Diplomarbeit, 2001
89 Seiten, Note: 1,3
1. Kapitel: Das Fragerecht des Arbeitgebers und seine aktuelle Bedeutung
1.1 Die aktuelle Bedeutung des Fragerechts im heutigen Unternehmens- und Wettbewerbskontext
1.2 Das Fragerecht des Arbeitgebers – die aktuelle Rechtslage
1.2.1 Die Relevanz des Fragrechts für die Personalbeschaffung
1.2.2 Die allgemeine juristische Problematik des Fragerechts
1.2.3 Rechtsfolgen zulässiger und unzulässiger Fragen
2. Kapitel: Die Frage nach der körperlichen Leistungsfähigkeit
2.1 Die körperliche Leistungsfähigkeit
2.1.1 Die Frage nach dem allgemeinen Gesundheitszustand
2.1.2 Die Offenbarungspflicht des Arbeitnehmers
2.1.3 Fragen nach speziellen körperlichen Defiziten
2.2 Die Frage nach der Schwangerschaft
2.2.1 Problematik
2.2.2 Historie der Rechtsprechung und dogmatische Hintergründe
2.2.3 Der § 611 a BGB und seine Konsequenzen
2.2.4 Evaluierung des Status Quo
2.3 Die Frage nach der Schwerbehinderung
3. Kapitel: Handlungsempfehlungen an den Arbeitgeber
3.1 Vor dem Vorstellungsgespräch
3.1.1 Die Stellenausschreibung und -beschreibung
3.1.2 Der Einsatz eines Personalfragebogens
3.2 Während des Vorstellungsgesprächs
3.2.1 Zulässige Substitute
3.2.2 Fragetechniken und Fragemethoden
3.2.3 Akribische Beobachtung und Aufspüren von versteckten Hinweisen
3.3 Vor und bei Vertragsabschluss
3.3.1 Die Einstellungsuntersuchung
3.3.2 Einholen von Auskünften Dritter
3.3.3 Das Probearbeitsverhältnis
3.3.4 Verhalten bei der Ablehnung von Bewerbern
3.4 Im bestehenden Arbeitsverhältnis
3.4.1 Die Irrtumsanfechtung
3.4.2 Kündigung statt Anfechtung
3.4.3 Der fehlende Arbeitswille
3.4.4 Die Personalumpositionierung
4. Kapitel: Fazit und Ausblick
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht das Fragerecht von Arbeitgebern im Hinblick auf die körperliche Leistungsfähigkeit potenzieller Arbeitnehmer, mit einem besonderen Fokus auf Fragen nach einer bestehenden Schwangerschaft oder einer Schwerbehinderung. Ziel der Arbeit ist es, die rechtlichen Rahmenbedingungen und Grenzen dieses Fragerechts im aktuellen Wettbewerbsumfeld zu analysieren und praktische Handlungsempfehlungen für Arbeitgeber abzuleiten, um fundierte Personalentscheidungen treffen zu können.
2.2.1 Problematik
Ob der Arbeitgeber beim Einstellungsgespräch weibliche Bewerber danach fragen darf, ob sie schwanger sind, hat in den letzten Jahrzehnten die Juristen und Betriebswirtschaftler gleichermaßen beschäftigt. Besonders problematisch gestaltet sich dieses Thema im Hinblick auf eine Interessenabwägung, die hier an Individuen nicht mehr festzumachen ist: Auf der einen Seite steht das Recht des Arbeitgebers (vg. Kapitel 1.2.2), sich vom Bewerber Informationen zu beschaffen, die in seinem berechtigten Interesse stehen. Essentiell ist es v.a. zu wissen, ob der Bewerber auch zum geplanten Zeitpunkt verfügbar ist bzw. ob er die Arbeit für den vorgesehenen Zeitraum aufnehmen und ausfüllen kann. Diese Punkte sind so gewichtig, dass der Bewerber unter Umständen sogar eine Offenbarungspflicht über Tatsachen hätte, die dem entgegenstehen. Während der Schwangerschaft kann eine Beschäftigung nach dem MuSchG (§§ 3, 4, 8) sogar gesetzlich verboten sein.
