Diplomarbeit, 2007
118 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Zielsetzung
2. Gotland: ein geographischer Überblick
2.1 Lage
2.2 Geologische Entstehung
2.3 Klima
2.4 Relief
2.5 Böden
2.6 Vegetation und Landnutzung
3. Die Küstentypen Gotlands
3.1 Sandküsten
3.2 Geröll- oder Steinküsten
3.3 Fels- oder Steilküsten – sog. „klinter“
3.4 Raukküsten – sog. „raukvält“
4. Methodik
4.1 Datengrundlagen
4.1.1 Fotomaterial
4.1.2 Orthographische Luftbilder
4.1.3 Satellitenbilder
4.2 Georeferenzierung der Luftbilder
4.3 Geländekartierung ausgewählter Küstenabschnitte
4.4 Erstellen der Landnutzungskarten mit Hilfe von ArcView GIS
5. Untersuchungsgebiete
5.1 Untersuchungsgebiet I: Langhammars, Fårö
5.2 Untersuchungsgebiet II: Holmudden, Fårö
5.3 Untersuchungsgebiet III: Hoburgen
5.4 Untersuchungsgebiet IV: Holmhällar, Heligholmen
6. Landnutzungsanalyse
6.1 Klassifikationssysteme
6.1.1 Schwedische Klassifikation – land classes, land use classes
6.1.2 Europäische Klassifikation – CORINE Landcover 2000
6.1.3 Modifizierte Klassifikation der CLC2000 für Gotland
6.2 Landnutzung der Küstenregionen 1980
6.3 Landnutzung der Küstenregionen 2007
6.4 Vergleich der Landnutzung 1980 vs. 2007
6.5 Interpretation der Ergebnisse
7. Schlussfolgerungen
Die Diplomarbeit zielt darauf ab, Veränderungen der Landnutzung und Bodenbedeckung an vier ausgewählten Küstenabschnitten Gotlands im Zeitraum von 1980 bis 2007 zu analysieren. Dabei wird untersucht, wie anthropogene Einflüsse sowie natürliche Sukzessionsprozesse das Landschaftsbild verändern, wobei ein GIS-gestütztes Verfahren auf Basis von Luftbildern und Geländekartierung Anwendung findet.
2.2 GEOLOGISCHE ENTSTEHUNG
Die Entstehung der oberflächennahen Gesteine Gotlands setzte vor 440 Millionen Jahren im Erdzeitalter des Paläozoikums (545-358 Mio. J. v. h.), mit Beginn der Periode des Silur (440-400 Mio. J. v. h.), am Äquator ein. In dem sog. Ur-Meer, einem warmen, tropischen Flachmeer, wo die Wassertemperatur nicht unter 20° Celsius sank, entwickelte sich eine artenreiche Fauna (BAESSLER & BAESSLER 1990), die entscheidend zur Gesteinsbildung beitrug. Diese Organismen, Kleinstlebewesen bzw. deren kalkhaltigen Überreste und aus dem Wasser ausgefällter Kalk sanken zum Meeresgrund und bildeten im Laufe der Jahrmillionen die heutige 450 m hohe Sedimentabfolge, den Kern Gotlands. „Der ungeheure Eigendruck presste diese Ablagerungen fest zusammen: Kalkstein entstand.“ (SCHARNWEBER 2005: 13)
Der tiefere Untergrund Gotlands wurde bereits im Kambrium (545-495 Mio. J. v. h.) und im darauf folgenden Ordovizium (495-440 Mio. J. v. h.) gebildet. Kambrische und silurische Gesteine treten im Nordwesten Gotlands an die rezente Oberfläche. Auf ihnen entstand im Silur eine über 600 m mächtige Folge aus Kalken. Die Geologische Karte des Ostseeraumes (Abb. 5) belegt, dass Schweden auf dem „Baltischen Schild“ liegt und weit älter als die „Osteuropäische Tafel“ (Bildung im Devon), Öland (Bildung im Kambrium und Ordovizium) oder Gotland (Bildung hauptsächlich im Silur) ist.
