Diplomarbeit, 2007
87 Seiten, Note: 2,7
Einleitung
1. Das Internet in der Informationsgesellschaft
1.1 Bedeutung des Internets in der Informationsgesellschaft
1.2 Das Hybridmedium Internet
1.3 Informationsgewinnung und Kommunikation via Internet
2. Digitale Spaltung
2.1 Die Internetverbreitung in Deutschland 2007
2.1.1 Geschlecht
2.1.2 Alter
2.1.3 Bildungsstand
2.1.4 Einkommen
2.2 Entstehungsfaktoren der Digitalen Spaltung
2.2.1 Internet Engagement Model nach Norris
2.2.2 Zugangsregenbogen nach Kubicek
2.2.3 Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation
2.3 Gründe der Nichtnutzung
2.4 Auswirkungen der digitalen Spaltung
2.4.1 Wissenskluft
2.4.2 Soziale Kluft
2.5 Digitale Integration im Diskurs
3. Digitale Integration in Öffentlichen Bibliotheken im nationalen Kontext
3.1 Öffentliche Bibliotheken als fester Bestandteil unserer Kultur
3.2 Auftrag von Öffentlichen Bibliotheken
3.3 Öffentliche Bibliotheken in der Krise
3.4 Einzug des Internets in die Bibliotheken
3.4.1 Benutzerdienste
3.4.2 Online-Kataloge
3.4.3 Virtuelle Bibliothek
3.4.4 Portale
3.5 Potentiale von Öffentlichen Bibliotheken bei der Digitalen Integration
3.5.1 Lernort Öffentliche Bibliothek
3.5.2 Vermittlung von Medien- bzw. Informationskompetenz
3.5.3 Infrastrukturelle Ressourcen von Öffentlichen Bibliotheken
3.5.4 E-Government
3.6 Grenzen von Öffentlichen Bibliotheken bei der Digitalen Integration
3.6.1 Geringschätzung von Öffentlichen Bibliotheken duch die Politik
3.6.2 Bibliothekspersonal
3.6.3 Besucher der Öffentlichen Bibliotheken
3.7 Politische Konzepte zur Digitalen Integration unter Einbeziehung von Öffentlichen Bibliotheken
4. Digitale Integration in Öffentlichen Bibliotheken im internationalen Vergleich
4.1 Großbritannien
4.2 Finnland
4.3 USA
5. Digitale Integration in Öffentlichen Bibliotheken in Deutschland – Handlungsoptionen
5.1 Fachliche Unterstützung bei der Internetrecherche
5.2 Marketing
5.3 Einheitliche Konzepte zur Digitalen Integration
5.4 Öffentliche Bibliotheken als Bildungseinrichtung
6. Fazit
Diese Arbeit untersucht, inwiefern Öffentliche Bibliotheken in Deutschland einen Beitrag zur sogenannten „Digitalen Integration“ leisten können, um die gesellschaftliche Ausgrenzung durch die „Digitale Spaltung“ zu überwinden. Das zentrale Ziel ist es, durch die Analyse nationaler Rahmenbedingungen sowie den Vergleich mit den bibliothekarischen Ansätzen in Großbritannien, Finnland und den USA konkrete Handlungsoptionen für deutsche Öffentliche Bibliotheken abzuleiten, um als Informationsvermittler und Lernorte in der Informationsgesellschaft zu fungieren.
1.2 Das Hybridmedium Internet
Das Internet wird häufig als Hybridmedium bezeichnet, da es mit seinen Anwendungen die Charakteristika von Individualkommunikations-, Gruppenkommunikations- und Massenmedien verbindet. Beim Medium Internet sind mono-, bi- und multidirektionale Kommunikation in einem System vereint. Informationen können wie bei Massenmedien, wie dem Fernseher oder bei Printmedien von einem Sender an viele Empfänger („one-to-many“) gerichtet werden. Dies ist beispielsweise bei Internetseiten der Fall, auf denen der Nutzer die angebotenen Informationen ausschließlich rezipieren kann. Die klassische Rollenasymmetrie, d.h. die einseitige Informationsvermittlung von einem Sender an viele Empfänger, wie sie bei Massenmedien üblich ist, kann aber auch aufgelöst werden: Als Individualkommunikationsmittel hat sich die „one-to-one“-Kommunikation via E-Mail, einer der meistgenutzten Dienste des Internets, durchgesetzt. Weitere viel genutzte Komponenten zur einfachen Kommunikation sind unter anderem Messenger-Dienste oder auch Internettelefonie. Das Internet kann aber auch als Gruppenkommunikationsmedium genutzt werden. Chatrooms, Newsgroups und Foren dienen als Kommunikationsplattformen und erfreuen sich wachsender Beliebtheit.
