Examensarbeit, 2006
37 Seiten, Note: 2,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
2. Theorie: Theoretische Grundlagen
2.1 Interkulturelles Lernen
2.1.1 Definition
2.1.2 Interkulturelles Lernen in der Grundschule- Begründung
2.1.3 Lehrplanaussagen zum Thema Interkulturellen Lernen
2.2 Märchen
2.2.1 Definition
2.2.2 Märchen in der Grundschule- Begründung
2.2.3 Lehrplanaussagen zum Thema Märchen (aus Kapitel I + II)
2.3 Märchen als Ausgangspunkt für interkulturelles Lernen?
3. Praxis: Planung und Umsetzung
3.1 Planung
3.1.1 Klassensituation
3.1.2 Märchenauswahl
3.1.3 Ziele und Produkt der Arbeit
3.1.4 Unterrichtssequenz
3.1.5 Lehrplan: Umzusetzende Inhalte aus dem Fachbereich Deutsch (Kapitel III)
3.2 Umsetzung
3.3 Abschlussreflexion
3.4 Fotos, Unterrichtsergebnisse
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Märchen aus den Herkunftsländern von Grundschülern als Ausgangspunkt für interkulturelles Lernen und als Medium zur Förderung der Kompetenzen im Fach Deutsch. Ziel ist es, durch rezeptive, produktive und kreative Zugänge Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Kulturen erfahrbar zu machen und die deutsche Sprachkompetenz in einem motivierenden Rahmen zu stärken.
Merkmale des Volksmärchens
Das Volksmärchen weist bestimmte Merkmale auf. Am Anfang des Märchens steht stets ein Problem, das bis zum Ende hin gelöst wird. Im Mittelpunkt der Handlung steht der Held, der das Problem zu lösen versucht, oder wie C. Pertler schreibt: „Das Märchen beschreibt den `Weg des Helden` hindurch durch viele Hindernisse und Irrungen hindurch bis zum glücklichen Ende.“15 Alle anderen Charaktere die im Märchen auftauchen sind nur Nebendarsteller, welche die Hauptperson auf ihrem Weg unterstützen oder hindern wollen.
Das Märchen neigt dazu, sehr handlungsfreudig und aktionsreich zu sein, was vor allem Kinder besonders anspricht. Selten wird im Märchen in die Tiefe gegangen und über längere Phasen reflektiert. Es werden kaum Gefühle beschrieben.
Darüber hinaus bleibt das Märchen sehr oberflächlich und schemenhaft. Es gibt keine genauen Ortsangaben und keine detaillierten Personenbeschreibungen. Dies lässt viel Freiraum für die eigene Vorstellungskraft.
Märchen sind außerdem voll von plastischen, auffälligen Gegensätzen (gut/böse, jung/alt, schön/hässlich, schlau/dumm, groß/klein). Märchen beinhalten eine Vielfalt an Symbolen. Häufig kommen die Zahlen 3 oder 7 vor. Man findet zum Beispiel viele Märchen in denen der Held drei Versuche hat. Auch formelhafte Wendungen wie „Es war einmal…“, oder „Und wenn sie nicht gestorben sind…“ sind typische Elemente des Volksmärchens.
Hinzu kommt noch die Eindimensionalität des Märchens. „Märchen wechseln unvermittelt zwischen diesseitigem und jenseitigem, ohne dass die Figuren des Diesseits ein Gefühl dafür entwickeln, dass sie es überhaupt mit Erscheinungen aus dem jenseitigen Bereich zu tun haben“.16 Im Märchen geschehen werden also reale und irreale Ereignisse miteinander vermischt.
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Notwendigkeit von interkultureller Kompetenz in einer globalisierten Schullandschaft und stellt die Verknüpfung mit dem Fach Deutsch über das Medium Märchen vor.
2. Theorie: Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Begriffe des interkulturellen Lernens und der Märchen sowie deren Relevanz und Verankerung im bayerischen Lehrplan für die Grundschule.
3. Praxis: Planung und Umsetzung: Dieser Praxisteil beschreibt detailliert die Ausgangssituation der Klasse, die Kriterien der Märchenauswahl, die Zielsetzung sowie den Aufbau und die Durchführung der gesamten Unterrichtssequenz.
Interkulturelles Lernen, Märchen, Grundschule, Sprachförderung, Interkulturelle Kompetenz, Volksmärchen, Kreativität, Deutschunterricht, Identität, Diversität, Literaturerziehung, Rollenspiel, Unterrichtsplanung, Kulturaustausch, Ganzheitliches Lernen.
Die Arbeit behandelt die Nutzung von Märchen aus verschiedenen Kulturkreisen als Medium, um interkulturelles Lernen zu fördern und die Deutschkenntnisse von Schülern in einer multikulturellen 4. Klasse zu verbessern.
Die zentralen Felder sind die interkulturelle Erziehung, die Märchenpädagogik sowie die didaktische Umsetzung von Deutsch-Lehrplaninhalten durch produktiv-kreative Methoden.
Ziel ist es, den kulturellen Reichtum der Schülerschaft produktiv in den Unterricht zu integrieren und durch die Arbeit mit Märchen sowohl soziales Miteinander als auch sprachliche Kompetenzen zu stärken.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse der theoretischen Grundlagen (Interkulturalität und Märchenforschung) sowie der Dokumentation und Reflexion einer durchgeführten praktischen Unterrichtssequenz.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Hintergründe geklärt, gefolgt von einer detaillierten Beschreibung der Planung und Durchführung der Unterrichtssequenz, einschließlich konkreter Stundenbeispiele und Zwischenreflexionen.
Die wichtigsten Schlagworte sind interkulturelles Lernen, Märchen, Grundschuldidaktik, Sprachförderung und interkulturelle Kompetenz.
Die rezeptive Phase dient dem Kennenlernen des Märchens in einem rituellen Rahmen, während die produktiv-kreative Phase den Schülern ermöglicht, den Märcheninhalt handelnd zu verarbeiten und eigene Texte zu produzieren.
Die Einbeziehung der Muttersprachen, etwa beim Vorlesen, steigerte die Akzeptanz und Wertschätzung der verschiedenen Herkunftskulturen und stärkte das Selbstvertrauen der betroffenen Schüler.
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