1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung von Küsten als sensible Ökosysteme und Vorstellung des Ziels der Arbeit, Veränderungen der Landnutzung auf Gotland exemplarisch zu untersuchen.
2. Gotland: ein geographischer Überblick: Umfassender physisch-geographischer Überblick über Lage, geologische Entstehung, Klima, Relief, Bodenbildung sowie Vegetation und Landnutzung der Insel.
3. Die Küstentypen Gotlands: Definition und Differenzierung der Küstentypen auf Gotland, unterteilt in Sand-, Geröll-, Fels- und Raukküsten, sowie deren Bedeutung für die Landnutzung.
4. Methodik: Beschreibung des dreiphasigen methodischen Vorgehens bestehend aus Datenaufnahme, Kartendigitalisierung mittels GIS und Vergleich der Landnutzungsdaten von 1980 und 2007.
5. Untersuchungsgebiete: Vorstellung der vier ausgewählten Küstenregionen (Langhammars, Holmudden, Hoburgen, Holmhällar), die exemplarisch für die Landnutzungsanalyse stehen.
6. Landnutzungsanalyse: Bewertung verschiedener Klassifikationssysteme, detaillierte Auswertung der Flächenveränderungen zwischen 1980 und 2007 in den Untersuchungsgebieten und Interpretation der Ergebnisse.
7. Schlussfolgerungen: Zusammenfassende Reflexion über die Eignung der gewählten Kartiermethoden sowie Empfehlungen zur Verbesserung der CORINE Landcover-Klassifizierung für spezifische Landschaftsräume.
Gotland, Landnutzungsanalyse, GIS, Fernerkundung, Küstengeographie, CORINE Landcover, Landschaftswandel, Sukzession, Geomorphologie, Bodenkunde, Raukfelder, Naturschutz, Luftbildinterpretation, Küstentypen, Silur.
Die Diplomarbeit untersucht den Wandel der Landnutzung und Bodenbedeckung an ausgewählten Küstenabschnitten der schwedischen Insel Gotland im Zeitraum von 1980 bis 2007.
Zentrale Themen sind die geographische Einordnung Gotlands, die Dynamik der Küstenformen, die Anwendung von Klassifikationssystemen in Geoinformationssystemen (GIS) und die Analyse von anthropogenen sowie natürlichen Landschaftsveränderungen.
Das Hauptziel ist die quantitative und qualitative Erfassung der Veränderungen von Flächengröße und Nutzung in vier spezifischen Untersuchungsgebieten über 27 Jahre hinweg, um so Rückschlüsse auf die allgemeine Landschaftsentwicklung zu ziehen.
Es kommen die Fernerkundung und visuelle Bildauswertung historischer Luftbilder (1980) zum Einsatz, die mit einer eigenen Geländekartierung (2007) verifiziert und in einem GIS (ArcView 3.2) analysiert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende physisch-geographische Analyse Gotlands, die Definition der Küstentypen, die methodische Herleitung der Landnutzungskarten sowie die detaillierte Darstellung und Interpretation der Veränderungsstatistiken der gewählten Gebiete.
Die wichtigsten Schlagworte sind Gotland, Landnutzungsanalyse, GIS, Fernerkundung, Küstenformen, CORINE Landcover, natürliche Sukzession und anthropogene Landschaftsveränderungen.
Raukfelder stellen auf Gotland durch ihre geologische Entstehung aus Kalksäulen eine Besonderheit dar. Aufgrund ihrer touristischen Bedeutung und ihres besonderen Schutzcharakters wurden sie in dieser Arbeit als eigenständiger Küstentyp definiert.
Das Standard-Klassifizierungssystem CORINE Landcover war für die kleinteilige, spezifisch gotländische Landschaft (wie etwa die "lövang" oder Hällmark-Gebiete) zu grob. Daher wurde es erweitert und für die lokale Kartierung der Küstenregionen angepasst.
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