Bachelorarbeit, 2007
75 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Der Begriff der Boulevardisierung
3 Der Begriff des Infotainment
4 Die Nachricht
4.1 Das Wesen der Nachricht
4.2 Die Sprache der Nachricht
4.3 Der Nachrichtenaufbau
4.4 Hard und Soft news
4.5 Die Faktoren der Nachrichtenauswahl
4.5.1 Frequenz
4.5.2 Schwellenfaktor
4.5.3 Eindeutigkeit
4.5.4 Bedeutsamkeit
4.5.5 Konsonanz
4.5.6 Überraschung
4.5.7 Kontinuität
4.5.8 Variation
4.5.9 Bezug auf Elite-Nationen/Personen
4.5.10 Personalisierung
4.5.11 Negativismus
5 Das duale Rundfunksystem
6 Fernsehnachrichten
6.1 Funktionen von visuellen Illustrationen in Fernsehnachrichten
6.1.1 Authentizität
6.1.2 Aktualität
6.1.3 Weckung von Interesse
6.1.4 Symbolhaftigkeit
6.2 Das ‚Problem’ der Bilder - Wiedergabe von Realität und Text-Bild-Schere
6.3 Journalistische Präsentations- und Darstellungsformen
6.3.1 Der Trailer
6.3.2 Die Schlagzeilen
6.3.3 Die Moderation
6.3.4 Die Meldung
6.3.5 Der Bericht
6.3.6 Das Interview
7 Eine vergleichende Analyse der Hauptnachrichtensendungen Tagesschau und RTL aktuell
7.1 Die Präsentation der Sendung
7.1.1 Der Sendungsaufbau
7.1.2 Der Sendungsbeginn
7.1.3 Das Nachrichtenstudio
7.2 Die Nachrichtenauswahl
7.3 Die Nachrichtenpräsentation
7.3.1 Die Moderation
7.3.2 Der Einsatz und die Gestaltung journalistischer Darstellungsformen
7.4 Der Nachrichtenaufbau
7.4.1 Der Aufbau der Sprechermeldung
7.4.2 Der Aufbau des Filmberichts
7.5 Die Nachrichtensprache
7.6 Der Wetterbericht
7.6.1 Die Präsentation
7.6.2 Die Sprache
7.6.3 Zusammenfassung
7.7 Ergebnis der Analyse
8 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der zunehmenden Boulevardisierung von Fernsehnachrichten auf klassische journalistische Qualitätsanforderungen wie Objektivität, Sachlichkeit und Neutralität. Dabei wird analysiert, wie private Sender durch unterhaltungsorientierte Gestaltung das Interesse des Publikums fokussieren, während öffentlich-rechtliche Formate an traditionellen Nachrichtennormen festhalten.
7.1.1 Der Sendungsaufbau
Der Aufbau der Tagesschau ist sehr einfach gestaltet. Unmittelbar nach dem Trailer erscheint der Nachrichtensprecher und geht nach einer kurzen Begrüßung der Zuschauer zur ersten Nachricht über. Einen Überblick über die Themen der aktuellen Sendung gibt es nicht. Es folgen die einzelnen Meldungen als „(...) vom Sprecher vor einem Bildhintergrund verlesene Meldungen, Korrespondentenberichte mit vorheriger Anmoderation und Nachrichtenfilme (...)“101. Die Sendung endet mit der Wettervorhersage. Immer mittwochs und samstags werden zusätzlich die Lottozahlen vor dem Wetter verlesen.
Auch RTL aktuell besitzt einen weitgehenden standardisierten Sendungsablauf. Bereits vor dem eigentlichen Sendungsbeginn wird häufig ein Werbespot in einem Bildfenster gezeigt. Im linken Bildschirmbereich ist ein ‚Countdown’ eingeblendet, der die Sekunden bis zum Sendungsbeginn heruntergezählt. Darunter ist das Sendungslogo zu sehen. In der linken oberen Ecke erscheint die Uhrzeit. Unter dem Bildfenster des eingespielten Werbespots läuft die Schlagzeile eines meist eher kuriosen, unterhaltsamen oder spektakulären Ereignisses, das ein Thema der folgenden Sendung sein wird, durch das Bild. Anschließend werden die beiden Moderatoren in einem Bildfenster in der Mitte des Bildes eingeblendet. Links daneben ist ein weiteres Fenster mit dem ‚Hauptmoderator’ in Großaufnahme zu sehen. Der Zuschauer hat hierdurch die Möglichkeit, zu beobachten, wie sich die Moderatoren ganz ungezwungen miteinander unterhalten. Sie in dieser ‚aufgelockerten Atmosphäre’ erleben zu können, schafft Nähe zu den Moderatoren und sie vermitteln dem Zuschauer das Gefühl, nichts zu verbergen zu haben.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Boulevardisierung der Fernsehnachrichten ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Vereinbarkeit mit klassischen journalistischen Anforderungen.
