Examensarbeit, 2008
88 Seiten, Note: 2,0
1. EINLEITUNG
2. WALLFAHRTEN IM MITTELALTER
2.1 DER BEGRIFF „WALLFAHRT“
2.2 EINFÜHRUNG IN DIE GESCHICHTE DER CHRISTLICHEN WALLFAHRT BIS ZUM AUSGANG DES MITTELALTERS
2.3 ASPEKTE DER WALLFAHRT DES MITTELALTERS
2.3.1 Der Pilger
2.3.2 Äußere Merkmale des Pilgers
2.3.2.1 Die Pilgerzeichen
2.3.3 Zeitpunkt der Pilgerreise
2.3.4 Die Pilgerreise
2.3.5 Ziele der Pilger
2.3.5.1 Die peregrinationes maiores im Spätmittelalter
2.3.6 Motive und Gründe für eine Wallfahrt
2.3.6.1 Überblick über Entwicklung und Gestalt des Ablasswesens
2.3.6.2 Reliquien und Reliquienverehrung
3. DIE WALLFAHRT NACH WASSERLEBEN AB 1231
3.1 DER HARZ ALS ‚WALLFAHRTSLANDSCHAFT’
3.2 WASSERLEBEN ALS WALLFAHRTSORT
3.2.1 Literatur zur Wallfahrt nach Wasserleben
3.2.2 Quellen zur Geschichte des Klosters Wasserleben und der Legende vom Heiligen Blut zu Wasserleben
3.2.3 Einführung in die Geschichte der Ortschaft Wasserleben
3.2.4 Die Legende des Heiligen Blutes zu Wasserleben
3.2.5 Das Kloster in Wasserleben
3.3 FAZIT
4. NACHWORT
Die Arbeit untersucht das Phänomen der mittelalterlichen Wallfahrten, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der regionalen Wallfahrt nach Wasserleben ab 1231 liegt, um die religiöse Mobilität und die Bedeutung spezifischer Gnadenorte zu beleuchten.
2.1 Der Begriff „Wallfahrt“
Der Begriff Wallfahrt leitet sich ab von wallen, das heißt, dem „Reisen in die Fremde“4, beziehungsweise wandern oder reisen5. Er beschreibt seit dem 14. Jahrhundert in erster Linie das Reisen aus religiösen Motiven zu heiligen Orten. Die protestantische Sichtweise versteht die Wallfahrt als „gesamte religiöse Mobilität, die nicht an Predigt und Sakramentsempfang in der heimischen Pfarrkirche gebunden war“6. Die katholische Interpretation umfasst hingegen vereinzelte ältere Arten der Mobilität, die in die „pfarramtlich beaufsichtigte Territorial- und Gruppenwallfahrt“7 integriert wurden.
Der Begriff Pilgerfahrt oder peregrinatio, der oft synonym zur Wallfahrt benutzt wird, kann ebenso das ganze Leben des Menschen als Reise umfassen. Wallfahrt bezieht sich hingegen nur auf die Reise eines Einzelnen oder einer Gruppe zu bestimmten Kultorten, die meistens von überregionaler Bedeutung sind8.
Im 1. Jahrtausend unterschieden die Christen sprachlich gesehen allerdings nicht zwischen dem religiösen Unterwegssein und Unterwegssein an sich9 und der „Peregrinus bezeichnete im klassischen Latein entsprechend dem Römischen Recht den Nichtbürger, der nicht dem jus civile, sondern dem jus gentium unterstand“10. Eine Änderung erfuhr diese Bezeichnung nach der Ausweitung des römischen Bürgerrechts. Der peregrinus bezeichnete dann den in der Diaspora Lebenden11. Diese Betrachtungsweise des peregrinus wurde auch in den altkirchlichen Texten bis ins frühe Mittelalter verwendet12.
1. EINLEITUNG: Darstellung des Reiseverhaltens im Mittelalter und der wissenschaftlichen Relevanz der Wallfahrtsforschung.
2. WALLFAHRTEN IM MITTELALTER: Umfassende Analyse der Begriffe, historischen Entwicklung, Motive, Pilgertypen und der Rolle von Reliquien und Ablässen.
3. DIE WALLFAHRT NACH WASSERLEBEN AB 1231: Untersuchung der lokalen Wallfahrtsgeschichte, der Legende des Heiligen Blutes und der Bedeutung des Klosters Wasserleben.
4. NACHWORT: Reflexion über die Komplexität der Wallfahrtsforschung und den Forschungsbedarf bei regionalen Wallfahrtsorten.
Wallfahrt, Mittelalter, Pilger, Ablasswesen, Reliquien, Wasserleben, Heilig Blut, Eucharistiefrömmigkeit, Frömmigkeitsgeschichte, Pilgerzeichen, christliche Mobilität, Pilgerreise, Wallfahrtsforschung, Spätmittelalter, Volkskultur
Die Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Aspekten des mittelalterlichen Wallfahrtswesens, von den theoretischen Grundlagen bis hin zu einer detaillierten Analyse eines spezifischen Fallbeispiels.
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Wallfahrt, der Rolle von Ablässen, der Bedeutung von Reliquien sowie der spezifischen Untersuchung der Wallfahrt nach Wasserleben.
Ziel ist es, das Wallfahrtswesen des Mittelalters anhand der allgemeinen Forschung und eines regionalen Beispiels zu durchleuchten und die Motivationen sowie die wissenschaftliche Quellenlage zu analysieren.
Die Arbeit basiert auf einer historischen Quellenanalyse, wobei Urkunden, Legenden und die bisherige Forschungsliteratur zum Thema Wallfahrtswesen und Wasserleben ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Beschreibung der mittelalterlichen Wallfahrtsaspekte und eine spezifische Analyse der Wallfahrtsgeschichte im Harzgebiet, fokussiert auf Wasserleben.
Wichtige Begriffe sind Wallfahrt, Mittelalter, Pilger, Ablasswesen, Reliquien, Wasserleben und Eucharistiefrömmigkeit.
Die Legende dient als Grundlage für die Entstehung des Wallfahrtsortes und des Klosters in Wasserleben und verdeutlicht die spätmittelalterliche Eucharistiefrömmigkeit.
Aufgrund mangelnder zeitgenössischer Belege und Pilgerzeichen ist eine exakte Rekonstruktion der Praxis vor Ort schwierig, was die Wallfahrtsforschung auf Urkunden und spätere Legendenberichte angewiesen macht.
Die Reformation führte zu einer Krise des Wallfahrtswesens, wobei in vielen Gebieten das Interesse sank oder heilige Stätten zerstört wurden, was den Niedergang vieler lokaler Kultorte einleitete.
Die Überreste wurden 1617 nach Prag transferiert, doch eine abschließende Klärung über die Authentizität oder den tatsächlichen Verbleib des Objektes ist aufgrund der Quellenlage nicht möglich.
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