Dazu erwarten den Arbeitgeber finanzielle Benachteiligungen bei der Beschäftigung Schwangerer (Zuschuss zum Mutterschaftsgeld, Freistellung sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Entbindung) und organisatorische Probleme (Arbeitszeitordnung, Überbrückung des Arbeitsausfalles während Mutterschutzfrist und Mutterschaftsurlaub, Erziehungsurlaub, etc.).
Es ist also anzunehmen, dass der Arbeitgeber aus verschiedenen gewichtigen Gründen ein Recht darauf hat, zu erfahren, ob die Bewerberin schwanger ist.
1. Kapitel: Das Fragerecht des Arbeitgebers und seine aktuelle Bedeutung: Das Kapitel analysiert die zunehmende Bedeutung des Faktors Mensch im Wettbewerb und die daraus resultierende Notwendigkeit für Arbeitgeber, fundierte Informationen über Bewerber zu erhalten, wobei die rechtlichen Grenzen des Fragerechts aufgezeigt werden.
2. Kapitel: Die Frage nach der körperlichen Leistungsfähigkeit: Dieser Abschnitt beleuchtet spezifisch die Zulässigkeit von Fragen zum Gesundheitszustand, insbesondere im Hinblick auf Schwangerschaft und Schwerbehinderung, und diskutiert die unterschiedliche juristische Behandlung dieser Aspekte.
3. Kapitel: Handlungsempfehlungen an den Arbeitgeber: Das Kapitel liefert praxisorientierte Strategien zur Informationsbeschaffung, von der Stellenausschreibung über den Einsatz von Fragebögen bis hin zu spezifischen Fragetechniken im Vorstellungsgespräch.
4. Kapitel: Fazit und Ausblick: Der abschließende Teil fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Entwicklung der Rechtsprechung im Spannungsfeld zwischen Arbeitgeberinteressen und Persönlichkeitsschutz der Arbeitnehmer.
Fragerecht, Arbeitgeber, Schwangerschaft, Schwerbehinderung, körperliche Leistungsfähigkeit, Einstellungsgespräch, Personalbeschaffung, Diskriminierungsverbot, Gleichbehandlung, Offenbarungspflicht, Anfechtung, Mutterschutzgesetz, Arbeitsvertrag, Personalauswahl, Rechtsprechung
Die Diplomarbeit befasst sich mit der rechtlichen Problematik des Fragerechts von Arbeitgebern bei der Personalauswahl, speziell wenn es um die körperliche Eignung von Bewerbern geht.
Zentrale Schwerpunkte bilden die Fragen nach dem allgemeinen Gesundheitszustand, der Schwangerschaft und der Schwerbehinderung von Bewerbern sowie die daraus resultierenden rechtlichen Konsequenzen für Arbeitsverhältnisse.
Ziel ist es, die Interessen des Arbeitgebers an einer fundierten Informationsbasis über Bewerber mit dem Schutz der Persönlichkeitsrechte der Arbeitnehmer abzuwägen und konkrete Empfehlungen für eine rechtskonforme Personalauswahl zu geben.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgreifenden Literaturanalyse von arbeitsrechtlicher Rechtsprechung, Fachkommentaren und betriebswirtschaftlichen Ansätzen zur Personalbeschaffung.
Der Hauptteil analysiert die rechtliche Zulässigkeit von Fragen nach der Leistungsfähigkeit, evaluiert die Entwicklung der Rechtsprechung zu Schwangerschaft und Behinderung und bietet operative Handlungsempfehlungen für Personaler.
Neben dem Fragerecht und der körperlichen Leistungsfähigkeit sind die zentralen Begriffe Arbeitgeber, Schwangerschaft, Schwerbehinderung, Einstellungsgespräch, Diskriminierungsschutz und Offenbarungspflicht.
Sie ist kontrovers, weil hier ein massives Spannungsfeld zwischen dem wirtschaftlichen Informationsinteresse des Arbeitgebers und dem vom Gesetzgeber sowie durch EU-Recht gestärkten Diskriminierungsschutz von Frauen besteht.
Aufgrund der juristischen Risiken einer Diskriminierungsklage wird empfohlen, Absagen zwar höflich, aber inhaltlich so vage wie möglich zu formulieren, um keine Angriffsfläche für Schadensersatzansprüche zu bieten.
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