Der Nutzer kann aus einer Vielzahl von Autoren, Informationen und Meinungen wählen, auf die Nachrichten reagieren, das WWW interaktiv mitgestalten und selbst zum Autor von Inhalten werden. Die Vereinigung von interpersonaler Kommunikation und der Massenkommunikation in einem Medium ist spezifisch für das Internet. Diese Vielfalt an Kommunikationsmöglichkeiten ist ein Faktor für die exponierte Stellung des Internets in der heutigen Gesellschaft. Ein zweiter Aspekt ist die Multimedialität des Internets. Es ermöglicht textliche, auditive und visuelle Kommunikation durch das Digitalisieren von Schrift, Bild und Ton. Hierdurch werden die Verbindung der verschiedenen Kommunikationsformen und die Verknüpfung getrennter Medienelemente in einem Medium möglich. Die Verbindung der klassischen Medientypen sowie die Möglichkeit verschiedener Kommunikationswege, macht das Internet zu einem „integrierten, interaktiven, kommunikativen Gesamtsystem“. Die Bezeichnung des Internets als Hybridmedium, welche sich auf den geschilderten Hintergrund bezieht ist daher eine treffende Beschreibung. Mit der vermehrten Nutzung des Internets ist auch ein Wandel in der Informationsgewinnung des Einzelnen innerhalb der Gesellschaft, sowie in der menschlichen Kommunikation, zu beobachten.
Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, erläutert das Phänomen der „Digitalen Spaltung“ als Herausforderung der Informationsgesellschaft und umreißt die Rolle der Öffentlichen Bibliotheken bei der „Digitalen Integration“.
1. Das Internet in der Informationsgesellschaft: Dieses Kapitel definiert die Informationsgesellschaft und analysiert die Bedeutung des Internets als dynamisches Hybridmedium sowie dessen Einfluss auf Informationsgewinnung und Kommunikation.
2. Digitale Spaltung: Hier werden die Verbreitung des Internets in Deutschland und die verschiedenen Faktoren (Geschlecht, Alter, Bildung, Einkommen) beleuchtet, die zur digitalen Spaltung führen, inklusive der theoretischen Modelle von Norris und Kubicek.
3. Digitale Integration in Öffentlichen Bibliotheken im nationalen Kontext: Dieses Kapitel untersucht die Stellung der Öffentlichen Bibliotheken, ihre Potentiale und Grenzen bei der digitalen Integration sowie ihren Beitrag zur Vermittlung von Medienkompetenz und E-Government.
4. Digitale Integration in Öffentlichen Bibliotheken im internationalen Vergleich: Ein Vergleich der Ansätze in Großbritannien, Finnland und den USA dient als Grundlage für die Identifikation von Best-Practice-Modellen und Strategien zur digitalen Integration.
5. Digitale Integration in Öffentlichen Bibliotheken in Deutschland – Handlungsoptionen: Basierend auf dem internationalen Vergleich werden konkrete Möglichkeiten aufgezeigt, wie deutsche Bibliotheken durch fachliche Unterstützung, Marketing und einheitliche Konzepte die digitale Integration fördern können.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit der digitalen Integration zusammen und betont, dass öffentliche Bibliotheken eine wichtige, aber begrenzte Rolle spielen und eine breite gesellschaftspolitische Mitwirkung erforderlich ist.
Digitale Spaltung, Digitale Integration, Öffentliche Bibliotheken, Internet, Informationsgesellschaft, Medienkompetenz, Informationskompetenz, E-Government, Bibliotheksmanagement, soziale Ungleichheit, Wissenskluft, Internetnutzung, Wissensgesellschaft, Bildungsauftrag, digitale Teilhabe.
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Öffentlichen Bibliotheken in Deutschland im Kontext der sogenannten „Digitalen Spaltung“. Ziel ist es aufzuzeigen, ob und wie Bibliotheken zur „Digitalen Integration“ beitragen können.
Die Arbeit behandelt die Internetverbreitung in Deutschland, die Ursachen für digitale Ungleichheit (Wissenskluft, soziale Kluft), die Potenziale und Grenzen von Öffentlichen Bibliotheken sowie internationale Vergleichsbeispiele aus Großbritannien, Finnland und den USA.
Die Forschungsfrage lautet, ob und welche Rolle Öffentliche Bibliotheken bei der Überwindung der „Digitalen Spaltung“ spielen können, um einen gleichberechtigten Zugang zu Informationen und digitaler Teilhabe zu ermöglichen.
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf der Analyse offizieller Statistiken (ARD/ZDF-Onlinestudie, (N)onliner-Atlas) sowie der Auswertung von Fachliteratur und Best-Practice-Beispielen aus dem internationalen Bibliothekswesen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der digitalen Spaltung, die Analyse der Situation der Öffentlichen Bibliotheken im nationalen Kontext und einen internationalen Vergleich, der in konkrete Handlungsoptionen für Deutschland mündet.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Digitale Spaltung, Digitale Integration, Öffentliche Bibliotheken, Medienkompetenz und Informationsgesellschaft definiert.
Die Autorin hebt Medienkompetenz als „vierte Kulturtechnik“ hervor. Ohne diese Fähigkeit bleibt das Internet für viele Nutzer eine Hürde, weshalb die Vermittlung dieser Kompetenz eine Kernaufgabe für Bibliotheken darstellt.
Da immer mehr staatliche Dienstleistungen nur noch online verfügbar sind, sieht die Autorin Bibliotheken als wichtige Vermittler, die den Zugang zu E-Government erleichtern und somit soziale Ausgrenzung verhindern können.
Im Gegensatz zu Großbritannien, Finnland oder den USA ist der Auftrag von Öffentlichen Bibliotheken in Deutschland nicht explizit gesetzlich verankert, was oft zu einer geringeren politischen Wertschätzung und Finanzierung führt.
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