Examensarbeit, 2007
79 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Geschichtliches zur Sportart Fußball
2.1 Entstehung des modernen Fußball
2.2 Fußball in Deutschland
2.3 Geschichtliche Entwicklung des Fußballs in Deutschland und in den Schulen der letzten 50 Jahren
3. Fußball und Kirche
3.1 Geschichtlicher Abriss
3.2 Exkurs: Sport und Ethik
3.2.1 Ethik im Sport
3.2.2 Sport in der Gesellschaft aus kirchlicher Sicht
3.2.3 Grundlagen christlicher Ethik für den Sport
3.2.4 Sport als Feld moralischen Handelns
3.3 Sonntagsproblematik
4. Faszination Fußball
4.1 Mögliche Gründe
4.2 Fünf Punkte zur möglichen Erklärung der Faszination
5. Fußball und Religion
5.1 Mögliche Ursachen für die Verbindung von Sport und Religion
5.1.1 Gesellschaftlicher Wandel und Sinnerfahrungen im Sport
5.1.2 Exkurs: Olympismus
5.1.3 Der Übergang von Funktionen aus der Religion auf andere Bereiche durch Rituale
5.1.4 Kult und Säkulare Rituale bei Schilson
5.1.5 Religiöse Wirkungen im Fußball?
5.2 Parallelen zwischen Fußball und Religion bei Daiber
5.2.1 Entstehung eines Gemeinschaftsgefühls
5.2.2 Ähnlichkeiten von Fußball und Religion
5.3 Parallelen zwischen Fußball und Religion bei Josuttis
5.3.1 Rituale im Fußball und deren religiösen Elemente
5.3.2 Fußball als Drama
5.3.3 Implizite Religiosität
5.4 Gefährliche Überhöhung oder Kanalisierung von Grundbedürfnissen
5.5 Der Kult im Stadion
5.6 Fußballstars und Verehrung
5.7 Die Rolle des Glaubens bei Fußballern
6. Zusammenfassung und Überleitung zum Schulbezug
7. Schulbezug
7.1 Bezug zum Bildungsplan
7.2 Kongregation
7.3 Unterrichtsbeispiel
Die vorliegende Arbeit untersucht die religiöse Dimension des Fußballs in unserer Gesellschaft und analysiert, ob und wie diese Thematik für den Religionsunterricht an Schulen relevant ist. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit Fußball als Ersatzreligion fungiert und welche Bedeutung diese religiösen Züge für Heranwachsende haben.
3.2 Exkurs: Sport und Ethik
Da die Kirche für die ethischen Vorstellungen der Gesellschaft wichtig ist und auch im Sport gewisse Werte vermittelt werden, erlaube ich mir diesen Exkurs, jedoch ohne darin explizit als eine Analogie zur Religion zu unterstellen.
Ich möchte dieses Punkt mit einem Beispiel für die Moral auf dem Sportplatz, aus eigener Erfahrung beginnen. Ich spiele Fußball im Verein meines Heimatdorfs. Wir spielen in der Bezirksliga, also nicht besonders hoch, aber auch nicht ganz schlecht. Im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen dieser Klassen, wird den Spielern kein Geld bezahlt. Wir spielen also alle mehr oder weniger aus Spaß am Fußball. Mittlerweile haben wir drei Rundenspiele hinter uns. Wir haben alle drei verloren. Nicht, weil wir eine schlechte Mannschaft hätten, oder es uns an Einsatzwillen fehlen würde, wir waren auch zumindest in zwei der drei Spiele dem Gegner mindestens ebenbürtig, hatten mehr und auch die besseren Torchancen.
Doch leider treffen momentan unsere Stürmer das leere Tor nicht mehr. Im letzten Spiel hat es ein gegnerischer Stürmer fertiggebracht dafür zu sorgen, dass einer meiner Mitspieler die Rote Karte sah und das Spielfeld verlassen musste. Die Rote Karte war unberechtigt und verdankte sich nur der geschickten Inszenierung des gegnerischen Stürmers. Auch dank dieser Hinausstellung haben wir verloren. Die Tat wurde allgemein verurteilt, doch stellte unser Trainer nach dem Spiel fest, dass es genau dies ist, was unseren Stürmern fehlt.
