Examensarbeit, 2006
90 Seiten, Note: 2,0
0. EINLEITUNG
1. BEGRIFFSBESTIMMUNG
1.1 Definition von Yoga
1.2 Definiton von Hatha-Yoga
1.3 Asana
1.3.1 Einleitung
1.3.2 Praktische Ausführung der Asanas
1.3.3 Regeln für die Asana-Reihen
1.3.4 Klassifizierung der Asana-Grundtypen
1.3.5 Die Rolle des Lehrers
2. PSYCHOLOGISCHE BETRACHTUNG DER ASANAS
2.1 Einleitung
2.2 Entwicklung der Bewusstheit in den Asanas bei van Lysebeth
2.3 Entwicklung der Bewusstheit in den Asanas bei B.K.S. Iyengar
3. PHYSIOLOGISCHE BETRACHTUNG DER ASANAS
3.1 Einleitung
3.2 Anpassungen beim sensomotorischen System
3.3 Anpassungen beim aktiven Bewegungsapparat
3.4 Anpassungen beim vegetativen System
3.5 Physiologische Betrachtung der Regeneration
3.6 Somatosensible Wirkung der Asanas
4. TRAININGWISSENSCHAFTLICHE BETRACHTUNG DER ASANAS
4.1 BEWEGLICHKEIT/FLEXIBILITÄT
4.1.1 Definition der Beweglichkeit und Bedeutung der Beweglichkeit im Sport
4.1.2 Bedingungen der Beweglichkeit und trainingstechnische Ansatzpunkte
4.1.3 Zielstellung und Methoden des Beweglichkeitstrainings
4.1.4 Vergleich des klassischen Beweglichkeitstrainings mit der Asana-Praxis
4.1.4.1 Vergleich der Dehnmethoden im klassischen Beweglichkeitstraining und bei den Asanas
4.1.4.2 Vergleich der grundlegenden Anforderungen eines klassischen Beweglichkeitstrainings mit der Asana-Praxis
4.1.4.3 Einordnung der Asanas in die Trainingseinheit
4.1.4.4 Asanas im speziellen Beweglichkeitstraining
4.1.5 Fazit
4.2 KOORDINATION
4.2.1 Definition der koordinativen Fähigkeiten und ihre Bedeutung im Sport
4.2.2 Ansatzpunkte für das Koordinationstraining
4.2.3 Zielstellung und Methoden des Koordinationstrainings
4.2.4 Der Beitrag der Asanas-Praxis zur Ausprägung und Verbesserung der koordinativen Fähigkeiten
4.2.4.1 Vergleich der Methoden des Koordinationstrainings mit der Asana-Praxis
4.2.4.2 Der Beitrag der Asanas zu den sieben koordinativen Fähigkeiten
4.2.4.3 Der Beitrag der Asana-Praxis zum Hauptansatz im Koordinationstraining
4.2.5 Fazit
4.3 KONDITIONELLE FÄHIGKEITEN: KRAFT UND AUSDAUER
4.3.1 Definition der konditionellen Fähigkeiten und ihre Bedeutung im Sport
4.3.2 Definition der Kraft
4.3.3 Ausprägung der Kraftfähigkeiten bei der Asana-Praxis
4.3.4 Indirekte Beiträge der Asana-Praxis zur Ausprägung der Kraftfähigkeiten
4.3.5 Definition der Ausdauer und ihre Bedeutung im Sport
4.3.6 Ausprägung der Ausdauer bei der Asana-Praxis
4.3.7 Indirekte Beiträge der Asana-Praxis zur Ausprägung der Ausdauer
4.3.8 Fazit
5. ZUSAMMENFASSUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht den sportwissenschaftlichen Nutzen von Asanas (Körperhaltungen aus dem Hatha-Yoga) und analysiert, inwieweit diese die sportliche Leistungsfähigkeit in den Bereichen Beweglichkeit, Koordination, Kraft und Ausdauer verbessern können. Das Ziel besteht darin, eine theoretische Einordnung der Asana-Praxis in den Kontext moderner trainingswissenschaftlicher Prinzipien vorzunehmen.
1.3.1 Einleitung
Da die sportwissenschaftliche Betrachtung des Hatha-Yoga in erster Linie den Beitrag der Asanas zur Ausprägung sportlicher Fähigkeiten untersucht, werden sie an dieser Stelle ausführlich vorgestellt.
Das Sanskrit-Wort Asana geht zurück auf die Wurzel „as“, was sitzen heißt. Asana bedeutet also Sitz oder Sitzhaltung. Hiermit war nach Patanjali in den Yogasutras nur der Lotussitz gemeint (vgl. Abb. 8/7). Dies geht aus späteren Kommentaren durch z.B. Vyasa (6.-8.Jh n. Chr.) hervor (vgl. Trökes, 2000, 113). Später im 12. Jh. kommen neue Asanas hinzu. Im Hatha-Paradipika werden 15, im Gheranda-Samhita werden 32, im Siva-Samhita werden 84 Asanas erwähnt (vgl. Trökes, 2000, 114) und im Anhang sind etwa 100 verschiedene Asanas und Variationen von diesen dargestellt. Die Asanas wurden im Laufe der Jahrhunderte entwickelt, um jeden Muskel, jeden Nerv und jede Drüse des Körpers zu trainieren (vgl. Iyengar, 1986, 37). Doch über den Ursprung der Asanas gehen die Meinungen auseinander.
