Diplomarbeit, 2008
99 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
2. DEFINITION, URSACHEN UND ENTWICKLUNG DER JUGENDARBEITSLOSIGKEIT
3. DIE LAGE AUF DEM ARBEITSMARKT FÜR JUGENDLICHE, GESELLSCHAFTLICHE UND INDIVIDUELLE UMGANGSWEISEN
3.1. Zur Situation der Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt
3.2. Individuelle Haltungen und Bewältigungsmuster arbeitsloser Jugendlicher
3.3. Negative gesellschaftliche Umgangsweisen mit der Jugendarbeitslosigkeit
3.4. Zusammenfassung
4. PSYCHISCHE, PSYCHOSOZIALE UND ÖKONOMISCHE BELASTUNGEN VON ARBEITSLOSEN JUGENDLICHEN
4.1. Problematik der Identitätsbildung und Sozialisation
4.2. Zukunftsungewissheit und –angst
4.3. Finanzielle Belastungen
4.4. Spannungen in der Familie
4.5. Zur problematischen Situation sozialer Kontakte
4.6. Zerfall der Zeitstruktur
4.7. Spezifische psychosoziale Belastungen arbeitsloser Mädchen
4.8. Zusammenfassung
5. METHODIK
5.1. Das problemzentrierte Interview
5.2. Auswahl und Beschreibung der Stichprobe
5.3. Durchführung und Bewertung der Interviews
6. EINZELFALLANANLYSEN UND FALLVERGLEICHE
6.1. Kurzbeschreibung der Erwerbsbiographien und vergleichende Darstellung der ökonomischen und psychosozialen Belastungsproblematik
6.1.1. Kurzbeschreibung der Erwerbsbiographien
6.1.2. Finanzielle Belastungssituation
6.1.3. Belastung und Entlastung durch die Familie
6.1.4. Belastung und Entlastung durch den Freundes- und Bekanntenkreis
6.1.5. Veränderung oder Aufrechterhaltung der Zeitstruktur
6.2. Vergleichende Betrachtung des subjektiven Belastungsempfindens, der Handlungs- und Orientierungsmuster
6.2.1. Subjektives Belastungsempfinden und Handlungsmuster aufgrund der finanziellen Situation
6.2.2. Subjektives Belastungsempfinden und Handlungsmuster aufgrund von Autonomiebestrebungen
6.2.3. Subjektives Belastungsempfinden und Handlungsmuster im Rahmen sozialer Kontakte
6.2.4. Einfluss individueller Bedeutungszuschreibungen und Ängste
6.2.5. Orientierungsmuster
7. HANDLUNGMÖGLICHKEITEN ZUR REDUZIERUNG DER PSYCHOSOZIALEN BELASTUNGEN
8. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Die Arbeit untersucht die psychosozialen Belastungen sowie die individuellen Orientierungsmuster arbeitsloser junger Frauen. Ziel ist es, durch eine qualitative Studie ein tiefgreifendes Verständnis für die Bewältigungsstrategien und die Lebenssituation dieser Personengruppe zu gewinnen und pädagogische Handlungsmöglichkeiten abzuleiten.
4.1. Problematik der Identitätsbildung und Sozialisation
Ohne Erwerbstätigkeit haben Jugendliche kaum eine Möglichkeit sich selbst als nützlich, wertvoll und „wirkend“ zu erfahren oder Identität und Status sowie eine materielle Lebensgrundlage zu erwerben und soziale Erfahrungen zu machen. Ihnen fehlt auch die Chance, sich mit der Arbeitswelt auseinanderzusetzen bzw. zu ihr Stellung zu beziehen und im Zusammenhang mit dem Arbeitsleben ihre Zeit sinnvoll zu strukturieren. Arbeit vermittelt deshalb besonders für Jugendliche kaum ersetzbare Grunderfahrungen im Hinblick auf eigene Möglichkeiten und Begrenztheiten, Autonomie und Abhängigkeit, Kompetenz und Selbstbild (Oerter, 1998).
Das Identitätskonzept wurde besonders durch Goffman (1999) weiterentwickelt, er unterscheidet zwischen der sozialen, persönlichen und Ich-Identität, wobei die Ich-Identität nur subjektiv erfahrbar ist. Die soziale und persönliche Identität werden dem Individuum dagegen durch seine Interaktionspartner zugeschrieben, aber beide sind widersprüchlich: Die soziale Identität hat den Charakter normativer Erwartungen (sich den allgemeinen Erwartungen unterzuordnen, so zu sein wie andere etc.), wobei ein von der Norm abweichendes Verhalten Stigmatisierung zur Folge hat; die persönliche Identität verlangt die Einzigartigkeit eines Individuums (sich von anderen zu unterscheiden, so zu sein wie kein anderer, eine einzigartige Biographie zu haben etc.), wobei eine Abkehr davon ein entpersönlichtes und verdinglichtes Aufgehen in Rollenzusammenhängen darstellt. Erst durch eine Auseinandersetzung – dem Widerstand oder Akzeptieren der einen oder anderen Identität – kann sich als subjektive Reaktion die Ich-Identität entwickeln (vgl. auch Erikson, 1971).
