Masterarbeit, 2018
171 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Literaturrecherche
3. Die Textanalyse als Methode
4. Die Entwicklung des Berufsfeldes Praxisanleitung
5. Grundlagen der fallorientierten Didaktik
5.1 Fallarten und die Typologie von Fallmethoden
5.2 Problemlösungsorientierte Verfahren
5.2.1 Die Fallmethode
5.2.2 Das Einzelfallprojekt
5.3 Hermeneutisch ausgerichtete Verfahren
5.3.1 Der Falldialog
5.3.2 Die Fallarbeit
6. Normative und didaktische Argumentationslinie
6.1 Normative Rahmenbedingungen
6.2 Die Perspektive der Erwachsenenbildung
7. Zuständigkeitsbereich des Praxisanleiters
7.1 Das Aufgabenfeld von Praxisanleitern des Pflegeberufes
7.2 Kompetenzbereiche im Kontext Praxisanleiterweiterbildung
8. Die konstitutiven Elemente einer Lehr-Lern-Situation
8.1 Der systemische Ansatz als Rahmen einer Lehr-Lern-Situation
8.2 Der innere Systemkreis einer Lehr-Lern-Situation
8.2.1 Der Anleitungsanlass
8.2.2 Erleben und Verarbeiten
8.2.3 Interaktionsstrukturen
8.2.4 Der Lernort Praxis und der Lehr-Lern-Prozess
9. Falldidaktik im Kontext Praxisanleiterweiterbildung
10. Konzeption einer Fallsammlung für die Praxisanleiterweiterbildung
10.1 Das Verfahren der Fallerhebung
10.2 Entwicklung der Analysekriterien
10.2.1 Analysekriterien als Grundlage der didaktischen Aufbereitung
11. Eine Fallsammlung für die Weiterbildung zum Praxisanleiter
11.1 Exemplarische Analyse einer dokumentierten Fallbeschreibung
11.1.1 Falldokument 1.0
11.1.2 Fallbezogene Analyse
11.1.3 Analyse didaktischer Potentiale
11.2 Fälle mit problemlösungsorientierter Zielausrichtung
11.2.1 Der Lernwunsch
11.2.2 Ein Zwischenfall
11.2.3 (K)ein guter Tag zum Anleiten
11.2.4 Konkrete Anweisungen
11.3 Fälle mit hermeneutischer Zielausrichtung
11.3.1 Der Lernwunsch (Variante 2)
11.3.2 Das Zimmer
11.3.3 Die Praxisanleiterin
12. Kritische Reflexion des Arbeitsprozesses
13. Für alle Fälle? Potentiale und Grenzen dieser Arbeit
Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung didaktischer Lehrmaterialien auf Basis der Falldidaktik für die Weiterbildung von Praxisanleitern in der Pflege, um eine theoriegestützte und adressatenorientierte Ausbildung trotz herausfordernder Rahmenbedingungen zu ermöglichen.
1. Einleitung
Im Rahmen meiner Tätigkeit als Dozentin der Praxisanleiterweiterbildung beschäftigte ich mich intensiv mit der Frage, wie sich Unterricht für diesen Lehrgang adressatengerecht und handlungsorientiert umsetzen lässt. Um die praktische Begleitung von Auszubildenden des Pflegeberufes übernehmen zu können, bedarf es umfassender berufspädagogischer Kenntnisse und Fertigkeiten, die zuständige Fachkräfte in einem kurzen Zeitraum von 200 Lehrstunden erlangen müssen (vgl. §2 Abs. 2 KrPflAPrV). Dies erfordert einen inhaltlich begründeten Unterricht, der sich an der Wirklichkeit von Praxisanleitern orientiert sowie ein exemplarisches Lernen ermöglicht.
