Examensarbeit, 2007
130 Seiten, Note: 1
Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung
1 Einleitung: Die Natur versteht keinen Spaß.
1.1 Ziel und Aufbau der Arbeit
1.2 Vorgehen/Methodik
1.3 Definitionen
1.4 Aktualität und Relevanz
2 Chinas Umweltzerstörung – Ursachen und Entwicklungen
2.1 Die Ausgangssituation – Wirtschaftswachstum, Ressourcenvorkommen und Bevölkerung
2.2 Die ökologische Krise in China
2.2.1 Wasser – verschmutzt und knapp
2.2.1.1 Wasserknappheit
2.2.1.2 Wasserverschmutzung
2.2.1.3 Gesundheitliche Folgen der Wasserverschmutzung
2.2.2 Luft zum Atmen?
2.2.2.1 Gesundheitliche Folgen der Luftverschmutzung
2.2.3 Boden: Nur so gut wie seine Umwelt.
2.3 Eigene Eindrücke
2.4 Auswege aus der Krise – Maßnahmen zur Verbesserung der Umweltsituation
3 Umweltschutz
3.1 Die historische Entwicklung des Umweltschutzes in China: Schritte der Regierung
3.1.1 Kampagnen und administrative Maßnahmen
3.1.2 Rechtliche Rahmenbedingungen
3.1.3 Die Kräfte des Marktes
3.2 Die Verwaltungsstrukturen des Umweltschutzes
3.2.1 The State Environmental Protection Administration (SEPA)
3.2.2 The National People’s Congress / Der nationale Volkskongress (NPC)
3.2.3 Der chinesische Staatsrat
3.2.4 Weitere Ministerien und Behörden
3.2.5 Die Lokalbehörden
3.3 Umweltschutz in Nichtregierungs-Organisationen
3.3.1 NGOs und GONGOs
3.3.1.1 Die Gründe des plötzlichen Anwachsens
3.3.1.2 Vorschriften für Nichtregierungs-Organisationen: Der schwere Weg zur Legalität.
3.3.1.3 Spezialfall GONGOs
3.3.1.4 Getarnte Organisationen
3.3.2 Studentische Umweltschutzorganisationen
3.3.3 Internetgestützte Umweltschutzorganisationen
3.3.4 Die zukünftige Entwicklung
4 Umweltbewusstsein
4.1 Definition Umweltbewusstsein und Begriffsdiskussion
4.2 Vorbemerkungen zur Untersuchung
4.3 Ergebnisse der Studie
4.3.1 Lebensqualität/Wohnen
4.3.2 Relevanz des Umweltproblems
4.3.3 Wahrnehmung der Umweltqualität / Klimaschutz
4.3.4 Umwelteinstellungen
4.3.5 Verkehr/Mobilität
4.3.6 Umweltbelastungen / Gesundheit
4.3.7 Informationsverhalten
4.4 Ergebnisse anderer Studien
4.5 Zusammenfassung
5 Didaktische Anregungen und Materialien
5.1 Grundlagen: Wirtschaftswachstum und Bevölkerungsentwicklung
5.2 Umweltverschmutzung – Wasser
5.3 Umweltverschmutzung – Luft
5.4 Treibhausgas Kohlendioxid (CO2), Kyoto-Protokoll, Nachhaltige Entwicklung
5.5 Regenerative Energien: Der Drei-Schluchten-Staudamm
5.6 Zukunftsszenarien
Die Arbeit untersucht den ökologischen Wandel in der Volksrepublik China im Kontext des rasanten wirtschaftlichen Aufstiegs. Das Hauptziel ist es, ein fundiertes Bild der Umweltproblematik in den Bereichen Wasser, Luft und Boden zu vermitteln und didaktisch aufzubereiten, um die Integration dieser Thematik in den Geographieunterricht zu unterstützen, wobei gleichzeitig das Umweltbewusstsein der Bevölkerung empirisch analysiert wird.
2.2.1.1 Wasserknappheit
Wasser ist knapp in China. Das Pro-Kopf-Wasservorkommen liegt 25 Prozent unter dem Weltdurchschnitt. Stehen heute noch jedem Einwohner Chinas 2.200 m3 zur Verfügung, so werden es 2030 nur noch weniger als 1.700 m3 sein, was der Definition der Weltbank für ein wasserarmes Land entspricht. Im Norden des Landes stellt sich die Situation noch drastischer dar. Die durchschnittlichen Wasserreserven liegen dort bei nur 750 m3 pro Person, das entspricht nur einem Zehntel des globalen Mittels. Die geschätzte Zahl von Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, liegt zwischen 350 Millionen (SEPA: State Environmental Protection Administration) und 700 Millionen (Weltbank) und ist in beiden Fällen gleichermaßen erschreckend.
