Examensarbeit, 2003
91 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung, Zielstellung und Aufbau
2 Fakten und Fiktionen und die Notwendigkeit von historischen Imaginationen
2.1 Zu den Begriffen
2.2 Fakten – Die Invasion
2.3 Der Film – Inhalt und Interpretation des Handlungsganges
2.3.1 Äußere Kritik
2.3.2 Innere Kritik
2.4 Faktizität im Film – Auflösung des Fragebogens
3 Versuch einer empirischen Untersuchung
3.1 Ziel und Methodik der Untersuchung
3.1.1 Problemformulierung
3.1.2 Methode
3.1.3 Stichprobe der Untersuchung
3.1.4 Vorgehensweise
3.1.5 Beobachtungen während der Untersuchung
3.2 Ergebnisse und Interpretation
3.2.1 Ergebnisse und Interpretation der Fragen 5-21
3.2.1.1 In der Personengruppe der Studenten
3.2.1.2 In der Personengruppe der Schüler
3.2.1.3 In der Personengruppe der Soldaten
3.2.1.4 Genauere Betrachtung der Einzelfragen
3.2.2 Ergebnisse und Interpretation der Fragen 22-24
3.2.3 Ergebnisse und Interpretation der Fragen 25 und 26
3.3 Reflektion – Diskussion und Ausblick
4 Problembetrachtung im Spiegel der Theorie
4.1 Zu den theoretischen Aspekten
4.2 Ausgewählte Aspekte zum Geschichtsbewusstsein
4.2.1 Zum Begriff
4.2.2 Kategorien des Geschichtsbewusstseins
4.2.3 Das Wirklichkeitsbewusstsein als ein Teil des Geschichtsbewusstseins
4.2.4 Der Gegenwartsbezug als ein Teil des Geschichtsbewusstseins
4.2.5 Akte des Geschichtsbewusstseins
4.3 Ausgewählte Aspekte zur Geschichtskultur
4.3.1 Zum Begriff
4.3.2 Die Präsenz von Geschichte und Geschichtskultur in der Öffentlichkeit
4.3.3 Der historische Spielfilm als Teil der Geschichtskultur
4.3.3.1 Geschichte und Film
4.3.3.2 Film und Fernsehen als ein elementarer Teil der Geschichtskultur
5 Diskussion und Schlussbetrachtungen
5.1 Betrachtungen zu den in der gesamten Untersuchung ermittelten Ergebnissen
5.2 Betrachtungen zum Einsatz der Methode bei der empirischen Untersuchung und zu weiterführenden Untersuchungen
5.3 Versuch von Verallgemeinerungen für schulisches und außerschulisches Lernen
Das Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Wirkung des historischen Spielfilms „Der längste Tag“ auf das individuelle Geschichtsbewusstsein der Zuschauer sowie die Analyse dessen historischen Faktengehalts. Die Autorin geht der Forschungsfrage nach, inwiefern das Anschauen dieses Films die Vorstellung der Rezipienten von historischer Wirklichkeit beeinflusst.
2.3.2 Innere Kritik
„Der längste Tag“ schildert die angespannte Situation vor der alliierten Invasion und die ersten 24 Stunden der Landung auf dem europäischen Festland.
