Bachelorarbeit, 2017
33 Seiten, Note: 1,0
1. Zielsetzung
2. Der Begriff der Nostalgie
3. Postmoderner Film
4. Filmische Nostalgie
4.1 Zentrale Aspekte filmtheoretischer Auseinandersetzungen mit Nostalgie
4.2 Der postmoderne Nostalgie-Diskurs
4.2.1 Fredric Jamesons kontroverse Nostalgie-Kritik
4.2.2 Weitere Stimmen zur Thematik
5. Der Ausdruck von Nostalgie in The Grand Budapest Hotel
5.1 Nostalgie auf stilistischer Ebene und Nostalgia Mode
5.1.1 Kamera und Mise-en-scène
5.1.2 Intertextuelle Bezüge und Allusionen
5.1.3 Narrativik
5.2 Nostalgia Mood und die Frage nach der Tiefenebene
5.2.1 Vermittlung von Nostalgie als Emotion
5.2.2 Momente kritischer Reflexion in TGBH
5.2.3 Rückwendung und Innovation
6. Zusammenfassung der Ergebnisse
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Nostalgie im Film The Grand Budapest Hotel von Wes Anderson, um zu klären, ob der Film lediglich eine oberflächliche, postmoderne Retro-Stilistik verfolgt oder ob er eine tiefere emotionale und kritisch-reflexive Ebene besitzt, die das Paradoxon zwischen nostalgischer Rückwendung und künstlerischer Innovation produktiv auflöst.
5.1.1 Kamera und Mise-en-scène
Die omnipräsente Symmetrie ist eines der wohl markantesten Stilmittel in Andersons Filmen und auch im vorliegenden Kontext ein wichtiger Aspekt, da durch diese symmetrische Mise-en-scène fast alle Filmstills wie Gemälde wirken. Ein Beispiel dafür ist die erste Einstellung von Monsieur Gustave, in der man ihn mit dem Rücken zur Kamera auf einem Balkon des Hotels in die verschneite Umgebung blicken sieht, wobei das Bild links und rechts von den Flügeln der Balkontür und den beiden Teilen des Vorhangs eingerahmt ist. Durch die Lichtsetzung und den farblichen Kontrast zur hellen Winterlandschaft kommt seine Gestalt fast einer gemalten Silhouette gleich, passend zum malerischen Umfeld (vgl. TC 0:09:25).
Generell kann man feststellen, dass TGBH im Gegensatz zu Andersons früheren Werken deutlich mehr statische Einstellungen aufweist, durch deren Montage der Film seine Dynamik erhält (vgl. Lee 2016: 431). Gerade das Statische unterstützt die 'malerische' bzw. artifizielle Wirkung jedes einzelnen Filmbildes und lässt die Sichtung des Films auf rein visueller Ebene beinahe wie einen virtuellen Gang durch ein Museum wirken, mit dem einzigen Unterschied, dass die Bilder auf den zweiten Blick eigentlich gar keine Museumsobjekte sein können, da sie keiner 'realen', extradiegetischen Vergangenheit entstammen.
Die für Anderson prägnanten Tableau Shots, für welche die bereits genannte Symmetrie sowie die anamorphen Weitwinkelobjektive ideale Voraussetzungen bieten, haben ebenfalls eine nostalgische Wirkung, indem sie an die Tableaux Vivants erinnern, die besonders im 19. Jahrhundert beliebt waren. Dabei wurden meist Mythologien oder Gemälde durch verkleidete Personen wie in einem dreidimensionalen Bild nachgestellt (vgl. Hüningen 2012: o.S.). Diese Tableaus wurden nicht nur in der Fotografie aufgegriffen, sie kamen auch besonders im frühen Kino Anfang des 20. Jahrhunderts zur Anwendung (vgl. Horak 2011: o.S.). Laut Michelle Langford (2006: 96) lenkt eine Tableau-Einstellung den Fokus automatisch auf den Rahmen – also die Begrenzung des Bildes – und betont damit implizit auf selbstreferenzielle Weise den inszenierten Charakter der Szene. Das Tableau eignet sich demnach als genuin postmodernes Verfahren sowie – aufgrund seiner langen Tradition – gleichsam als nostalgisches Stilmerkmal.