Laut Stockholm Environment Institute und UNDP müssen 700 Millionen Menschen in China mit tierischem oder menschlichem Abfall verschmutztes Wasser trinken, das die maximal erlaubten Werte für fäkale Kolibakterienkonzentration um bis zu 86 Prozent überschreitet. 1996 erfüllten nur sechs der 27 größten Städte Chinas die Standards der Regierung für Trinkwasser, beim Grundwasser erreichten diese 23 Städte nicht.
Größter Wasserverbraucher ist die Landwirtschaft, die 80 Prozent des Wassers verschlingt (bzw. 65 Prozent), doch auch der Verbrauch der Industrie und der privaten Haushalte hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Die folgende Abbildung zeigt die Entwicklung für das Zhang-He-Bewässerungsgebiet: Wachsende Nachfrage und sich verschärfende Konkurrenz mit dem industriellen Sektor und dem Haushaltsbereich führen zu einem Absinken des für die landwirtschaftliche Bewässerung bereitgestellten Wasseranteils, da in den beiden letztgenannten Bereichen die Gewinnspanne pro Wassereinheit viel höher liegt.
1 Einleitung: Die Natur versteht keinen Spaß.: Diese Einleitung führt in den wirtschaftlichen Aufschwung Chinas und die daraus resultierenden ökologischen Konsequenzen ein und erläutert Zielsetzung sowie methodisches Vorgehen der Arbeit.
2 Chinas Umweltzerstörung – Ursachen und Entwicklungen: Dieses Kapitel analysiert die ökologische Krise in den drei Bereichen Wasser, Luft und Boden sowie die Ursachen für die Umweltzerstörung und skizziert erste Gegenmaßnahmen.
3 Umweltschutz: Hier werden die historische Entwicklung des Umweltschutzes durch Regierungsmaßnahmen, Verwaltungsstrukturen sowie das Engagement von Nichtregierungs-Organisationen (NGOs/GONGOs) und studentischen Gruppen vorgestellt.
4 Umweltbewusstsein: In diesem Kapitel wird das Umweltbewusstsein der chinesischen Bevölkerung anhand einer eigenen Befragung untersucht und im Vergleich zu deutschen Daten diskutiert.
5 Didaktische Anregungen und Materialien: Der abschließende Teil bietet konkrete didaktische Unterstützung für Lehrkräfte, inklusive Arbeitsblätter und Materialien zur Vorbereitung von Unterrichtseinheiten zu den behandelten Themen.
China, Umweltschutz, Umweltzerstörung, Wasserknappheit, Luftverschmutzung, Ressourceneffizienz, Nachhaltige Entwicklung, Umweltbewusstsein, NGOs, GONGOs, Geographiedidaktik, Bevölkerungswachstum, Wirtschaftswachstum, Drei-Schluchten-Staudamm, Klimawandel.
Die Arbeit behandelt die gravierenden Umweltprobleme in der Volksrepublik China im Zuge des rasanten wirtschaftlichen Aufstiegs und beleuchtet die Maßnahmen des Staates sowie die Rolle der Zivilgesellschaft.
Die zentralen Felder sind die Analyse von Wasser- und Luftverschmutzung, Bodendegradierung, die administrative und rechtliche Struktur des Umweltschutzes in China sowie das Umweltbewusstsein der chinesischen Bevölkerung.
Das Ziel ist es, ein umfassendes Bild der Umweltproblematik zu vermitteln und diese Inhalte so didaktisch aufzubereiten, dass sie direkt im Geographieunterricht an Gymnasien einsetzbar sind.
Die Autorin stützt sich auf eine eingehende Literaturrecherche, die Auswertung von Fachzeitschriften sowie eine eigene empirische Untersuchung (Fragebogenerhebung) und persönliche Eindrücke von einer Exkursion in China.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der ökologischen Krise (Kapitel 2), den staatlichen Umweltschutz sowie zivilgesellschaftliches Engagement (Kapitel 3) und die empirische Studie zum Umweltbewusstsein (Kapitel 4).
Wichtige Begriffe sind China, Umweltzerstörung, Wasserknappheit, Nachhaltige Entwicklung, Umweltbewusstsein, NGOs, Luftverschmutzung und didaktische Aufarbeitung.
Die Untersuchung zeigt, dass NGOs und studentische Gruppen eine wachsende Rolle spielen, sich jedoch in einem schwierigen Feld zwischen staatlicher Kontrolle und notwendigem zivilgesellschaftlichem Engagement bewegen, wobei oft der Status der GONGOs eine Besonderheit darstellt.
Die Studie offenbart, dass die chinesischen Befragten die Umweltqualität ihres Landes (besonders auf nationaler Ebene) deutlich kritischer sehen als die deutschen Teilnehmer ihre Umwelt, wobei in China das Umweltproblem als vorrangiges nationales Anliegen wahrgenommen wird.
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