Diplomarbeit, 2008
118 Seiten, Note: 1,3
1. Hinführung zum Thema
1.1.Social Software
1.1.1.Theorie der neuen Medien
1.1.2.Konzept: Weblogs
1.1.3.Verbreitung und Nutzung von Weblogs
1.2.Werbung
1.3.Stand der Forschung
1.3.1.Computervermittelte Kommunikation
1.3.2.Journalismus
1.3.3.Identitätsmanagement
1.3.4.Corporate Blogging
1.4.Positionierung des Autors
1.5.Forschungsinteresse und Fragestellung
2. Theoretische Bezüge
2.1.Theoretischer Fahrplan
2.2.The Long Tail
2.3.Cultural Citizenship
2.4.Einfache Weblog-Öffentlichkeiten
2.4.1.Ideale Sprechsituation
2.5.Komplexe Weblog-Öffentlichkeiten
2.6.Ökonomische Dimension
2.6.1.Veränderte Lebenswelt
2.6.2.Gegenöffentlichkeit
2.6.3.Werbemarkt
2.7.Forschungsleitende Annahmen
3. Empirische Untersuchung
3.1.Vorüberlegungen
3.1.1.Untersuchungseinheit
3.1.2.Zeitpunkt
3.1.3.Qualitative Inhaltsanalyse
3.1.4.Grounded Theory
3.2.Erhebungsmethode
3.2.1.Methodik
3.2.2.Feststellung der Grundgesamtheit
3.2.3.Randomisierung
3.2.4.Aufbereiten der Textdaten
3.2.5.Kodierung
3.2.6.Kode-Karten
3.2.7.Kategorisierung
3.2.8.Leistungen qualitativer Forschung
3.2.9.Stand der qualitativen Online Forschung
4. Auswertung
4.1.Motive
4.1.1.Ideale
4.1.2.Abhängigkeit
4.1.3.Selbstbestimmung
4.1.4.Persönlich
4.2.Theoriegeleitete Analyse
5. Schlussbetrachtung und Ausblick
Die Arbeit untersucht den Professionalisierungsprozess von Weblogs und die damit einhergehenden Kommerzialisierungstendenzen. Ziel ist es, durch eine qualitative Inhaltsanalyse die Einstellungen und Reaktionen von Bloggern auf Werbemaßnahmen zu verstehen und in einen soziologischen Kontext einzuordnen.
1.1.1 Theorie der neuen Medien
Die Frage, ob der Computer eine Rechenmaschine oder ein kommunikatives Medium darstellt, ist tatsächlich erst in den letzten zehn Jahren medientheoretisch reflektiert worden, so dass zunächst eine breiter gefächerte Differenzierung stattfinden muss:
"Der Begriff der 'Neuen Medien', so wie er in den 1920er Jahren das Kino und das Radio meinte und in den 1960er Jahren das Fernsehen, wird historisch lediglich als plakatives Label für noch unverstandene Veränderungen der Verständigungs- und Repräsentationsverhältnisse aktualisiert, als begrifflich unspezifischer Ausdruck einer Belastungsreaktion, die einem Überschuss utopischer Projektionen bei gleichzeitigem Mangel an Erfahrungen und Wissen entsteht und sich als kollektive Irritation, als kollektive Verunsicherung artikuliert."
Zum Verständnis des kommunikativen Feldes, indem Weblogs eingenistet sind, soll eine ausführliche Darstellung der spezifischen, und für diese Arbeit relevanten, Merkmale vorgenommen werden. Im Folgenden werden Weblogs als so genannten 'Social Software' bezeichnet. Kommunikation (als Handlungszusammenhang beziehungsweise Prozess) ist die Grundlage und Voraussetzung von Information mit kommunikativem Gehalt, als Inhalt oder Gegenstand, die auch für Weblogs im Informationszeitalter des 21.Jahrhunderts von größter Bedeutung sind. Das wirklich neue an dieser Technologie ist ihr non-elitärer Charakter, der beim Zugang zur Information genauso offen ist, wie bei deren Verbreitung:
"In gewisser Weise repräsentieren Blogs das Web, wie es von Anfang an gedacht war: ein Massenmedium, kontrolliert durch die Massen, in dem jeder gehört wird, der etwas zu sagen hat und den Schneid, es zu sagen."
1. Hinführung zum Thema: Dieses Kapitel führt in das Phänomen Weblog ein, definiert das Format und beleuchtet den aktuellen Stand der Forschung sowie die Relevanz der Arbeit im Kontext von Werbung.
2. Theoretische Bezüge: Hier werden theoretische Ansätze wie 'The Long Tail', 'Cultural Citizenship' und Habermas' 'ideale Sprechsituation' genutzt, um die soziologischen Rahmenbedingungen der Blogosphäre zu analysieren.
3. Empirische Untersuchung: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen, insbesondere die qualitative Inhaltsanalyse und die Grounded Theory, und erläutert die Stichprobenziehung zur Analyse von Blog-Beiträgen.
4. Auswertung: Die Ergebnisse der Untersuchung werden hier in vier zentrale Motive unterteilt ('Ideale', 'Abhängigkeit', 'Selbstbestimmung', 'Persönlich') und theoriegeleitet interpretiert.
5. Schlussbetrachtung und Ausblick: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Grenzen der methodischen Vorgehensweise und zeigt Potenziale für zukünftige Weblog-Forschung auf.
Weblog, Blogosphäre, Professionalisierung, Kommerzialisierung, Online-Medien, Werbung, Cultural Studies, Öffentlichkeit, Qualitative Inhaltsanalyse, Grounded Theory, Internet-Forschung, digitale Bohème, Authentizität, soziale Netzwerke
Die Arbeit analysiert die Professionalisierung und Kommerzialisierung von Weblogs aus sozialsoziologischer Perspektive, insbesondere am Beispiel von Werbemaßnahmen.
Im Zentrum stehen die soziale Konstruktion von Öffentlichkeit, das Identitätsmanagement von Bloggern sowie die ökonomische Dimension von Werbung in einem eigentlich als nicht-kommerziell geltenden Umfeld.
Ziel ist die Erweiterung des Konzepts 'Weblog' um die ökonomische Dimension und die Untersuchung, wie Blogger den Wandel von privaten Tagebüchern hin zu kommerziell beeinflussten Publikationen bewerten.
Der Autor nutzt die qualitative Inhaltsanalyse im Stile der Grounded Theory, um aus einer Stichprobe von Blog-Artikeln kausale Motive für die Einstellung zu Werbung zu extrahieren.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil (u.a. Kommunikationstheorien, Cultural Studies) und eine empirische Analyse, in der Blogger-Reaktionen auf den Werbevermarkter 'adical' ausgewertet werden.
Wichtige Begriffe sind 'Blogosphäre', 'Professionalisierung', 'Cultural Citizenship' und 'Gegenöffentlichkeit'.
Die Arbeit fokussiert explizit auf den blinden Fleck des 'Geldverdienens' und der 'Werbung', die in bisherigen kommunikationssoziologischen Studien oft nicht als zentraler Untersuchungsgegenstand behandelt wurden.
Die Arbeit zeigt, dass Blogger zunehmend Technologiewissen nutzen, um auch Teile des Vertriebs und der Werbung in eigener Sache zu übernehmen, was dem Modell einer 'digitalen Bohème' entspricht.
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