Wie in einem klassischen Drama dient der vor dem Titel befindliche „Prolog“, als „Initialzünder“ angelegt, zur Vorbereitung und Einführung in das Thema. Im „längsten Tag“ besteht dieser aus der Information über Zeit und Ort, den BBC-Nachrichten für die Freunde im besetzten Gebiet, der Darstellung deutscher Soldaten und französischer Widerständler und, die Dramatik anspitzend, aus Rommels polemischen Prophezeiungen über den „längsten Tag“. Das Interesse des Zuschauers wird damit geweckt, ohne ihm zu viel im Voraus zu verraten. Im Hintergrund sind Kriegstrommeln zu hören, der aufmerksame Zuschauer nimmt Bunker, „spanische Reiter“, Geschütze wahr. Rommels Stimme ist zu hören, noch bevor man ihn sieht. Auf seiner Inspektion des Atlantikwalls gibt er Anweisungen zum weiteren Bau. Durch gelungene Kameraführung und Geräuschkulisse wird dem Zuschauer die bedrohliche Situation erläutert. Während Rommel auf den Horizont weist, eine Augenbraue hochzieht und schließlich bedeutungsvoll auf die Kamera zugeht, erfährt der Rezipient, dass hinter dem friedlichen Horizont ein Ungeheuer lauert, welches noch näher erklärt wird. Siegessicher verkündet Rommel seine Strategie, die Alliierten schon auf der Wasserlinie zu schlagen, so dass keiner von ihnen je einen Fuß auf diesen Strand setzen wird. Diese Sequenz ist die Schlüsselszene für den ganzen Film. Der Rezipient hat nun die notwendigen Informationen erhalten und Personen sowie Ort und Zeit, Kriegsziel und Konfliktfelder kennengelernt, um den weiteren Handlungsgang des Filmes verstehen, begreifen zu können.
1 Einleitung, Zielstellung und Aufbau: Diese Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die Wirkung eines historischen Spielfilms auf das Geschichtsbewusstsein und dessen historischen Faktengehalt zu untersuchen.
2 Fakten und Fiktionen und die Notwendigkeit von historischen Imaginationen: Dieses Kapitel klärt grundlegende Begriffe zur historischen Faktizität und Fiktionalität im Film und analysiert den historischen Faktengehalt der gezeigten Invasion.
3 Versuch einer empirischen Untersuchung: Der Hauptteil beschreibt die methodische Durchführung der Studie, stellt die untersuchten Personengruppen vor und präsentiert sowie interpretiert die erhobenen Daten.
4 Problembetrachtung im Spiegel der Theorie: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung der Ergebnisse unter Einbeziehung geschichtsdidaktischer Konzepte wie Geschichtsbewusstsein und Geschichtskultur.
5 Diskussion und Schlussbetrachtungen: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, reflektiert die gewählte Forschungsmethode und leitet allgemeine Empfehlungen für das historische Lernen ab.
Geschichtsbewusstsein, Geschichtskultur, historische Imagination, Der längste Tag, Invasion, Normandie, empirische Untersuchung, Faktizität, Fiktionalität, historischer Spielfilm, Geschichtsunterricht, Rezipienten, Zweiter Weltkrieg, Geschichtsdidaktik, Wissensvermittlung.
Die Arbeit untersucht die historische Glaubwürdigkeit und Wirkung des Kriegsfilms „Der längste Tag“ auf Zuschauer und dessen Beitrag zur Ausbildung von Geschichtsbewusstsein.
Im Zentrum stehen die Konzepte Geschichtsbewusstsein und Geschichtskultur, die Unterscheidung zwischen historischen Fakten und filmischer Fiktion sowie die Art der Wissensvermittlung durch Medien.
Ziel ist es zu analysieren, wie der Film das Geschichtsbewusstsein der Zuschauer beeinflusst und inwieweit diese die dargestellten Inhalte als historisch wahr oder erfunden bewerten.
Die Arbeit nutzt eine empirische Stichprobenerhebung bei drei unterschiedlichen Personengruppen (Schüler, Studenten, Soldaten), kombiniert mit einer historischen Faktenanalyse des Films.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse der historischen Faktizität des Films, der Durchführung der Befragung sowie der Auswertung der empirischen Ergebnisse im Kontext theoretischer geschichtsdidaktischer Modelle.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Geschichtsbewusstsein, Geschichtskultur, historische Faktizität, Fiktionalität und historische Imagination.
Die Gruppen repräsentieren verschiedene Vorkenntnisniveaus: Schüler verfügen über wenig systematisches Vorwissen, Studenten bringen universitäre Kritikfähigkeit mit und Soldaten haben einen beruflichen Bezug zu den im Film dargestellten militärischen Strukturen.
Der Film wird als „bestmöglich objektiv“ eingestuft, wobei die Autorin betont, dass trotz der hohen historischen Genauigkeit bei der Produktion narrative Elemente unvermeidlich zu einer Einschränkung der absoluten Realitätsabbildung führen.
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