Der Sport hat sich scheinbar von seinen Idealen, seiner Ethik weit entfernt. Sicherlich kann man vom Fußball nicht auf den ganzen Sport schließen, denn jede Sportart hat ihr eigenes Ethos. Es zeigt sich aber schon an diesem Beispiel, dass man von ursprünglichen Werten und Moralvorstellungen des Sport abgekommen ist. Man spricht in diesem Fall, und nicht nur von kirchlicher Seite, von der Entfremdung des Sports. Hinter diesem Stichwort steckt allerdings noch einiges mehr, doch dazu später.
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die wachsende Bedeutung des Fußballs als sinnstiftendes Phänomen und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dessen religiöser Dimension.
2. Geschichtliches zur Sportart Fußball: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Fußballs von antiken Ursprüngen bis hin zur Etablierung in deutschen Schulen nach.
3. Fußball und Kirche: Hier wird das spannungsreiche Verhältnis zwischen evangelischer Kirche und Sport analysiert, insbesondere im Hinblick auf Ethik und die Sonntagsproblematik.
4. Faszination Fußball: Das Kapitel widmet sich den Gründen für die enorme Popularität des Fußballs und erklärt diese anhand von Faktoren wie Regelwerk, Komplexität und Unberechenbarkeit.
5. Fußball und Religion: Es wird intensiv untersucht, ob Fußball religiöse Züge aufweist, wobei rituelle, dramatische und kultische Elemente bei Fans und Spielern im Fokus stehen.
6. Zusammenfassung und Überleitung zum Schulbezug: Die Ergebnisse der vorangegangenen Kapitel werden formal und funktional zusammengefasst und in den Kontext der Schule übergeleitet.
7. Schulbezug: Das letzte Kapitel bietet Ansätze und konkrete Unterrichtsbeispiele, wie die religiöse Dimension des Fußballs im Religionsunterricht didaktisch behandelt werden kann.
Fußball, Religion, Zivilreligion, Ethik, Schulsport, Fankultur, Rituale, Sportethik, Identifikation, Gemeinschaftsgefühl, Sinnstiftung, Fußballstars, Stadion, Glaubensethik, Religionsunterricht
Die Arbeit analysiert die religiösen Dimensionen des Fußballs in der heutigen Gesellschaft und untersucht, inwieweit diese für Schüler im Religionsunterricht relevant sind.
Die Schwerpunkte liegen auf der Geschichte des Fußballs, dem Verhältnis zwischen Fußball und Kirche, der Faszination des Massensports sowie dem Vergleich ritueller und religiöser Aspekte.
Das Ziel ist es, die "religiöse Funktion" des Fußballs zu dekonstruieren und herauszuarbeiten, ob Fußball für Fans eine Art Ersatzreligion darstellt.
Die Arbeit nutzt eine phänomenologische Analyse und verknüpft diese mit soziologischen Theorien zur Religion sowie eigenen empirischen Daten aus Schülerbefragungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Faszination des Fußballs, den Vergleich von Fußball- und Religionsstrukturen (wie Rituale oder Heldenverehrung) und die kritische Auseinandersetzung mit der Rolle der Kirche.
Die wichtigsten Begriffe sind Fußball, Religion, Zivilreligion, Identifikation, Rituale und Schulsport.
Das "Wunder von Bern" dient als Beispiel für die identitätsstiftende und hoffnungsgewährende Funktion des Fußballs für eine ganze Nation in einer schwierigen historischen Phase.
Der Autor argumentiert, dass Fußballstars "Heilige zum Anfassen" sind, bei denen die sportliche Leistung entscheidet, während die moralische Integrität zweitrangig bleibt, anders als im christlichen Glauben.
Da Fußball für Jugendliche oft ein zentraler Lebensinhalt ist, bietet er einen idealen Anknüpfungspunkt, um über Sinnfragen, Vorbilder und die Einordnung medialer Phänomene zu diskutieren.
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