Lizentiatsarbeit, 2007
171 Seiten, Note: gut
1. Einleitung
2. Theorie
2.1 Film als Kunst oder der Kunstfilm
2.1.1 Die europäische Avantgarde
2.1.2 Neorealismus
2.1.3 Autorenkino
2.2 Art Cinema
2.2.1 Filmgeschichtliche Kontextualisierung
2.2.2 Formation
2.2.2.1 Art Cinema und seine Struktur
2.2.2.2 Art-Cinema-Narration nach David Bordwell
2.2.2.3 Filme und Regisseure
2.3 Aspekte der Selbstreflexivität in der Art-Cinema-Narration
2.3.1 Modernistische Auffassungen von Selbstreflexivität
2.3.2 Reflexivity nach Robert Stam
2.3.2.1 Historische Herleitung und dominante Konzepte
2.3.2.2 Kategorien nach Robert Stam
2.4 Die Postmoderne
2.4.1 Filmgeschichtliche Kontextualisierung
2.4.2 Merkmale und Filme
2.4.2.1 Definitionspluralität
2.4.2.2 Kritik
2.4.2.3 Kategorien nach Jens Eder
2.5 Aspekte der Selbstreferenzialität im postmodernen Film
2.5.1 Definition
2.5.2 Kategorien nach Bleicher
2.6 Postmodern Art Cinema: Gegenüberstellung der Selbstreflexivität im Art Cinema und der Selbstreferenzialität im postmodernen Film
3. Steven Soderbergh – Leben und Werk
4. Analyse
4.1 SEX, LIES AND VIDEOTAPE
4.1.1 Selbstreflexivität
4.1.1.1 Filmproduktion
4.1.1.2 Filmrezeption
4.1.1.3 Selbstbewusster Film
4.1.2 Art-Cinema-Narration / Moderne
4.1.3 Selbstreferenzialität und Postmoderne
4.1.4 SEX, LIES AND VIDEOTAPE: Modernismus mit postmodernem Inventar
4.2 SCHIZOPOLIS
4.2.1 Selbstreflexivität
4.2.1.1 Filmproduktion
4.2.1.2 Filmrezeption
4.2.1.3 Selbstbewusster Film
4.2.2 Art-Cinema-Narration / Moderne
4.2.3 Selbstreferenzialität und Postmoderne
4.2.4 SCHIZOPOLIS: Exempel von Postmodern Art Cinema
4.3 FULL FRONTAL
4.3.1 Selbstreflexivität
4.3.1.1 Filmproduktion
4.3.1.2 Filmrezeption
4.3.1.2 Selbstbewusster Film
4.3.2 Art Cinema / Moderne
4.3.3 Selbstreferenzialität und Postmoderne
4.3.4 FULL FRONTAL: Verfremdung durch postmoderne Einschübe
4.4 OCEAN’S TWELVE
4.4.1 Selbstreflexivität
4.4.1.1 Filmproduktion
4.4.1.2 Filmrezeption
4.4.1.2 Selbstbewusster Film
4.4.2 Art Cinema / Moderne
4.4.3 Selbstreferenzialität und Postmoderne
4.4.4 OCEAN’S TWELVE: Postmoderne und modernistische Tangenten
4.5 Weitere Beispiele
4.5.1 KAFKA
4.5.2 THE UNDERNEATH
4.5.3 OUT OF SIGHT
4.5.4 THE LIMEY
4.5.5 TRAFFIC
4.5.6 OCEAN’S ELEVEN
4.5.7 SOLARIS
4.5.8 BUBBLE
4.5.9 THE GOOD GERMAN
5. Synthese
6. Schlusswort und Ausblick
7. Filmographie
7.1 Filme von Steven Soderbergh
7.2 Weitere Filme
8. Bibliographie
8.1 Steven Soderbergh
8.2 Kunstfilm, Art-Cinema-Narration, Moderne und Postmoderne
8.4 Selbstreflexivität und Selbstreferenzialität
8.4 Sekundärliteratur
Die vorliegende Arbeit untersucht das filmische Gesamtwerk von Steven Soderbergh, um zu prüfen, ob es unter den Begriff des "Postmodern Art Cinema" eingeordnet werden kann. Dabei wird analysiert, inwieweit Soderbergh modernistische Elemente der Selbstreflexivität mit postmodernen Techniken der Selbstreferenzialität kombiniert und welche Konstruktionsprinzipien sein Werk dominieren.