Im Prozess der didaktischen Vorklärung führte ich verschiedene Recherchen durch, um Anregungen für relevante Themenbereiche und methodische Vorgehensweisen zu erhalten. Dabei wurde deutlich, dass keinerlei Literatur vorliegt, die sich an Dozenten der Praxisanleiterweiterbildung richtet oder sich mit der Lehrgangsgestaltung auseinandersetzt. Diese Tatsache scheint insbesondere dann verwunderlich, wenn man sich mit der zentralen Bedeutung von Praxisanleitern im Kontext der pflegerischen Grundausbildung beschäftigt.
Im Zuge demografischer Veränderungen und des Fachkräftemangels steigen die Anforderungen an Pflegekräfte kontinuierlich an (vgl. Kersting 2014: 486f.). Um auch in Zukunft die professionelle Versorgung von pflegebedürftigen Personen gewährleisten zu können, ist eine qualitativ hochwertige Grundausbildung somit unerlässlich. Praxisanleitern kommt dabei eine besonders verantwortungsvolle Rolle zu: Sie sind die Lehrkräfte der Praxis, die mannigfache Aufgaben übernehmen und als Bindeglied zwischen theoretischem und praktischem Lernort fungieren (vgl. Schewior-Popp 2011: 6ff.). Um diese Tätigkeiten adäquat ausführen zu können, benötigen sie neben pflegerischer Fachexpertise auch umfassende pädagogische Fähigkeiten. Die Weiterbildung soll angehende Praxisanleiter befähigen, Auszubildende trotz schwieriger Arbeitsbedingungen individuell, kompetenzorientiert und ganzheitlich zu begleiten. Vor diesem Hintergrund erscheint es notwendig, didaktisch-begründetes Unterrichtsmaterial einzusetzen, das durch einen hohen Praxisbezug die Interessen der Teilnehmer aufgreift und der Vorbereitung auf das zukünftige Handlungsfeld dient.
1. Einleitung: Die Autorin begründet die Notwendigkeit der Arbeit aufgrund fehlender didaktischer Literatur für Dozenten der Praxisanleiterweiterbildung und führt die Falldidaktik als zielführenden Ansatz ein.
2. Literaturrecherche: Es wird dargelegt, dass trotz systematischer Suche keine spezifische Literatur für die Gestaltung dieser Weiterbildung existiert, was die Notwendigkeit der vorliegenden Masterthesis unterstreicht.
3. Die Textanalyse als Methode: Der theoretische Rahmen für die Arbeit wird durch die hermeneutische Textanalyse auf Basis von Klafki und dem hermeneutischen Zirkel nach Kron definiert.
4. Die Entwicklung des Berufsfeldes Praxisanleitung: Das Kapitel zeichnet die historische Entwicklung und die steigenden berufspädagogischen Anforderungen an Praxisanleiter nach, von der fehlenden gesetzlichen Vorgabe bis zur verpflichtenden Weiterbildung.
5. Grundlagen der fallorientierten Didaktik: Hier werden zentrale Begriffe definiert und eine Typologie von Fallarten (Störfall, Exemplum, Problemfall, paradigmatischer Fall, Narrativ) sowie methodische Vorgehensweisen (Fallmethode, Einzelfallprojekt, Falldialog, Fallarbeit) erläutert.
6. Normative und didaktische Argumentationslinie: Es wird analysiert, inwieweit normative Vorgaben und Prinzipien der Erwachsenenbildung nach Kaiser den Einsatz fallbezogener Lehre in der Praxisanleiterweiterbildung legitimieren.
7. Zuständigkeitsbereich des Praxisanleiters: Basierend auf dem Aufgabenfeld werden erforderliche Kompetenzen (Fach-, Methoden-, Personal- und Sozialkompetenz) für Praxisanleiter abgeleitet, die in der Weiterbildung gefördert werden sollen.
8. Die konstitutiven Elemente einer Lehr-Lern-Situation: Auf Basis des systemischen Ansatzes von Hundenborn et al. werden Anleitungsanlass, Erleben und Verarbeiten, Interaktionsstrukturen, Lernort Praxis und Lehr-Lern-Prozess als zentrale Elemente analysiert.
