktoren und Empfehlungen für eine differenzierte Marktbearbeitung.
Interkulturelles Marketing, Australien, Kulturmodell, Geert Hofstede, Hall/Hall, Internationales Marketing, Konsumentenverhalten, Marketing-Mix, Markteintritt, Experteninterview, Mateship-Mentalität, Unternehmensorganisation, Interkulturelle Kompetenz, Differenzierte Standardisierung.
Die Arbeit analysiert die Bedeutung interkultureller Faktoren für die erfolgreiche Marktbearbeitung deutscher Unternehmen in Australien.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Kulturbegriff, den kulturellen Unterschieden zwischen Deutschland und Australien sowie der praktischen Anpassung von Marketingstrategien.
Ziel ist es, die kulturellen Determinanten der australischen Gesellschaft zu identifizieren, um eine erfolgreiche Etablierung deutscher Unternehmen zu ermöglichen.
Neben einer theoretischen Fundierung durch Kulturmodelle erfolgt eine empirische Überprüfung mittels Experteninterviews.
Der Hauptteil analysiert den Einfluss kultureller Unterschiede auf das Management, die Personalführung und die einzelnen Elemente des Marketing-Mix in Australien.
Die wichtigsten Schlagworte sind Interkulturelles Marketing, Australien, Kulturmodelle, Marketing-Mix und Mateship-Mentalität.
Während Deutschland monochronistisch geprägt ist ("Zeit ist Geld"), zeigen Australier zwar ein ähnliches Zeitverständnis, sind jedoch in ihrer Umsetzung deutlich gelassener und pragmatischer.
Sie ist ein zentraler Bestandteil der australischen Gesellschaft und Unternehmenskultur, der zwischenmenschliche Solidarität und informelle Beziehungen über starre Hierarchien stellt.
Das Grillen von Fleisch hat in Australien eine hohe soziale Bedeutung und dient als wichtiges Forum für das gesellschaftliche Zusammenkommen, was bei der Produkt- und Kommunikationspolitik berücksichtigt werden muss.
Es ist die empfohlene Strategie, bei der Marketingprozesse weitgehend standardisiert werden, während die inhaltliche Ausgestaltung an die spezifischen kulturellen Gegebenheiten des australischen Marktes angepasst wird.
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