Wissenschaftliche Studie, 1999
92 Seiten
1. EINFÜHRUNG
1. EINLEITUNG
2. VORGEHENSWEISE DIESER ARBEIT
3. THEMENBEZOGENE ERLÄUTERUNGEN, ZIELPERSPEKTIVEN UND FORSCHUNGSFRAGEN ÜBER DIE TÜRKISCHEN STUDENTEN ALS RANDGRUPPE
3.1. Suche nach allgemeinen Daten über die Lebenssituation des Probanden
3.2. Herkunftsorientierung der türkischen Studenten durch Diskriminierung von Außen und durch Automarginalisierung
3.3. Die Zukunftspläne: welche Lebenspläne hat der türkische Student?
3.4. Das Selbstkonzept des türkischen Studenten
2. HAUPTTEIL: DIE DOSSIERS ÜBER YAVUZ UND YUSUF
1. DIE AUFBEREITUNG DER INTERVIEWS
2. DOSSIER ÜBER YAVUZ
1. Die Auswahl des Kandidaten
2. Der Erfahrungsbericht
3. Auswertung des Interviews mit Yavuz
4. Beurteilung der Validität
3. DOSSIER ÜBER YUSUF
1. Die Auswahl des zweiten Kandidaten
2. Der Erfahrungsbericht des zweiten Interviews
3. Auswertung des zweiten Interviews mit Yusuf
4. Beurteilung der Validität
3.SCHLUß
1. ZUSAMMENFASSUNG UND VERGLEICH DER BEFUNDE
2. FORMULIERUNG WEITERER FORSCHUNGSFRAGEN
3. REFLEXION DER METHODE
3. 1. Die eventuelle Ungültigkeit von retrospektiven Fragen und das Problem der kausalen Reihenfolge von Variablen
3.2. Sozial erwünschte Antworten
3.4. Selektive Stichprobe
3.5. Leitfadeninterviews
3.6. Befragung über die Diskriminierung Dritter
Die Arbeit untersucht die aktuelle und künftige Lebenssituation türkischer Studierender in Deutschland als soziale Randgruppe, wobei der Fokus auf den Ursachen ihrer Herkunftsorientierung sowie den Prozessen der Diskriminierung und Automarginalisierung liegt.
3.2.1. Der Ansatz
Hier wird davon ausgegangen, daß Menschen nutzensorientiert handeln. Aber der Nutzen ist hier gleich dem subjektiv empfundenen menschlichen Wohlbefinden eines Akteurs. Der Akteur definiert selber aufgrund seiner Sozialisation, was er als Nutzen betrachtet. Die Sozialisation soll heißen: ein Vorgang der Internalisierung von gesellschaftlichen Werten und Normen durch den Akteur. Diese Werte und Normen prägen seine Wahrnehmungs-, Deutungs- und Bewertungsmuster bzw. Nutzenspräferenzen bei der Auswahl zwischen verschiedenen Handlungsentwürfen: die Akteure schätzen subjektiv die Lage, in der sie sich befinden, nach ihren Wahrnehmungs- und Deutungsmustern ein. Diese bedingen ihre Handlungsauswahl und -muster.
Die Sozialisation geschieht durch Instanzen in der sozialen Umgebung des Akteurs. Dazu zählen u.a. Familie, Schule, Kirche (oder andere religiöse Einrichtungen), Vereine, Nachbarn, Militär, Freunde, Kollegen und andere Verkehrskreise. Während der familiären, schulischen (oder auch militärischen) Erziehung eines Akteurs und damit bei seiner sozialen Interaktion mit miteinander in intensiver Beziehung stehenden und sich wechselseitig aneinander orientierenden und füreinander relevanten Akteure wie mit Bekannten, Freunden, Kollegen, Nachbarn, Kommilitonen etc. werden Werte und Normen verinnerlicht und prägen Deutungs- und schließlich Handlungsmuster.
Die eingeschränkte Informationsverarbeitungskapazität des Akteurs und dessen selektive Wahrnehmung bedingen dessen Handlungsauswahl. Um herkömmliche routinemäßig wiederkehrende Alltagssituationen zu bewältigen, muß der Akteur nicht nachdenken, welche Handlung er auswählt, sondern es genügen typisierte und verinnerlichte Wissensstrukturen: es genügen dafür Bündel verinnerlichter Handlungssequenzen bzw. -muster (habits), die auf bestimmte wahrgenommene bzw. subjektiv- definierte Umgebungsreize hin ausgelöst werden.
1. EINFÜHRUNG: Einleitung in die Thematik der ausländischen Wohnbevölkerung als Randgruppe und Erläuterung der Forschungsabsicht.
1. EINLEITUNG: Hinführung zur Fragestellung der Lebenssituation türkischer Studenten in der Bundesrepublik.
2. VORGEHENSWEISE DIESER ARBEIT: Beschreibung des qualitativen Forschungsdesigns mittels Leitfadeninterviews.
3. THEMENBEZOGENE ERLÄUTERUNGEN, ZIELPERSPEKTIVEN UND FORSCHUNGSFRAGEN ÜBER DIE TÜRKISCHEN STUDENTEN ALS RANDGRUPPE: Theoretische Rahmung und Definition der zentralen Konzepte wie Diskriminierung und Automarginalisierung.
2. HAUPTTEIL: DIE DOSSIERS ÜBER YAVUZ UND YUSUF: Detaillierte Fallstudien und Auswertung der geführten Interviews mit den beiden Probanden.
3.SCHLUß: Synthese und Vergleich der Ergebnisse aus den Fallanalysen sowie methodische Reflexion.
Türkische Studierende, soziale Randgruppe, Herkunftsorientierung, Automarginalisierung, Diskriminierung, Leitfadeninterview, Sozialisation, Identität, Migrationshintergrund, Lebensplanung, Integration, deutsch-türkische Interaktion, soziale Netzwerke, Bildungsressourcen, Aramäer.
Die Arbeit beleuchtet die Lebenssituation türkischer Studierender in Deutschland und untersucht, wie diese als soziale Randgruppe agieren.
Die Schwerpunkte liegen auf der Herkunftsorientierung, den Auswirkungen von Diskriminierungserfahrungen sowie dem Phänomen der Automarginalisierung.
Es soll analysiert werden, wie sich die Lebenssituation und die künftigen Lebenspläne türkischer Studenten gestalten und welche Faktoren ihre soziale Integration beeinflussen.
Es wurde ein qualitativer Ansatz gewählt, der auf theoriegeleiteten Leitfadeninterviews mit zwei türkischen Studierenden basiert.
Der Hauptteil präsentiert detaillierte Dossiers zu den Probanden Yavuz und Yusuf, inklusive deren biografischer Hintergründe und Auswertungen ihrer Interviews.
Zu den prägenden Begriffen gehören Herkunftsorientierung, Automarginalisierung, Diskriminierung, Migrationshintergrund und soziale Netzwerke.
Während Yavuz sich primär als muslimischer Türke mit einer "Patchwork-Identität" beschreibt, identifiziert sich Yusuf als aramäischer Christ und Deutscher, was seine Distanz zur Türkei weiter verstärkt.
Die Arbeit zeigt auf, dass eine hohe Konzentration von Migranten in bestimmten Wohnvierteln oder an Hochschulen die Gelegenheit für Kontakte zur deutschen Mehrheitsgesellschaft verringern kann.
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