Examensarbeit, 2007
87 Seiten, Note: 1,0
1 Einführung und wissenschaftliche Fragestellung
1.1 Annäherung an das Thema
1.2 Wissenschaftliche Fragestellung
1.3 Probleme der Empirie
1.4 Aufbau der Arbeit
2 Zur gesellschaftlichen Konstruktion von Geschlecht
2.1 Einleitung
2.2 Vier aktuelle Diskurse
2.2.1 Gleichheitsdiskurs
2.2.2 Ontologisierung
2.2.3 Androgynitätskonzepte
2.2.3.1 Bisexualitätskonzept
2.2.3.2 Morphologisches Konzept
2.2.4 Post-Feminismus
2.2.4.1 Ethnomethodologischer Konstruktivismus
2.2.4.2 Dekonstruktion
2.3 Diskurse und Differenz in der Erziehungswissenschaft
3 Zur biologischen Konstruktion von Geschlecht
3.1 Einleitung
3.1.1 Biologische Determinierungen von Geschlecht
3.1.2 »Formen« und »Häufigkeit«
3.2 Intersexualität in der Medizin
3.2.1 Geschichte
3.2.2 Aktuelle Forschungen und Vorgehensweisen
3.2.2.1 Der eine Weg: Pränatale Diagnostik und die Behandlung mit DEX
3.2.2.2 Der andere Weg: Sanfte Methoden
3.3 Intersexualität in der Gesellschaft
3.3.1 Schwierigkeiten eines intersexuellen Aufwachsens
3.3.2 Schwierigkeiten eines intersexuellen Lebens
3.4 Zur Gültigkeit des binären Geschlechts
3.5 Lösungswege und Forderungen
4 Zur sprachlichen Konstruktion von Geschlecht
4.1 Einleitung
4.1.1 Vielfalt der Ansätze
4.1.2 Systematische Unterscheidung: Sprachsystem und Sprachgebrauch
4.2 Männliche Dominanz in der deutschen Sprache?
4.2.1 Antwort: Nein, im Sprachsystem
4.2.2 Antwort: Ja, im Sprachgebrauch
4.2.3 Das Indefinitpronomen »man«
4.3 Die Bedeutung der Sprache in der schulischen Arbeit
4.4 Sprache und Intersexualität
5 Gender in der Schule
5.1 Einleitung
5.2 Begriffserklärungen: »Gender Mainstreaming«, »Gendersensible Pädagogik«
5.3 Gender Mainstreaming in der Schule
5.3.1 Strukturelle Genderarbeit
5.3.2 Erzeugung von Geschlecht im Unterricht
5.4 Intersexualität in der Schule
6 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit das binäre Geschlechtermodell in der heutigen Gesellschaft und Schule noch Gültigkeit beanspruchen kann, indem sie die Perspektive der Intersexualität als kritische Herausforderung für erziehungswissenschaftliche, gesellschaftliche und sprachliche Diskurse integriert und neue Ansätze für eine geschlechtergerechte Pädagogik entwirft.
3.2.1 Geschichte
Aus Gründen des Umfanges können hier nur wesentliche Teile des Umgangs der Medizin mit der Intersexualität erarbeitet werden. Einleitend ergänzt wird diese spezielle Geschichte mit Aspekten der allgemeinen Geschichte der Anerkennung bzw. Nicht-Anerkennung von Intersexuellen. Während das Preußische Landrecht von 1794 durchaus noch uneindeutiges Geschlecht rechtlich respektierte (der Mensch hatte dann das Recht sich mit 18 Jahren für ein Geschlecht seiner Wahl zu entscheiden) versinkt Intersexualität mit der Einführung des BGB um 1900 im rechtlichen Niemandsland (vgl. Jirsak 2006 S.24f). Umfassend erforscht ist die darüber hinausgehende Geschichte der Intersexualität m.W. bislang nicht, allerdings sind sich führende ForscherInnen einig, dass es Intersexualität schon immer gegeben hat. Andernfalls würden kaum Mythen wie die von Hermes und Aphrodite (die Namenspaten des Hermaphrodismus) entstanden sein, argumentieren die ForscherInnen (vgl. Fröhling 2003 S.13). Intersexualität gab es also schon immer und überall, nicht nur beim Menschen. Es ist ein Irrtum, dass Intersexualität, also Zwittrigkeit – so wie es in der Schule gelehrt wird – nur bei machen Schneckenarten vorkommt. Die scheinbar natürliche Einteilung in zwei jeweils eindeutige Geschlechter ist auch bei keiner anderen Tierart gegeben.