Swami Satyananda Sarasvati spricht von zahlreichen bei Ausgrabungen gefundenen Statuen hinduistischer Gottheiten in Asana- und Meditations-Positionen aus der vorvedischen Zeit (1500 v. Chr. (vgl. Fuchs, C., 2000, 3)) (vgl. Satyananda, 2004, 2). Er erwähnt Schriften über Yoga, die berichten, es hätte ursprünglich 8 400 000 Asanas gegeben. Dies sei auch die Zahl von Reinkarnationen, die man passieren muss, bevor man die Befreiung aus dem Kreislauf von Geburt und Tod erlangt. Die Asanas stellen den Fortlauf der Evolution von ihrer einfachsten Lebensform zu ihrer meist komplexen da: dem Menschen (vgl. Satyananda, 2004, 9). Dies spiegelt sich auch in den Namen der Asanas wieder. So gehören einige in den Bereich der Vegetation, wie der Lotus (Padmasana) (vgl. Abb. 8/7) und andere in das Reich der Insekten, wie die Heuschrecke (Shalabhasana) (vgl. Abb.3/2). Dies geht weiter über die Tierwelt, z.B. Löwe (Simhasana) (vgl. Abb. 8/9) bis zu den Göttern des hinduistischen Pantheons, wie Natarajasana (vgl. Abb. 7/1) (vgl. Iyengar, 1986, 38-9). Im Laufe der Zeit aber wurden sie von den Yogis modifiziert und auf eine Anzahl von einigen hundert heute bekannten reduziert. Durch ihre Praxis ist es möglich, den karmischen Prozess und die vielen evolutionären Stufen in einer Lebenszeit zu überspringen (vgl. Satyananda, 2004, 9).
0. EINLEITUNG: Diese Arbeit legt dar, warum Asanas für Sportler von Nutzen sind, indem sie begriffliche, psychologische und physiologische Grundlagen bietet.
1. BEGRIFFSBESTIMMUNG: Hier werden die Ursprünge und Definitionen von Yoga, Hatha-Yoga sowie das Wesen und die praktische Durchführung der Asanas beschrieben.
2. PSYCHOLOGISCHE BETRACHTUNG DER ASANAS: Dieses Kapitel untersucht die Entwicklung der Bewusstheit in den Asanas und betont die Bedeutung von Konzentration und Atemkontrolle.
3. PHYSIOLOGISCHE BETRACHTUNG DER ASANAS: Die physiologischen Anpassungsprozesse an Asanas werden analysiert, insbesondere im Hinblick auf das sensomotorische und vegetative System sowie die Regeneration.
4. TRAININGWISSENSCHAFTLICHE BETRACHTUNG DER ASANAS: Der umfangreiche Hauptteil analysiert den Beitrag von Asanas zur Beweglichkeit, Koordination, Kraft und Ausdauer unter trainingswissenschaftlichen Gesichtspunkten.
5. ZUSAMMENFASSUNG: Die zentralen Ergebnisse werden resümiert und der praktische Mehrwert von täglichem Yoga-Üben für den Sportler hervorgehoben.
Hatha-Yoga, Asanas, Sportwissenschaft, Beweglichkeit, Koordination, Kraftfähigkeit, Ausdauer, Regeneration, Trainingslehre, sensomotorisches System, psychophysische Harmonisierung, Muskeltonus, Konzentration, Verletzungsprävention.
Die Arbeit untersucht den Nutzen von Hatha-Yoga-Körperhaltungen (Asanas) für Sportler und bewertet diese aus sportwissenschaftlicher Perspektive.
Die Schwerpunkte liegen auf den physiologischen und psychologischen Grundlagen des Yoga sowie deren Anwendung zur Verbesserung sportlicher Leistungsfaktoren wie Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Asanas als ergänzendes Training eingesetzt werden können, um sportliche Leistung zu steigern und Regenerationsprozesse zu fördern.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der Prinzipien der Trainingswissenschaft mit den Praktiken des Yoga verglichen und physiologisch begründet werden.
Im Hauptteil wird intensiv auf die Beweglichkeit, das Koordinationstraining sowie die konditionellen Fähigkeiten Kraft und Ausdauer eingegangen und ein direkter Vergleich zu klassischen Trainingsmethoden gezogen.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die trainingswissenschaftliche Betrachtung, Beweglichkeitstraining, koordinative Fähigkeiten, isometrische Muskelkontraktion und vegetative Regeneration.
Das sensomotorische System dient als Basis für das Verständnis, wie durch Asanas und bewusste Konzentration eine Optimierung der Bewegungssteuerung und Muskelaktivität erreicht wird.
Durch kontrollierte isometrische Anspannung stärken sie die Muskelkraft und verbessern durch bewusste Atemführung und Dehnung die Lungenkapazität sowie die allgemeine Ermüdungsresistenz.
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