Diplomarbeit, 2008
91 Seiten, Note: 3,0
1. Einführung
1.1 Begriffsbestimmung
1.1.1 Der Begriff der Macht
1.1.2 Der Begriff der Organisation
1.1.3 Organisationstheorien
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise der Arbeit
2. Der wissenschaftliche Hintergrund verschiedener Organisationstheorien
2.1 Klassische Organisationstheorien
2.1.1 Webers Bürokratiemodell
2.1.2 Taylors Wissenschaftliche Betriebsführung
2.1.3 Fayols Administrative Theorie
2.2 Die Human- Relations- Bewegung
2.3 Die Entscheidungstheorie
2.4 Der Kontingenzansatz
2.5 Die organisatorische Systemtheorie
2.6 Das Spielkonzept von Crozier und Friedberg
2.7 Neue Institutionenökonomie
2.7.1 Die Theorie der Verfügungsrechte
2.7.2 Der Prinzipal- Agent- Ansatz
2.7.3 Der Transaktionskostenansatz
2.8 Evolutionstheoretische Ansätze
2.9 Der Neo- Institutionalismus
2.10 Die Strukturationstheorie
2.11 Zwischenergebnis
3. Das Verständnis von Macht
3.1 Das Machtbasenkonzept von French und Raven
3.1.1 Macht durch Legitimation
3.1.2 Macht durch Belohnung
3.1.3 Macht durch Bestrafung
3.1.4 Macht durch Identifikation
3.1.5 Macht durch Sachkenntnis
3.1.6 Macht durch Information
3.2 Macht als formale Autorität
3.3 Macht als Koalition
3.4 Macht als Abhängigkeit
3.4.1 Macht als Ressourcenabhängigkeit
3.4.2 Macht als Pfadabhängigkeit
3.5 Macht als Fluktuation
3.6 Macht als Asymmetrie
3.7 Macht als Handlungsspielraum
3.7.1 Die Generierung des Handlungsspielraums
3.7.2 Die vermehrte Berücksichtigung von Strukturen
3.8 Vernachlässigung von Macht
3.9 Macht als Kommunikation
4. Zusammenfassende Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht das Verständnis von Macht innerhalb verschiedener Organisationstheorien, um zu katalogisieren, wie diese unterschiedlichen Ansätze Macht konzeptionell definieren und gewichten. Dabei wird insbesondere der Zusammenhang zwischen dem Fokus einer Theorie auf individuelles Handeln versus strukturelle Rahmenbedingungen und der damit einhergehenden Bedeutung des Machtaspekts analysiert.
1.1.1 Der Begriff der Macht
Die bekannteste und „heute wohl geläufigste Definition” des Machtbegriffs stammt von Max Weber. Er definiert Macht als „die Möglichkeit innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Möglichkeit beruht”. Webers Machtdefinition bildet die Grundlage zahlreicher Weiterentwicklungen, was eine nähere Betrachtung dessen Konzeption zu rechtfertigen scheint.
Webers Machtrelation bezieht ein Ungleichgewicht zwischen Machthaber und Machtunterworfenen mit ein, da letztere beispielsweise eine Handlung durchführen müssen, die sie aus freien Stücken, also aus ihrem eigenen Willen heraus, nicht durchführen wollen. Es kann von einer Asymmetrie zwischen Machthaber und Machtunterworfenen gesprochen werden. Weber versteht Macht demnach als Möglichkeit den eigenen Willen dem Verhalten anderer aufzuzwingen. Dabei wird Macht als allgemeine, beliebige Chance verstanden sich in sozialen Beziehungen durchzusetzen. Der Machtbegriff wird aufgrund dieser Tatsache auch als amorph bezeichnet, da eine Vielzahl von Eigenschaften dazu beitragen können, dass bestimmte Menschen auch gegen Widerstand ihren Willen durchsetzen.