1. EINLEITUNG: Darstellung der Problemstellung und Relevanz der Untersuchung von Jugendarbeitslosigkeit im Kontext gesellschaftlicher Modernisierung.
2. DEFINITION, URSACHEN UND ENTWICKLUNG DER JUGENDARBEITSLOSIGKEIT: Definition von Arbeitslosigkeit nach dem SGB III und Analyse soziologischer sowie struktureller Erklärungsansätze für Jugendarbeitslosigkeit.
3. DIE LAGE AUF DEM ARBEITSMARKT FÜR JUGENDLICHE, GESELLSCHAFTLICHE UND INDIVIDUELLE UMGANGSWEISEN: Analyse der Arbeitsmarktperspektiven für Jugendliche und der gesellschaftlichen Mechanismen der Bagatellisierung und Individualisierung von Arbeitslosigkeit.
4. PSYCHISCHE, PSYCHOSOZIALE UND ÖKONOMISCHE BELASTUNGEN VON ARBEITSLOSEN JUGENDLICHEN: Untersuchung der Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf Identität, finanzielle Situation, familiäre Spannungen, soziale Kontakte und Zeitstrukturen.
5. METHODIK: Darstellung des problemzentrierten Interviews als Forschungsansatz und Beschreibung der Stichprobenwahl.
6. EINZELFALLANANLYSEN UND FALLVERGLEICHE: Empirische Auswertung der Interviews hinsichtlich Erwerbsbiographien, finanzieller Belastungen sowie Bewältigungs- und Orientierungsmustern.
7. HANDLUNGMÖGLICHKEITEN ZUR REDUZIERUNG DER PSYCHOSOZIALEN BELASTUNGEN: Entwicklung pädagogischer Interventionsebenen unter Einbezug klientenzentrierter Therapieansätze.
8. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Synopse der Ergebnisse und Forderung nach weiterer Forschung im Bereich der geschlechtssensiblen Gesundheitsforschung.
Jugendarbeitslosigkeit, psychosoziale Belastung, Identitätsbildung, qualitative Studie, problemzentriertes Interview, Sozialisation, Arbeitsmarkt, finanzielle Deprivation, Bewältigungsmuster, Orientierungsmuster, Lebensplanung, soziale Isolation, Zeitstruktur, Sozialpädagogik, Geschlechtsspezifische Benachteiligung.
Die Diplomarbeit untersucht die psychosozialen Belastungen, denen arbeitslose Mädchen und junge Frauen im Jugendalter ausgesetzt sind, und analysiert, wie diese ihre individuelle Identitätsentwicklung beeinflussen.
Im Zentrum stehen die psychischen Folgen von Arbeitslosigkeit, der Einfluss finanzieller Knappheit, Konflikte im familiären Umfeld sowie die Veränderung sozialer Kontakte und Zeitstrukturen durch fehlende Erwerbsarbeit.
Das Hauptziel ist es, durch die Erhebung und Auswertung individueller Lebensgeschichten ein tieferes Verständnis für das subjektive Erleben von arbeitslosen jungen Frauen zu entwickeln und daraus sozialpädagogische Interventionsstrategien abzuleiten.
Die Arbeit basiert auf einer qualitativen Untersuchung. Als zentrale Methode dient das problemzentrierte Interview, um das subjektive Erleben, die Handlungsbegründungen und die Situationsdeutungen der befragten Frauen detailliert zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Diskurs über die Belastungsfaktoren von arbeitslosen Jugendlichen und einen empirischen Teil, in dem Einzelfallanalysen und Fallvergleiche die individuellen Belastungsmuster kontrastierend darstellen.
Die wichtigsten Schlagworte sind: Jugendarbeitslosigkeit, psychosoziale Belastung, qualitative Sozialforschung, Identitätsfindung, Bewältigungsstrategien und sozialpädagogische Intervention.
Die Familie fungiert oft als ambivalenter Ort: Sie kann einerseits durch materielle und emotionale Unterstützung entlasten, andererseits führen finanzielle Abhängigkeit und mangelndes Verständnis häufig zu Spannungen und verstärken das Gefühl der persönlichen Niederlage.
Die Autorin identifiziert diverse Orientierungsmuster, darunter eine starke Berufs- oder Familienorientierung, eine ökonomische Ausrichtung oder eine verstärkte Orientierung an sozialen Kontakten, wobei sich diese Muster je nach individueller Lebensgeschichte stark unterscheiden können.
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