Forschungsarbeit, 2008
27 Seiten
1. EINLEITUNG
2. VORSTELLUNG KLEISTSCHER GRUNDMOTIVE
3. KLEISTSCHE GRUNDMOTIVE IM „MICHAEL KOHLHAAS“
3.1. MOTIV DES SÜNDENFALLS
3.2. MOTIV DES ZUFALLS
3.3. MOTIV DER GEBURT
3.4. MOTIV DER KATASTROPHE
3.5. MOTIV DES GEGENSATZES ZWISCHEN „ALTER“ UND „NEUER“ ORDNUNG
4. FAZIT
Diese Arbeit untersucht Heinrich von Kleists Novelle „Michael Kohlhaas“ im Hinblick auf wiederkehrende Motive des Autors, um die Entwicklung der Hauptfigur und die Dynamik der Handlung zu analysieren und ein tieferes Verständnis des Werkes zu ermöglichen.
3.2. Motiv des Zufalls
Gleich dem Sündenfall spielt wie anderen Werken Kleists noch ein weiterer Fall eine wichtige Rolle im Handlungsgefüge des Michael Kohlhaas: Der Zufall.
An verschiedenen Stellen der Novelle kommen Zufälle zum Tragen, unerhörte, eigentlich sogar unwahrscheinliche Begebenheiten, die das Fortlaufen der Handlung elementar beeinflussen.28
So kann bereits die Ausgangssituation der Handlung als eine Anhäufung verschiedenster Zufälle gewertet werden: Der Rosshändler Kohlhaas wählt exakt jene Route und passiert genau jene Grenzen der Ländereien des Junkers von Tronka, was die weiteren Handlungsentwicklungen erst in Gang setzen kann. Der vorherige Junker, Kohlhaas zufolge ein „würdiger alter Herr, der seine Freude am Verkehr der Menschen hatte“ und „Handel und Wandel“ begünstigte29, ist offenbar erst vor kurzem verstorben, erst sein Nachfolger Wenzel von Tronka zeichnet sich verantwortlich für die neuen Regularien und Forderungen wie den Zollbetrag und den Pass-Schein.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung stellt die Novelle „Michael Kohlhaas“ als komplexes Werk Kleists vor und definiert das Untersuchungsziel, das Gesamtwerk anhand zentraler Motive wie Sündenfall, Zufall, Geburt und Katastrophe zu durchleuchten.
2. VORSTELLUNG KLEISTSCHER GRUNDMOTIVE: Dieses Kapitel gibt einen beispielhaften Überblick über die von Kleist bevorzugten Motive in seinem Oeuvre und erläutert deren Bedeutung in verschiedenen Dramen und Erzählungen.
3. KLEISTSCHE GRUNDMOTIVE IM „MICHAEL KOHLHAAS“: Der Hauptteil analysiert detailliert die Anwendung der genannten Grundmotive direkt in der Novelle „Michael Kohlhaas“.
3.1. MOTIV DES SÜNDENFALLS: Hier wird untersucht, wie sowohl der Junker Wenzel von Tronka als auch Michael Kohlhaas durch metaphorische Sündenfälle die Handlung radikalisieren.
3.2. MOTIV DES ZUFALLS: Das Kapitel belegt, dass Zufälle unerwartete Wendungen in der Handlung herbeiführen und den Verlauf der Rachegeschichte massiv beeinflussen.
3.3. MOTIV DER GEBURT: Diese Sektion interpretiert die Genese des Rächers und die Phasen des Rechtssuchenden durch die Metaphorik der Geburt.
3.4. MOTIV DER KATASTROPHE: Hier wird aufgezeigt, wie existenzielle Zusammenstürze und private sowie öffentliche Katastrophen das Schicksal der Protagonisten bestimmen.
3.5. MOTIV DES GEGENSATZES ZWISCHEN „ALTER“ UND „NEUER“ ORDNUNG: Das Kapitel erörtert den Konflikt zwischen dem feudalen System und aufstrebenden frühbürgerlichen Ansprüchen auf Gerechtigkeit.
4. FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, wie Kleist die Motive interagierend verwebt und wie diese zur Interpretation und zum Verständnis der Novelle beitragen.
Heinrich von Kleist, Michael Kohlhaas, Sündenfall, Zufall, Geburt, Katastrophe, feudale Ordnung, bürgerliche Emanzipation, Rache, Gerechtigkeit, Gesellschaftsvertrag, Novelle, Literaturwissenschaft, Handlungsanalyse, Motivik.
Die Arbeit analysiert Heinrich von Kleists Novelle „Michael Kohlhaas“ hinsichtlich der zentralen Motive Sündenfall, Zufall, Geburt, Katastrophe sowie des Gegensatzes zwischen alter und neuer Ordnung.
Im Zentrum stehen die Interaktion der Kleistschen Grundmotive, die Motivation des Protagonisten zur Selbstjustiz und die Einbettung der Erzählung in den historisch-gesellschaftlichen Kontext.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diese spezifischen Motive im „Michael Kohlhaas“ verwoben sind und inwiefern sie zur Strukturierung und zum besseren Verständnis der Novelle beitragen.
Der Autor nutzt eine textnahe Werkinterpretation, zieht Forschungsliteratur heran und analysiert die Struktur der Novelle anhand der Kleistschen Motivik.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der fünf genannten Grundmotive, wobei jedes Motiv einzeln auf die spezifischen Ereignisse und Charakterentwicklungen in „Michael Kohlhaas“ angewendet wird.
Wichtige Begriffe sind Kleists Motivik, Rache, Gerechtigkeit, Gesellschaftsvertrag und das Spannungsfeld zwischen Feudalismus und Frühbürgertum.
Der Zufall ist in der Novelle handlungsbestimmend; er löst sowohl den anfänglichen Zoll-Konflikt als auch entscheidende Wendungen aus, die Kohlhaas letztlich zum Rächer werden lassen und auch die finale Auflösung ermöglichen.
Das Motiv wird als Genese des Rächers interpretiert, wobei die frustrierenden Erlebnisse Kohlhaas' als schmerzhafte Wehen auf dem Weg zur Radikalisierung gedeutet werden.
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