9. Falldidaktik im Kontext Praxisanleiterweiterbildung: Die vorangegangenen theoretischen Analysen werden zusammengeführt und die Eignung der Falldidaktik für die berufspädagogische Weiterbildung bekräftigt.
10. Konzeption einer Fallsammlung für die Praxisanleiterweiterbildung: Das methodische Vorgehen zur Fallerhebung und die Entwicklung der Analysekriterien für die didaktische Aufbereitung werden detailliert beschrieben.
11. Eine Fallsammlung für die Weiterbildung zum Praxisanleiter: Das Kernkapitel enthält dokumentierte Praxisfälle, deren Analyse und didaktische Kommentare für den Einsatz in der Weiterbildung.
12. Kritische Reflexion des Arbeitsprozesses: Die Autorin reflektiert die Herausforderungen der Literaturrecherche, der Fallakquise und der kriteriengeleiteten Analyse im Kontext der Masterthesis.
13. Für alle Fälle? Potentiale und Grenzen dieser Arbeit: Eine abschließende Bewertung zeigt die Bedeutung der Arbeit auf und gibt Empfehlungen für die praktische Umsetzung und Weiterentwicklung des Lehrmaterials.
Praxisanleitung, Pflegeausbildung, Falldidaktik, Fallmethode, berufspädagogische Weiterbildung, Erwachsenenbildung, Handlungskompetenz, Lehr-Lern-Situation, systemischer Ansatz, Fallerhebung, didaktische Aufbereitung, Praxisfälle, Reflexivität, Pflegepädagogik, Kompetenzförderung
Die Arbeit entwickelt fallorientiertes Unterrichtsmaterial für die berufspädagogische Weiterbildung von Praxisanleitern in der Pflege, da es für diesen Bereich bisher kaum spezifische Lehrmaterialien gibt.
Neben den theoretischen Grundlagen der Falldidaktik und Erwachsenenbildung werden das Anforderungsprofil und der Zuständigkeitsbereich von Praxisanleitern sowie die konstitutiven Elemente einer Anleitsituation detailliert analysiert.
Ziel ist es, Handlungskompetenzen angehender Praxisanleiter durch eine theoriegestützte und adressatenorientierte Fallsammlung gezielt zu fördern und Anregungen für eine methodisch variable Unterrichtsgestaltung zu geben.
Die Arbeit basiert auf einer deduktiven theoretischen Erarbeitung mittels hermeneutischer Textanalyse sowie einer induktiven Entwicklung einer Fallsammlung durch die Erhebung realer Praxiserfahrungen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Analyse der Falldidaktik und des Anleiterberufs sowie einen umfangreichen Praxisteil, der acht erhobene Fälle inklusive didaktischer Analysen und Dozentenleitfäden enthält.
Besonders relevant sind die Konzepte "Falldidaktik", "Lehr-Lern-Situation" (im systemischen Ansatz) sowie die vier verschiedenen Fall-Methoden: Fallmethode, Einzelfallprojekt, Falldialog und Fallarbeit.
Der Altersunterschied wird in den Fällen als zentraler Faktor für Rollenkonflikte identifiziert, da er sowohl die Beziehungsgestaltung als auch die wahrgenommene Autorität und Weisungsbefugnis beeinflusst.
In den Fällen dient die Patientenverfügung als ethisches und rechtliches Spannungsfeld, das den Praxisanleiter vor die Herausforderung stellt, zwischen individuellem Lehrauftrag, Patientenwohl und rechtlichen Rahmenbedingungen zu entscheiden.
Die Methode eignet sich hier besonders, um das Verhalten der Praxisanleiterin in einer akuten Stresssituation retrospektiv zu reflektieren und kritisch zu hinterfragen, da die Perspektive der Auszubildenden eine starke emotionale Belastung widerspiegelt.
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