1. Zielsetzung: Einführung in die Forschungsfrage zum Verhältnis von Nostalgie, Postmoderne und Innovation im Film.
2. Der Begriff der Nostalgie: Definition des Nostalgie-Begriffs als schmerzliches, aber ambivalentes Verlangen nach Vergangenem im Kontext der Zeitlichkeit.
3. Postmoderner Film: Erläuterung der Merkmale postmoderner Filmkunst als hybrides Verfahren, das Konventionen aufbricht und Referenzen auf die Vergangenheit nutzt.
4. Filmische Nostalgie: Theoretische Auseinandersetzung mit der filmischen Nostalgie, unter Einbezug von Fredric Jamesons Kritik und der Unterscheidung zwischen verschiedenen Nostalgie-Typen.
5. Der Ausdruck von Nostalgie in The Grand Budapest Hotel: Detaillierte Analyse der filmischen Mittel (Stil, Narrativik) und deren emotionale sowie kritische Tiefenebene im Film.
6. Zusammenfassung der Ergebnisse: Synthese der Analyseergebnisse, die den Film als innovative und produktive Auseinandersetzung mit Nostalgie bestätigt.
Nostalgie, Postmoderne, The Grand Budapest Hotel, Wes Anderson, Filmwissenschaft, Pastiche, Rückwendung, Innovation, Intertextualität, Narrativik, Dystalgie, Stilistik, Filmtheorie, Zeitlichkeit, Mise-en-scène.
Die Arbeit untersucht, wie der Film The Grand Budapest Hotel das Phänomen der filmischen Nostalgie verwendet und ob dieser Einsatz als rein oberflächliches, postmodernes Stilmittel oder als tiefgründige, kritische Reflexion zu verstehen ist.
Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen Nostalgie und Moderne, der postmoderne Nostalgie-Diskurs, die Rolle von Intertextualität und Pastiche sowie die Vermittlung von Emotionen durch stilisierte filmische Mittel.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass die im Film inszenierte Nostalgie über eine bloße Imitation hinausgeht und in ein paradoxes Verhältnis zwischen nostalgischer Rückwendung und künstlerischer Innovation tritt.
Die Autorin nutzt eine tiefgehende filmwissenschaftliche Analyse, die sowohl die stilistischen Gestaltungsmittel (Makro- und Mikroebene) als auch filmtheoretische Diskurse über Postmoderne und Nostalgie systematisch verknüpft.
Der Hauptteil analysiert die ästhetischen Mittel des Films (Symmetrie, Bildformate, Musik), literarische Bezüge (z.B. Stefan Zweig) sowie die narrativen Strukturen und prüft, inwiefern diese Elemente emotionale Tiefe und kritische Distanz erzeugen.
Wesentliche Begriffe sind Nostalgie, Postmoderne, Dystalgie, Pastiche, Zeitlichkeit, Intertextualität, Mise-en-scène und Innovation.
Die Arbeit zeigt auf, dass der Film Nostalgie als ein Paradoxon zwischen bittersüßer Erinnerung, ironischer Distanz und politischer Reflexion begreift, das nicht starr linear, sondern durch intertextuelle Verweise dynamisch funktioniert.
Wes Andersons spezifischer, unverwechselbarer Stil wird in der Arbeit als Beleg dafür angeführt, dass auch innerhalb postmodern-nostalgischer Verfahren eine individuelle künstlerische Handschrift möglich ist, die als innovativ wahrgenommen wird.
Dystalgie beschreibt die dunklen, teils traumatischen Aspekte der Vergangenheit, die im Film neben den schönen Erinnerungen koexistieren und den Zuschauer zur kritischen Reflexion über Geschichte und Verlust anregen.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass The Grand Budapest Hotel Nostalgie produktiv nutzt, um im Rahmen einer hybriden, postmodernen Ästhetik eine neue, eigenständige filmische Realität zu erschaffen.
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