Bachelorarbeit, 2019
45 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Makroökonomische Grundlagen
2.1 Bankenunion
2.2 Nationale Einlagensicherungssysteme
3 EU-Einlagensicherung
3.1 Gründe für eine Einführung
3.2 Design der EU-Einlagensicherung
3.3 Voraussetzungen
4 Auswirkungen der EU-Einlagensicherung
4.1 Bank Runs
4.1.1 Bilanz einer Geschäftsbank
4.1.2 Modell von Diamond und Dybvig (1983)
4.2 Moral Hazard
4.2.1 Modell von Gropp und Vesala (2004)
4.2.2 Marktdisziplinierung
5 Vergleich mit den USA
5.1 Federal Deposit Insurance Corporation
5.2 US-amerikanischer Aufsichtsmechanismus
5.3 FDIC als Vorbild für EDIS
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die Einführung eines Europäischen Einlagensicherungssystems (EDIS) eine stabilisierende oder destabilisierende Wirkung auf die Finanzmärkte im Euroraum hat. Dabei steht die Abwägung zwischen dem gesteigerten Vertrauen der Anleger, der Vermeidung von Bank Runs und den Risiken eines durch die Absicherung geförderten Moral-Hazard-Verhaltens im Fokus.
4.1 Bank Runs
Das Bankensystem ist gekennzeichnet durch Informationsasymmetrien. Das bedeutet, dass den AnlegerInnen nicht ausreichend Informationen zur Verfügung stehen, um sich ausgiebig über die aktuellen Situationen und das Agieren der Banken informieren zu können. Sie können nur schwer einschätzen, ob tatsächlich Risiken seitens des Finanzinstituts bestehen und ihre Einlagen damit in Gefahr sind oder ob es sich um exogene Risiken handelt, die aufgrund aktueller Marktsituationen bestehen (Gören 2019). Dementsprechend reichen bereits schlechte Nachrichten und Gerüchte aus, um AnlegerInnen dazu zu bewegen, ihre Einlagen von der Bank abzuheben. Geschieht dieses Verhalten plötzlich und in Massen, nennt sich dieser Vorfall Bank Run. Die dabei auftretenden Probleme für die Banken werden im kommenden Abschnitt erläutert.
Die Transformation von kurzfristig abrufbaren Einlagen in langfristig gebundene Investitionen stellt ein zentrales Risiko für die Banken dar. Im Normalfall sind die Liquiditätsbedürfnisse der AnlegerInnen unabhängig voneinander. Das bedeutet, dass die Abhebungen der einen sich mit den Neueinlagen der anderen ausgleichen. Damit haben die Banken immer genügend Liquidität zur Verfügung, um die Nachfrage nach Einlagen decken zu können (Keuschnigg und Winterberg 2017).
Eine Einlagensicherung soll in Problemsituationen wie Bank Runs helfen, in denen AnlegerInnen das Vertrauen in das Bankensystem verlieren. Die Konsequenz daraus ist ein panikartiges Einfordern ihrer Einlagen, aus der Angst heraus, die Bank könnte insolvent gehen.
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit der Bankenunion infolge der Finanzkrise und skizziert die Fragestellung zur Wirkung von EDIS auf die Finanzmarktstabilität.
2 Makroökonomische Grundlagen: Hier werden die Säulen der Bankenunion, insbesondere der Aufsichts- und Abwicklungsmechanismus, sowie die Struktur nationaler Einlagensicherungssysteme erläutert.
3 EU-Einlagensicherung: Dieses Kapitel behandelt die Gründe für eine EU-weite Einführung, das geplante Design in drei Phasen sowie notwendige Voraussetzungen zur Harmonisierung.
4 Auswirkungen der EU-Einlagensicherung: Das Kapitel analysiert theoretisch die Stabilitätseffekte bei Bank Runs sowie die Risiken des Moral Hazards unter Berücksichtigung verschiedener ökonomischer Modelle.
5 Vergleich mit den USA: Die Arbeit vergleicht das US-System (FDIC) als langjährige Referenz mit den europäischen Plänen und leitet daraus Bedingungen für ein erfolgreiches EDIS ab.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine EU-Einlagensicherung in der Theorie stabilisierend wirkt, ihre Wirksamkeit in der Praxis jedoch an strenge Voraussetzungen wie den Abbau von Altlasten und eine effektive Bankenaufsicht geknüpft ist.
Europäische Bankenunion, Einlagensicherungssysteme, EDIS, Finanzmarktstabilität, Bank Runs, Moral Hazard, Marktdisziplinierung, Diamond und Dybvig, Gropp und Vesala, FDIC, Bankenaufsicht, Informationsasymmetrie, Risikoprofil, Quersubventionierung, Finanzkrise.
Die Arbeit befasst sich mit der Fragestellung, inwieweit die Einführung einer EU-weiten Einlagensicherung (EDIS) die Stabilität der Finanzmärkte im Euroraum durch vertrauensbildende Maßnahmen erhöhen oder durch moralische Risiken gefährden könnte.
Die zentralen Felder sind die Bankenunion, Bank Runs, Moral-Hazard-Verhalten von Banken, die Marktdisziplinierung sowie der Vergleich mit dem amerikanischen System der FDIC.
Ziel ist es, die stabilisierenden und destabilisierenden Aspekte der geplanten EU-Einlagensicherung kritisch zu bewerten und Lösungsansätze für die dabei auftretenden Zielkonflikte aufzuzeigen.
Die Arbeit stützt sich primär auf die Diskussion und Analyse theoretischer ökonomischer Modelle, wie dem Modell von Diamond und Dybvig (1983) für Bank Runs und dem Modell von Gropp und Vesala (2004) für Moral Hazard.
Der Hauptteil analysiert, wie eine Einlagensicherung Bank Runs verhindern kann, welche negativen Anreize sie für das Risikoverhalten der Banken bietet und welche Voraussetzungen (z. B. Abbau von Problemkrediten) für eine erfolgreiche Umsetzung notwendig sind.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Europäische Bankenunion, EDIS, Bank Runs, Moral Hazard, Marktdisziplinierung und Finanzmarktstabilität.
Die Autorin sieht die FDIC als wertvolle Referenz für die EU, weist aber darauf hin, dass die heterogene Wirtschaftsstruktur im Euroraum die Wirksamkeit eines EDIS im Vergleich zur US-Lösung einschränken könnte.
Der Abbau ist entscheidend, da Altlasten destabilisierend wirken könnten und eine Vergemeinschaftung dieser Risiken durch die Einlagensicherung vermieden werden muss, um keine Fehlanreize für Mitgliedstaaten zu schaffen.
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