Weber polarisiert Wille auf der einen und Widerstand auf der anderen Seite und führt dies in soziale Beziehungen ein, die er mit dem Machtbegriff verknüpft. Macht wird in sozialen Beziehungen ausgeübt und dies impliziert, dass Macht mit subjektivem Handeln verbunden ist. Aufgrund der Tatsache, dass Macht sozial amorph und daher kaum fassbar ist, wird der Begriff der Herrschaft als Sonderfall von Macht von Max Weber eingeführt.
Herrschaft wird verstanden als „Chance für einen Befehl bestimmten Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsam zu finden”. Damit wird die soziale Rahmenbedingung im Gegensatz zum Machtbegriff bei Herrschaft weiter spezifiziert, wodurch Herrschaft auch als institutionalisierte Macht zu verstehen ist. Es existiert eine asymmetrische soziale Beziehung in der die eine Seite befehlend, also aktiv, und die andere Seite gehorchend, also passiv, ist. Max Weber klassifiziert drei Arten von Herrschaftstypen: Diese werden differenziert in traditionale, charismatische und legale, auch rationale, Herrschaft. Die Unterscheidung erfolgt somit nach Geltungsgründen und enthält, dass Herrschaft vom Bestehen einer legitimen Ordnung ausgeht an die die Beherrschten glauben müssen.
1. Einführung: Definition der Grundbegriffe Macht und Organisation sowie Erläuterung der Zielsetzung, den Machtbegriff innerhalb verschiedener Organisationstheorien zu systematisieren.
2. Der wissenschaftliche Hintergrund verschiedener Organisationstheorien: Systematische Darstellung der wichtigsten organisationstheoretischen Ansätze und deren Einordnung hinsichtlich ihrer Entstehung, ihres Fokus und ihres Organisationsverständnisses.
3. Das Verständnis von Macht: Detaillierte Analyse des Machtbegriffs innerhalb der zuvor vorgestellten Theorien, inklusive des Konzepts von French und Raven sowie der Betrachtung von Macht als Autorität, Koalition, Abhängigkeit und Kommunikation.
4. Zusammenfassende Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse zur Bestätigung der Thesen, wonach die Bedeutung von Macht in einer Theorie maßgeblich von deren Fokus auf Handeln gegenüber Strukturen abhängt.
Machtbegriff, Organisationstheorie, Max Weber, Handlungsspielraum, Struktur, Mikropolitik, Koalition, Ressourcenabhängigkeit, Pfadabhängigkeit, Systemtheorie, Organisation, Machtbasen, Herrschaft, Legitimationsmacht, Entscheidungstheorie.
Die Diplomarbeit untersucht, wie der Begriff "Macht" in verschiedenen Organisationstheorien definiert und verstanden wird.
Die Arbeit behandelt das Verhältnis zwischen Handeln und Strukturen in Organisationen sowie deren Einfluss auf die Machtausübung und -konzeption.
Ziel ist es, die Machtbegriffe verschiedener Organisationstheorien katalogisierend darzustellen und Hypothesen zur Bedeutung des Faktors "Macht" innerhalb dieser Theorien zu überprüfen.
Es wird eine theoretische Analyse und Literaturstudie durchgeführt, um organisationstheoretische Ansätze in Gruppen einzuteilen und anhand der Thesen zu vergleichen.
Der Hauptteil analysiert verschiedene Ansätze – von den Klassikern über den Kontingenzansatz bis hin zur Systemtheorie – und untersucht deren spezifisches Machtverständnis.
Machtbegriff, Organisationstheorie, Handlungsspielraum, Struktur, Mikropolitik und Ressourcenabhängigkeit sind zentrale Begriffe.
Die klassischen Ansätze verknüpfen Macht eng mit Hierarchie und formaler Autorität, während die Systemtheorie Macht eher als ein Kommunikationsphänomen betrachtet und das Handeln individueller Akteure in den Hintergrund stellt.
Strukturen werden in der Arbeit oft als Beschränkungsfaktoren für den individuellen Handlungsspielraum interpretiert; je stärker die Struktur, desto geringer wird tendenziell die Macht entfaltet.
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