Bachelorarbeit, 2007
43 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Kultur
2.1 Einordnung der Kultur in die mentale Programmierung des Menschen
2.2 Die vier Tiefenebenen der Verfestigung der Kultur und kulturelle Ebenen
3 Nationale Kulturen
3.1 Kennzeichnung nationaler Kulturen
3.2 Soziale Ungleichheit und Machtdistanz
3.3 Individualismus
3.4 Maskulinität und Femininität
3.5 Unsicherheitsvermeidung
3.6 Zeitorientierung
4 Einstellungen zu Unternehmensgründungen
4.1 Elemente der Gründungseinstellung
4.2 Einschätzung der eigenen Gründungsfähigkeit
4.3 Einschätzung der Möglichkeiten zur Unternehmensgründung
4.4 Individuelle Risikoaversion
5 Vergleich von Kulturen und Gründungseinstellungen anhand nationaler Beispiele
5.1 Datenbasis der Determinanten für die Ermittlung gründungsbezogener Einstellungen
5.2 Datenbasis der Kulturdimensionen
5.3 Machtdistanz und Einstellungen zu Unternehmensgründungen
5.4 Individualismus und Einstellungen zu Unternehmensgründungen
5.5 Maskulinität und Einstellungen zu Unternehmensgründungen
5.6 Unsicherheitsvermeidung und Einstellungen zu Unternehmensgründungen
5.7 Zeitorientierung und Einstellungen zu Unternehmensgründungen
6 Fazit
Diese Arbeit untersucht die Forschungsfrage, inwieweit die Einstellungen zu Unternehmensgründungen kulturellen Einflüssen unterliegen. Hierzu werden zunächst der Kulturbegriff und die Theorie der nationalen Kulturdimensionen nach Hofstede erläutert und anschließend mit empirischen Daten des Global Entrepreneurship Monitor (GEM) in Beziehung gesetzt, um Hypothesen über den Einfluss der Kultur auf das Gründungsverhalten abzuleiten.
3.3 Individualismus
Eine fundamentale Frage menschlicher Gesellschaften ist, welchen Stellenwert das Individuum gegenüber der Gruppe hat. In den meisten Gesellschaften ist das Interesse der Gruppe dem Interesse des Individuums übergeordnet. Hofstede bezeichnet diese Gesellschaften als kollektivistisch (ohne eine politische Wertung des Wortes vorzunehmen). Die erste und wichtigste Gruppe, die ein Mensch kennenlernt, ist die Familie. Zu ihr gehören neben den Eltern und Geschwistern auch die Großeltern, Onkel, Tanten und andere mit im Haushalt lebende Menschen. Man nennt dies auch „Wir-Gruppe“. Im Gegensatz hierzu sind alle anderen Menschen einer Gesellschaft Mitglieder von „Sie-Gruppen“, von denen es viele gibt.
Familienstrukturen sind in unterschiedlichen Gesellschaften verschieden. In kollektivistischen Kulturen dominiert die Großfamilie. Sie gilt als Ort der Sicherheit. Aus diesem Grund schuldet der Einzelne seiner „Wir-Gruppe“ sein Leben lang bedingungslose Loyalität. Hier werden auch andere soziale Kontakte wie zu Ehepartnern oder Freunden nicht selbst ausgewählt, sondern durch die Familie bestimmt und das Umfeld somit festgelegt. Bricht das Individuum mit der Familie oder folgt es nicht deren Entscheidungen, so ist dies eines der schlimmsten Vergehen.
Das Gegenteil zu kollektivistischen sind individualistische Gesellschaften. Sie sind auf der Welt in der Minderheit. In ihnen haben die Interessen des Individuums Vorrang vor denen der Gruppe. Es dominiert die Familienstruktur der Kernfamilie. Dies bedeutet, daß der heimische Familienverbund meist lediglich aus den Eltern und den Kindern besteht und der Rest der Familie ortsabwesend ist und daher nur selten gesehen wird. In diesen Gesellschaften werden Kinder so erzogen, daß sie in der Lage sind, sich später eigenständig zu versorgen. Ist dies erreicht, wird erwartet, daß das Kind das Elternhaus verläßt.