4.2.1 Selbstreflexivität
Wenn SEX, LIES AND VIDEOTAPE als eine moderate Version von Selbstreflexivität bezeichnet werden kann, so ist SCHIZOPOLIS sein radikaler Gegenspieler271, da Soderbergh weg vom latent selbstreflexiven Hauptdarsteller der Videokamera zur Achterbahn der Narration gewechselt hat. Wo für den Zuschauer SEX, LIES AND VIDEOTAPE noch äussert zugänglich dargestellt wurde, gibt es bei SCHIZOPOLIS zwar auch eine erkennbare Handlung, diese ist aber so zersplittert, zerhackt und zusammengewürfelt, dass es sehr schwierig ist, ihr zu folgen. Wo es Soderbergh bei SEX, LIES AND VIDEOTAPE ein Anliegen war, sich mit den Charakteren zu identifizieren, sich einzulassen auf eine Partizipation mit den Figuren und ihren Problemen, schreit SCHIZOPOLIS bzw. Soderbergh in seiner Doppelrolle den Zuschauer förmlich an und will ihn möglichst weit weg bringen von einer passiven Involviertheit zu einer distanzierten, aktiven Reflektion über die Filmform, über die Narration und über das Konstrukt Film.
Die Analyse muss sich auf bestimmte selbstreflexive Themen bzw. auf bestimmte zusammenhangslose Einstellungen beschränken, da man für die vollständige Analyse der Selbstreflexion eine weitere Lizentiatsarbeit beilegen könnte.
1. Einleitung: Die Einleitung etabliert die These, dass Soderberghs Werk als "Postmodern Art Cinema" verstanden werden kann, und führt in die methodische Herangehensweise der filmischen Analyse ein.
2. Theorie: Dieses Kapitel liefert das theoretische Fundament durch die Definition von Art-Cinema-Narration, Moderne und Postmoderne sowie der Abgrenzung von Selbstreflexivität und Selbstreferenzialität.
3. Steven Soderbergh – Leben und Werk: Eine biographische Skizze des Regisseurs, die den Bezug zwischen seinem Werdegang und seiner experimentellen filmischen Handschrift beleuchtet.
4. Analyse: Der Hauptteil untersucht vier spezifische Soderbergh-Filme detailliert hinsichtlich ihrer selbstreflexiven und selbstreferenziellen Konstruktionsprinzipien.
5. Synthese: Die Ergebnisse der Analyse werden diskutiert und in Bezug zur Ausgangsthese gesetzt, um das Werk abschließend einzuordnen.
6. Schlusswort und Ausblick: Eine abschließende Reflektion über die Einordnung des Regisseurs im Kontext des postmodernen Kinos.
7. Filmographie: Eine chronologische Liste der analysierten Filme sowie der Referenzfilme aus der Filmgeschichte.
8. Bibliographie: Ein umfassendes Verzeichnis der verwendeten Quellen und Literatur.
Steven Soderbergh, Postmodern Art Cinema, Selbstreflexivität, Selbstreferenzialität, Moderne, Postmoderne, Art-Cinema-Narration, Filmproduktion, Filmrezeption, Intertextualität, Dekonstruktion, Medienkompetenz, Filmtheorie, Konstruktivismus.
Die Arbeit analysiert das filmische Gesamtwerk von Steven Soderbergh, um zu untersuchen, wie er moderne und postmoderne Erzählkonzepte in seinen Filmen miteinander verknüpft.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Begriffe Selbstreflexivität (Moderne) und Selbstreferenzialität (Postmoderne) und wie diese genutzt werden, um den Film als Konstrukt offenzulegen.
Die Forschungsfrage lautet, ob Soderberghs Gesamtwerk als "Postmodern Art Cinema" klassifiziert werden kann und welche formalen Prinzipien dabei die dominierende Rolle spielen.
Die Arbeit stützt sich auf eine neoformalistische Filmanalyse, welche die formalen filmischen Mittel (Kamera, Montage, Licht) untersucht, um die Konstruktionsprinzipien hinter der Erzählung freizulegen.
Im Analyseteil werden vier Hauptfilme (SEX, LIES AND VIDEOTAPE, SCHIZOPOLIS, FULL FRONTAL, OCEAN’S TWELVE) und weitere ausgewählte Werke Soderberghs detailliert auf ihre selbstreflexiven und selbstreferenziellen Momente hin untersucht.
Die wichtigsten Begriffe sind Selbstreflexivität, Selbstreferenzialität, Postmodern Art Cinema, Konstruktivismus und Intertextualität.
SCHIZOPOLIS wird als die "exemplarische Manifestation" von Soderberghs filmischem Experimentieren betrachtet, da es radikal mit konventionellen Erzählmustern bricht und die Künstlichkeit der Filmform in den Vordergrund rückt.
Remakes wie "THE UNDERNEATH" oder "OCEAN’S ELEVEN" werden nicht nur als Neuverfilmungen betrachtet, sondern als Mittel der Selbstreferenzialität, durch die Soderbergh seine eigene filmische Handschrift und den Bezug zur Filmgeschichte thematisiert.
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