2 Der Begriff der Boulevardisierung: Definition und historische Herleitung des Boulevardjournalismus sowie Erläuterung der Merkmale auf Inhalts-, Stil- und Darstellungs- bzw. Aufmachungsebene.
3 Der Begriff des Infotainment: Darstellung der Konzepte von Information und Unterhaltung im Fernsehen sowie Erläuterung der fehlenden klaren Begriffsabgrenzung.
4 Die Nachricht: Theoretische Grundlagen journalistischer Anforderungen an Nachrichten, inklusive Nachrichtenfaktoren und Unterscheidung von Hard und Soft news.
5 Das duale Rundfunksystem: Überblick über die deutsche Fernsehlandschaft nach 1984 und die unterschiedlichen Programmaufträge von öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern.
6 Fernsehnachrichten: Analyse der Spezifik des Fernsehens als Bildmedium, inklusive Funktionen visueller Illustrationen und journalistischer Präsentationsformen.
7 Eine vergleichende Analyse der Hauptnachrichtensendungen Tagesschau und RTL aktuell: Empirische Untersuchung der Präsentation, Nachrichtenauswahl, Nachrichtenaufbau, -sprache und Wetterberichterstattung im direkten Vergleich.
8 Zusammenfassung: Abschließendes Fazit, das den Trend zur Unterhaltungsorientierung bei privaten Sendern bestätigt und dessen Konflikt mit klassischen journalistischen Normen zusammenfasst.
Boulevardisierung, Infotainment, Fernsehnachrichten, Tagesschau, RTL aktuell, Nachrichtenfaktoren, Journalismus, Objektivität, Unterhaltungsorientierung, Zuschauerbindung, Nachrichtensprache, Dramaturgie, visuelle Gestaltung, Nachrichtenauswahl, Nachrichtentheorie.
Die Arbeit untersucht den Wandel der Fernsehnachrichten im sogenannten „Unterhaltungszeitalter“ und den zunehmenden Trend zur Boulevardisierung im Vergleich zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern.
Zentrale Schwerpunkte sind die Konzepte von Boulevardisierung und Infotainment, die Kriterien der Nachrichtenauswahl (Nachrichtenfaktoren) sowie die spezifischen Darstellungsformen im Fernsehen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich der Boulevardstil auf klassische journalistische Prinzipien wie Objektivität, Sachlichkeit, Neutralität und Relevanz auswirkt.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung der Nachrichtenlehre und führt eine vergleichende Analyse der Nachrichtensendungen „Tagesschau“ und „RTL aktuell“ anhand konkreter Sendungen durch.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über Nachrichtenmerkmale und das duale Rundfunksystem sowie einen empirischen Teil, der Präsentation, Auswahl, Aufbau, Sprache und Wetterberichte der beiden genannten Sendungen vergleicht.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Boulevardisierung, Infotainment, Nachrichtenfaktoren, Zuschauerorientierung, Dramaturgie, Objektivität und journalistische Darstellungsformen.
RTL aktuell setzt auf das Konzept des „Anchorman“, der durch Personalisierung und lockeren Moderationsstil Nähe zum Zuschauer erzeugen will, während die Tagesschau einen neutralen Sprecher bevorzugt, der Sachlichkeit und Distanz verkörpert.
Soft News dienen bei privaten Sendern der stärkeren Zuschauerbindung und Unterhaltung; sie werden im Vergleich zu politischen Hard News deutlich stärker gewichtet, um Einschaltquoten zu erhöhen.
Die Verwendung emotionaler Adjektive und dramatischer Formulierungen soll Aufmerksamkeit erzeugen und den Servicecharakter für den Zuschauer steigern, um das Wetterereignis „spannend“ und unterhaltsam zu vermitteln.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass sich eine objektive Berichterstattung und der boulevardeske, unterhaltungsorientierte Stil bei privaten Sendern weitgehend gegenseitig ausschließen, da der Fokus auf emotionaler Ansprache den sachlichen Anspruch untergräbt.
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