Examensarbeit, 2007
97 Seiten, Note: 2,3
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
1. EINLEITUNG
2. FORSCHUNGSTAND
3. DIE ENTSTEHUNG DES <ß>
4. RECHTSCHREIBUNG
4.1. Begriffsbestimmungen: Orthographie – geschriebene Sprache – Schreibung – Graphem
4.2. Funktionen der Schreibung
4.3. Merkmale der Orthographie
4.4. Orthographische Prinzipien
5. ZUR NEUREGELUNG DER DEUTSCHEN ORTHOGRAPHIE
5.1. Die alte Regelung der s-Schreibung
5.2. Vorschläge zur Reform der s-Schreibung
5.3. Die endgültige Neuregelung der s-Schreibung
5.4. Kritik an der Neuregelung der s-Schreibung
6. BEDEUTUNG DER NEUREGELUNG DER ORTHOGRAPHIE FÜR DEN DAF-UNTERRICHT
6.1. Rechtschreibung als Teil der schriftlichen Kommunikation
6.2. Rechtschreiberwerb
6.3. Die Fertigkeit Schreiben im DaF-Unterricht
6.4. Rechtschreibung im DaF-Unterricht
6.5. Diskussion um die Bedeutung der Orthographie für DaF
6.6. Kritik an der alten Regelung der s-Schreibung aus DaF-Sicht
6.7. Methoden und Übungen
7. DEUTSCH ALS FREMDSPRACHE IN IRLAND
7.1. Das irische Schulsystem
7.2. Zur Situation des DaF-Unterrichts in Irland
7.3. Das irische Curriculum für das Schulfach Deutsch
7.4. DaF-Unterricht in der Grafschaft Cork
7.5. Die deutsche Minderheit in Irland
7.6. Probleme beim Orthographieerwerb im irischen DaF-Unterricht
7.7. Lehrwerke im irischen DaF-Unterricht
8. UNTERSUCHUNGEN ZUM STAND DER NEUREGELUNG DER S SCHREIBUNG
8.1. Die Lehrerumfrage
8.1.1. Konzipierung und Durchführung der Umfrage
8.1.2. Zur Ergebnisdarstellung
8.1.3. Charakterisierung der Stichprobe
8.1.4. Befunde: Stellenwert der Orthographie im Unterricht
8.1.5. Befunde: Kenntnisse der Lehrer zur Neuregelung der s-Schreibung
8.2. Das Schülerdiktat
8.2.1. Konzipierung und Durchführung des Diktates
8.2.2. Zur Ergebnisdarstellung
8.2.3. Charakterisierung der Stichprobe
8.2.4. Befunde: Kenntnisse der Schüler zur s-Schreibung
8.2.4.1. Fourth year
8.2.4.2. Fifth year
8.2.4.3. Sixth year
8.2.5. Zusammenfassung
8.3. Konsequenzen für den Unterricht
8.4. Die Studentenumfrage
8.4.1. Konzipierung und Durchführung der Umfrage
8.4.2. Zur Ergebnisdarstellung
8.4.3. Charakterisierung der Stichprobe
8.4.4. Befunde: Stellenwert der Rechtschreibung im DaF-Unterricht an Sekundarschulen
8.4.5. Befunde: Vermittlung der Rechtschreibung während des Hochschulstudiums
8.4.6. Befunde: Rechtschreibkenntnisse der Studenten
8.5. Schlussfolgerungen aus allein drei Untersuchungen
9. FAZIT
Die Arbeit untersucht den Wissensstand und die praktische Anwendung der Neuregelung der deutschen Orthographie (insbesondere der s-Schreibung) bei Lehrern, Schülern und Studenten im DaF-Unterricht der Grafschaft Cork, Irland, und analysiert, inwieweit diese Neuregelung im Unterricht vermittelt wird.
6.5. Diskussion um die Bedeutung der Orthographie für DaF
John (1989) argumentiert für die Behandlung der Rechtschreibung bereits im Anfängerunterricht, da das Schriftbild eine wichtige Orientierungshilfe für die Schüler sei. So können sie sich leichter an die Bedeutung des Wortes sowie an dessen Aussprache erinnern. Zudem erkennen sie bei der Realisierung der Aussprache in das Schriftbild die Beziehungen zwischen den deutschen Phonemen und Graphemen, d.h. dass es zwar Regeln gibt, aber keine durchgängig eindeutigen Phonem-Graphem-Zuordnungen. Das bedeutet, dass beim Erlernen der Fremdsprache Deutsch von Anfang an ein Unterrichtsschwerpunkt auf der Vermittlung der Rechtschreibung liegen sollte, weil die Schüler sie nicht nur als Orientierung für eine korrekte Aussprache nutzen können, sondern auch von vorn herein wichtige linguistische Beziehungen erkennen und so von Beginn an Fehler vermeiden können.
