Bachelorarbeit, 2019
46 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2. Aufbau der Arbeit
2. Grundlagen zu Investitionsstrategien
2.1 Assetmanagement
2.2 Passives Portfoliomanagement
2.3 Aktives Portfoliomanagement
2.4 Hybrid Form: Smart Beta ETF
3. Grundlagen des Investitionsverhaltens
3.1 Die Neoklassische Kapitalmarkttheorie und ihre Grenzen
3.2 Die Behavioral Finance als Erklärungsansatz für Marktanomalien
3.3 Marktanomalien in der Wertschöpfungskette
3.3.1 Anomalien in der Informationsaufnahme
3.3.2 Anomalien in der Informationsverarbeitung
3.3.3 Anomalien in der Entscheidungsfindung
4. Analyse der Investorentypen
4.1 Charakteristika eines aktiven Investors
4.2 Charakteristika eines passiven Investors
4.3 Charakteristika von Smart Beta ETF Investoren
4.3.1 Innere Charaktereigenschaften eines Smart Beta ETF Investors
4.3.2 Äußerliche Charaktereigenschaften eines Smart Beta ETF Investors
4.3.3. Maßnahmen zur Korrektur von abweichendem Investitionsverhalten
5. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die spezifischen Charaktereigenschaften von Investoren, die sich für Smart Beta ETFs entscheiden, um psychologische Anomalien im Anlegerverhalten zu identifizieren und Korrekturmaßnahmen aufzuzeigen.
3.3.1 Anomalien in der Informationsaufnahme
Bei der Informationsaufnahme bedienen sich die Marktteilnehmer an Heuristiken, meist kognitiver Art. Im Rahmen dieses Abschnitts werden die Verfügbarkeits-Heuristik, der Darstellungseffekt und das Herdenverhalten vorgestellt.
Die Verfügbarkeits-Heuristik ist eine stark verzerrende kognitive Heuristik und entsteht durch eine Fehleinschätzung von Wahrscheinlichkeiten. Bei der Aufnahme von Informationen bedient sich das menschliche Gehirn meist an vergangenen Informationen, die leichter abrufbar und stark prägend sind. Diese abgerufenen Informationen oder Ereignisse werden mit einer höheren Wahrscheinlichkeit eingeschätzt, als Informationen die schwerer vorzustellen oder abzurufen sind. Bspw. überschätzen viele Befragte die Todesopfer von Naturkatastrophen. Die starke Überschätzung hängt mit der leichten Abrufbarkeit und der prägnanten medialen Berichterstattungen dessen zusammen. Durch die genannte Heuristik wird eine Bewertung von Informationen anhand fundierter Daten erschwert. Außerdem kann es dazu führen, dass Wertpapiere aus der eigenen Branche, Region oder aus dem Bekanntenkreis lukrativer geschätzt werden, als sie es tatsächlich sind.
Eine Methode der Wahrnehmungs-Heuristiken ist der Darstellungseffekt. Dieser Effekt behandelt unterschiedliche Darstellungsarten von Entscheidung. Studien zeigen, dass bei unterschiedlichen Darstellungen eines Sachverhaltes die Probanden eine andere Antwortmöglichkeit wählen. Dabei wurde die Frage sachgemäß nicht geändert, jedoch wurden Formulierungen hinsichtlich Gewinn- oder Verlustgrößen anderes gewählt. Würde die Prognose bei einem Aktienkauf lauten: „Der Aktienkurs könnte mit einer Wahrscheinlichkeit von 20% sinken“, wären die Käufer weniger gewillt sie zu kaufen, als wenn die Darstellung lauten würde: „Der Aktienkurs könnte mit einer Wahrscheinlichkeit von 80% steigen“. Kahneman und Tversky fanden in ihren Studien heraus, dass die Menschen eher dazu neigen keine Verluste einzugehen, als den Versuch zu wagen Gewinne zu erzielen. Sachverhalte, die eine Verlustgröße mehr in den Fokus stellen, werden durch die Verlustaversion versucht zu vermeiden. Der Darstellungseffekt ist somit eine Heuristik kognitiver Fehleinschätzungen von Informationen.
1. Einleitung: Einführung in die wachsende Bedeutung von ETFs und Smart Beta ETFs sowie Erläuterung der Relevanz der Untersuchung des Anlegerverhaltens.
2. Grundlagen zu Investitionsstrategien: Definition und Abgrenzung von aktivem, passivem und hybridem Portfoliomanagement unter Berücksichtigung von Risikokennzahlen.
3. Grundlagen des Investitionsverhaltens: Darstellung der Grenzen der neoklassischen Theorie und Einführung der Behavioral Finance zur Erklärung irrationaler Marktanomalien.
4. Analyse der Investorentypen: Klassifizierung von Investorentypen und detaillierte Untersuchung der inneren und äußeren Merkmale von Smart Beta ETF Anlegern.
5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Studienergebnisse und Empfehlungen zur Aufklärung von Investoren zur Vermeidung psychologischer Verzerrungen.
Smart Beta ETF, Behavioral Finance, Investorenverhalten, Portfoliomanagement, Marktanomalien, Heuristiken, Bias, Rendite-Risiko-Relation, psychologische Verzerrungen, Anlegertypologie, Kapitalmarkttheorie, Informationsverarbeitung, Finanzielle Bildung, Entscheidungsfindung, Diversifikation
Die Arbeit analysiert, welche spezifischen Charaktereigenschaften Anleger aufweisen, die in Smart Beta ETFs investieren, und wie psychologische Verzerrungen ihr Verhalten beeinflussen.
Die zentralen Felder sind die Grundlagen der Portfoliostrategien, die Behavioral Finance sowie die verhaltenspsychologische Profilbildung von Investoren.
Das Ziel ist es, den Smart Beta ETF Investor (SBEI) zu definieren, seine Verhaltensmuster zu verstehen und Möglichkeiten zur Korrektur irrationaler Investitionsentscheidungen aufzuzeigen.
Es wird eine literaturgestützte Analyse durchgeführt, die bestehende Studien aus der Behavioral Finance und der Finanzmarktforschung zusammenführt und auf das spezifische Produkt Smart Beta ETF anwendet.
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen der Investitionsstile, die Erklärung von Marktanomalien durch die Behavioral Finance sowie eine detaillierte Analyse der inneren und äußeren Charakteristika von SBEI.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Smart Beta ETF, Behavioral Finance, Investorentypen, Heuristiken, Bias, Marktineffizienzen und Anlegerentscheidungen.
Der SBEI agiert als Hybridtyp, der zwar die Effizienzmarkthypothese teilweise anerkennt, aber durch Trendverfolgung und eine mittlere finanzielle Bildung zu bestimmten Heuristiken wie Herdenverhalten neigt.
Sie verstärkt die ängstliche Herangehensweise des Investors, da er versucht, die Verantwortung für Fehlentscheidungen zu vermeiden und sich an der Masse orientiert.
Sie hilft Finanzberatern dabei, Mandanten besser einzuschätzen und sie gezielt auf ihre individuellen Wahrnehmungsverzerrungen hinzuweisen, um eine optimierte Anlageberatung zu ermöglichen.
Sie ist ein entscheidender Faktor, da eine nur mittelmäßige finanzielle Bildung beim SBEI dazu führt, dass er leichter durch Trends und Medienberichterstattung beeinflusst wird.
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