1 Einführung und wissenschaftliche Fragestellung: Das Kapitel führt in das Thema ein, definiert die wissenschaftliche Fragestellung und problematisiert die Schwierigkeiten der empirischen Erfassung geschlechtsspezifischer Differenzen.
2 Zur gesellschaftlichen Konstruktion von Geschlecht: Dieser Abschnitt erläutert die Vielfältigkeit erziehungswissenschaftlicher Sichtweisen auf das Geschlechterverhältnis anhand von vier zentralen Diskursen.
3 Zur biologischen Konstruktion von Geschlecht: Hier wird die biologische Determinierung von Geschlecht hinterfragt, die medizinische und gesellschaftliche Behandlung von Intersexualität analysiert und die Gültigkeit des binären Modells diskutiert.
4 Zur sprachlichen Konstruktion von Geschlecht: Das Kapitel befasst sich mit der performativen Rolle der Sprache, untersucht männliche Dominanz im deutschen Sprachsystem und thematisiert die Herausforderungen bei der sprachlichen Inklusion intersexueller Menschen.
5 Gender in der Schule: Es werden Konzepte wie Gender Mainstreaming und gendersensible Pädagogik vorgestellt sowie Möglichkeiten einer praktischen Umsetzung im Unterricht thematisiert.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert eine verstärkte Einbindung der Thematik Intersexualität in den erziehungswissenschaftlichen Kanon sowie eine kritische Hinterfragung binärer Denkmuster.
Geschlecht, Intersexualität, Gender Mainstreaming, gendersensible Pädagogik, soziale Konstruktion, Sprachgebrauch, binäres Geschlechtermodell, Erziehungswissenschaft, Differenzlinien, Diskurs, Identität, Körperlichkeit, Diskriminierung, Machtverhältnisse, Schulentwicklung
Die Arbeit analysiert die „Differenzlinie Geschlecht“ und hinterfragt, wie soziale, biologische und sprachliche Konstruktionen das binäre Verständnis von Geschlecht festigen und welche Auswirkungen dies auf gesellschaftliche Strukturen sowie die Institution Schule hat.
Die zentralen Felder umfassen die soziologische und biologische Dekonstruktion von Geschlecht, den Einfluss von Sprache auf Geschlechterverhältnisse sowie die Implementierung von Gender-Mainstreaming-Ansätzen in pädagogischen Kontexten.
Die Arbeit fragt nach den Ansätzen der Geschlechterforschung, der Rolle der Sprache dabei, neuen Konzepten durch die Anerkennung von Intersexualität und wie eine schulische Genderarbeit aussehen kann, die diese Vielfalt einbindet.
Der Autor arbeitet theoriegeleitet unter Rückgriff auf erziehungswissenschaftliche Fachliteratur, aktuelle Meta-Studien sowie Diskursanalysen, um das Konstrukt Geschlecht kritisch zu beleuchten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung gesellschaftlicher Diskurse, der biologischen Hinterfragung der Zweigeschlechtlichkeit, der sprachwissenschaftlichen Analyse der geschlechtlichen Markierung sowie der praktischen Anwendung von Gender-Konzepten in der Schule.
Wichtige Begriffe sind Geschlecht, Intersexualität, Gender Mainstreaming, gendersensible Pädagogik, soziale Konstruktion, binäres Geschlechtermodell und Diskurs.
Intersexualität dient dem Autor als zentrale „Gegenevidenz“, um das binäre Geschlechtermodell als kulturelle und medizinische Konstruktion zu entlarven und die Notwendigkeit einer pluralistischen Perspektive in der Erziehungswissenschaft zu belegen.
Der Autor argumentiert, dass eine vermeintlich neutrale Haltung Geschlechterdifferenzen nicht auflöst, sondern diese ungewollt reproduziert und verstärkt; stattdessen sei eine bewusste Thematisierung von Gender notwendig.
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