Der Umkehrschluss ist, dass Schüler die Laut-Buchstaben-Zuordnungen nicht erkennen und aus der, je nach Lehrer durchaus unterschiedlichen Aussprache falsche Rückschlüsse auf das Schriftbild schließen, wenn zunächst der Unterrichtsschwerpunkt nur auf die mündliche Kommunikation gelegt wird. Wird die Rechtschreibung aber von Beginn an geübt, so lassen sich viele Schreibfehler vermeiden und die Schüler gewinnen eine Einsicht in die Struktur der deutschen Sprache, die sie, abgesehen von Ausnahmen, auch im selbständigen Lernen und bei der späteren eigenständigen Vorbereitung auf Tests oder Prüfungen immer wieder anwenden können. Auch Bohn betont noch einmal, dass dem Schüler durch das korrekte Schreiben die Aussprache bewusst wird. Er stellt fest, dass die Ausbildung der Fertigkeit Schreiben im DaF-Unterricht von den meisten Lehrern als unwichtig angesehen und daher nicht geübt wird. Bohn plädiert dafür, das Schreiben als Sprachtätigkeit im gleichen Maße wie die anderen drei Tätigkeiten Hören, Sprechen und Lesen zu behandeln. Dabei nennt er die Orthographie als einen Teilbereich des Schreibens, zu dem auch das Einführen in die Arbeit mit dem Wörterbuch gehört.
1. EINLEITUNG: Hinführung zum Thema, Beschreibung der Relevanz der Orthographie im DaF-Kontext und Vorstellung der Forschungsfrage.
2. FORSCHUNGSTAND: Übersicht über die fachwissenschaftliche Literatur zur deutschen Orthographie und den speziellen Kontext des DaF-Unterrichts.
3. DIE ENTSTEHUNG DES <ß>: Skizze der historischen Entwicklung des Buchstabens <ß> aus verschiedenen Ligaturen.
4. RECHTSCHREIBUNG: Theoretische Klärung von Grundbegriffen, Funktionen der Schreibung sowie Vorstellung orthographischer Prinzipien.
5. ZUR NEUREGELUNG DER DEUTSCHEN ORTHOGRAPHIE: Darstellung der Entwicklung von der alten Regelung über Reformvorschläge bis zur endgültigen Neuregelung der s-Schreibung und deren Kritik.
6. BEDEUTUNG DER NEUREGELUNG DER ORTHOGRAPHIE FÜR DEN DAF-UNTERRICHT: Diskussion der Rolle der Rechtschreibung als Teil der schriftlichen Kommunikation und ihre didaktische Relevanz.
7. DEUTSCH ALS FREMDSPRACHE IN IRLAND: Analyse des irischen Schulsystems, des Curriculums und der spezifischen Herausforderungen beim Orthographieerwerb.
8. UNTERSUCHUNGEN ZUM STAND DER NEUREGELUNG DER S SCHREIBUNG: Auswertung quantitativer Umfragen unter Lehrern, Schülern und Studenten sowie der Ergebnisse eines Schülerdiktats.
9. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf künftigen Forschungsbedarf.
Deutsch als Fremdsprache, Rechtschreibreform, Neuregelung, s-Schreibung, DaF-Unterricht, Orthographieerwerb, Irland, Schülerdiktat, Lehrerumfrage, Sprachdidaktik, phonematische Prinzipien, Schemakonstanz, schriftliche Kommunikation, Fehleranalyse, Fremdsprachenforschung
Die Arbeit analysiert den Wissensstand und die praktische Umsetzung der Rechtschreibreform (speziell der s-Schreibung) bei Lehrern und Lernenden im DaF-Unterricht in der irischen Grafschaft Cork.
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen der deutschen Orthographie, die Geschichte der s-Schreibreform, der Stellenwert des Schreibens im Fremdsprachenunterricht sowie die konkrete Unterrichtspraxis in Irland.
Das Ziel ist es, zu prüfen, ob die seit 2005 verbindliche Neuregelung der Rechtschreibung tatsächlich in der Unterrichtspraxis in Irland angekommen ist oder ob weiterhin alte Regelungen vermittelt werden.
Es handelt sich um eine empirische Studie, die quantitative Umfragen (Fragebögen) bei Lehrern und Studenten sowie ein standardisiertes Schülerdiktat umfasst.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Orthographie und Reformgeschichte, eine Analyse der DaF-Situation in Irland (inkl. Curriculum) sowie die detaillierte Auswertung der empirischen Daten.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Neuregelung", "DaF-Unterricht", "s-Schreibung", "Rechtschreibkompetenz" und "irisches Schulsystem" geprägt.
Die Lehrer fühlen sich im Umgang mit der neuen Rechtschreibung unsicher, vermitteln diese nur unzureichend und weisen Wissenslücken bei den s-Regelungen auf.
Schüler haben große Probleme, zwischen kurzen und langen Vokalen zu unterscheiden, und neigen dazu, Wörter fehlerhaft nur mit einem "s" zu schreiben oder alte Regeln anzuwenden.
Da die Rechtschreibung im irischen "Leaving Certificate" bewertet wird, können Fehler bei der Orthographie die Abschlussnote negativ beeinflussen und damit die Studienchancen mindern.
Die Autorin empfiehlt dringend Fortbildungsseminare für Lehrer, eine stärkere Einbindung systematischer Rechtschreibübungen im Unterricht und die Aktualisierung der verwendeten Lehrmaterialien.
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