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, dass in Deutschland zu wenig Unternehmen gegründet werden und die Untersuchung kultureller Einflussfaktoren auf diese Gründungsentscheidungen.
2 Kultur: Theoretische Herleitung des Kulturbegriffs als mentale Programmierung nach Geert Hofstede und Darstellung der Tiefenebenen der Kultur.
3 Nationale Kulturen: Definition und Erläuterung der fünf kulturellen Dimensionen nach Hofstede: Machtdistanz, Individualismus, Maskulinität/Femininität, Unsicherheitsvermeidung und Zeitorientierung.
4 Einstellungen zu Unternehmensgründungen: Analyse der Einflussfaktoren auf Gründungsentscheidungen wie Gründungsfähigkeit, Chancenwahrnehmung und Risikoaversion basierend auf Daten des Global Entrepreneurship Monitor.
5 Vergleich von Kulturen und Gründungseinstellungen anhand nationaler Beispiele: Empirische Gegenüberstellung der Kulturdimensionen mit den Gründungsdaten der untersuchten Länder zur Identifikation von Einflussmustern.
6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, welche einen deutlichen Einfluss der Kultur auf die Einstellungen zu Unternehmensgründungen nahelegen.
Kultur, Nationale Kulturen, Geert Hofstede, Global Entrepreneurship Monitor, Unternehmensgründung, Gründungsfähigkeit, Gründungschancen, Risikoaversion, Machtdistanz, Individualismus, Kollektivismus, Maskulinität, Unsicherheitsvermeidung, Zeitorientierung, Mentale Programmierung.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen nationalen kulturellen Prägungen und den Einstellungen der Menschen zu unternehmerischen Gründungen.
Zentral sind der Kulturbegriff nach Hofstede, die fünf nationalen Kulturdimensionen sowie die Determinanten für gründungsbezogene Einstellungen wie Risikoaversion und Gründungsfähigkeit.
Das Ziel ist es, Hypothesen darüber zu bilden und zu prüfen, inwieweit kulturelle Einflüsse erklären können, warum die Gründungsneigung und die Einschätzung von Chancen international variieren.
Es wird eine deskriptive vergleichende Analyse durchgeführt, bei der Indexwerte der Kulturdimensionen mit empirischen Daten zu Gründungsattitüden des Global Entrepreneurship Monitor (GEM) grafisch gegenübergestellt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Kulturbegriffs, die Vorstellung der fünf Kulturdimensionen, die Analyse der Determinanten von Gründungseinstellungen und einen anschließenden Ländervergleich.
Wichtige Begriffe sind Kulturdimensionen, Unternehmertum, Risikoaversion, mentale Programmierung und der Global Entrepreneurship Monitor (GEM).
Der GEM dient als zentrale Datenquelle, um empirische Werte für die Gründungsfähigkeit, Gründungschancen und Risikoaversion in verschiedenen Ländern über einen Zeitverlauf zu erhalten.
China liefert aufgrund seines extremen wirtschaftlichen Umbruchs oft statistische Ausreißer in den Modellen, was bei der Interpretation der Kurvenverläufe besonders berücksichtigt werden muss.
Die Untersuchung deutet darauf hin, dass ein sehr hoher Grad an Machtdistanz mit einer eher negativen Einschätzung der eigenen Gründungsfähigkeit einhergeht.
Während die Risikoaversion durch Faktoren wie das Alter beeinflusst wird, zeigt die Arbeit, dass ein direkter Einfluss der Kulturdimensionen auf die Risikoaversion weniger stark ausgeprägt ist als auf die Einschätzung der Gründungsfähigkeit.
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