Bachelorarbeit, 2020
37 Seiten, Note: 2,0
1. EINLEITUNG
2. DIE DARSTELLUNG DER REFORMATION IN SCHULLEHRBÜCHERN
2.1. LEHRWERKE DER 1950ER JAHRE IM VERGLEICH
2.1.1 Kamps neues Realienbuch – 1953
2.1.2 Geschichtliches Unterrichtswerk für Mittelklassen Band II – 1951
2.1.3 Geschichtliches Unterrichtswerk Ausgabe B (Mittelstufe) Band 3 – Die Auflösung der abendländischen Einheit – 1952
2.2. LEHRWERKE DER 1980ER JAHRE IM VERGLEICH
2.2.1 Tempora Grundriss der Geschichte. Band 1 Altertum, Mittelalter, Frühe Neuzeit – 1984
2.2.2 Unsere Geschichte Band 2. Vom Beginn der Neuzeit bis zum Ende des 19. Jahrhunderts – 1985
2.2.3 Geschichtsbuch 2 Die Menschen und ihre Geschichte in Darstellungen und Dokumenten. Ausgabe A: Das Mittelalter und die frühe Neuzeit – 1987
2.3 AKTUELLE LEHRWERKE IM VERGLEICH
2.3.1 Zeitreise 7 – 962 bis 1750. Ausgabe für Bayern – 2019
2.3.2 Horizonte 7/8 – Geschichte Gymnasium Rheinland-Pfalz – 2010
2.3.3 Geschichte und Geschehen 1/2 C – Sekundarstufe 1 – 2005
3. DIDAKTISCHE ENTWICKLUNGEN ZUM THEMENKOMPLEX REFORMATION
4. ABSCHLUSSBETRACHTUNG – DARSTELLUNG DER REFORMATION
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, wie die Reformation und ihre Akteure in verschiedenen deutschen Schulgeschichtsbüchern aus den 1950er, 1980er und nach 2000 dargestellten werden. Dabei wird analysiert, inwieweit sich die Darstellungen der historischen Ereignisse sowie die fachdidaktischen Ansätze über die Jahrzehnte gewandelt haben und ob eine Tendenz zur multiperspektivischen Darstellung oder zur kritischen Auseinandersetzung erkennbar ist.
2.1.3 Geschichtliches Unterrichtswerk Ausgabe B (Mittelstufe) Band 3 – Die Auflösung der abendländischen Einheit – 1952
Das dritte Unterrichtswerk aus diesem Jahrzehnt ist ebenfalls eigens für den Geschichtsunterricht verfasst worden. Während Band 1 den Titel Das Abendland im Werden und Band 2 den Titel Das Abendland in der Einheit tragen, wird mit dem Titel des hier zu untersuchenden Band 3 Die Auflösung der abendländischen Einheit deutlich auf ein spaltendes Ereignis angespielt, welches auch durchaus auf die Reformation bezogen werden kann. Das Lehrwerk stammt aus dem Jahre 1952 und wurde vom Schroedel Verlag in Hannover verlegt. Das Buch behandelt den Zeitraum von 1483 bis 1815 und wie der Titel vermuten lässt, ist das erste Kapitel des Lehrwerkes das über die Reformation.
Zu Beginn gibt das Lehrwerk in Form einer Zeittafel einen Überblick über die Schlüsselereignisse der Reformation, wobei diese lediglich genannt werden und auf kurze Erläuterungen verzichtet wird. Wie schon beim vorherigen Lehrwerk orientieren sich die Verfasser auch hier zunächst sehr ausgiebig an Luthers Biografie und erzählen dessen Lebensgeschichte vergleichsweise nüchtern und wertungsfrei, weshalb an dieser Stelle darauf nicht genauer eingegangen werden soll. Es wird jedoch deutlich gemacht, dass Luther zunächst nicht das Anliegen hatte eine Bewegung loszutreten oder ein allgemeines Aufbegehren gegen die Kirche zu fördern. Die Autoren verdeutlichen dies damit, dass beispielsweise ausdrücklich Johann Tetzel mit den 95 Streitsätzen herausgefordert werden sollte, deren Übersetzung und Verbreitung und allem voran deren Resonanz bei der Bevölkerung Luther überraschte. Die Aussage, dass Luther „mit einem Schlage Wortführer einer Bewegung geworden [war]“ bestärkt den Aspekt, dass Luther ein Vertreter des ohnehin schon verbreiteten Wunsches nach Veränderung war.
1. EINLEITUNG: Diese Einleitung begründet das Forschungsinteresse am Schulbuch als Leitmedium des Geschichtsunterrichts und führt in die Fragestellung ein, wie sich die Darstellung der Reformation und ihrer Akteure in Lehrwerken über die Zeit hinweg entwickelt hat.
2. DIE DARSTELLUNG DER REFORMATION IN SCHULLEHRBÜCHERN: In diesem zentralen Teil werden insgesamt neun verschiedene Schulgeschichtsbücher aus den 1950er, 1980er und nach 2000 Jahren einzeln analysiert, um deren inhaltliche Schwerpunkte, die Darstellung Luthers und die Art der Quellenverwendung zu untersuchen.
3. DIDAKTISCHE ENTWICKLUNGEN ZUM THEMENKOMPLEX REFORMATION: Dieses Kapitel fasst die beobachteten methodischen Veränderungen zusammen, wobei insbesondere der Wandel von reinen Verfassertexten hin zu einer problemorientierten Quellenarbeit und der Förderung der Urteilskompetenz hervorgehoben wird.
4. ABSCHLUSSBETRACHTUNG – DARSTELLUNG DER REFORMATION: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass trotz didaktischer Fortschritte und einer Einbettung in größere historische Kontexte meist ein unkritisches, positives Lutherbild vorherrscht und wichtige Aspekte wie Luthers Judenfeindschaft oft ausgelassen werden.
Reformation, Geschichtsschulbuch, Martin Luther, Geschichtsunterricht, Fachdidaktik, Multiperspektivität, Quellenarbeit, 1950er Jahre, 1980er Jahre, Historische Bildung, Konfessionalisierung, Bauernkrieg, Urteilskompetenz, Protestantismus, Geschichtsdidaktik.
Die Arbeit untersucht die Darstellung der Reformation und ihrer wichtigsten Akteure in deutschen Schulgeschichtsbüchern. Ziel ist es, den Wandel der inhaltlichen und didaktischen Vermittlung über einen Zeitraum von etwa 70 Jahren zu analysieren.
Der Fokus liegt auf der Entwicklung von Geschichtslehrwerken aus den 1950er, 1980er und der Zeit nach 2000. Zentrale Themen sind dabei die Person Martin Luther, die Rolle der Reformation als historisches Ereignis vs. Prozess und die politische Dimension der Kirchenspaltung.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab zu klären, ob es trotz eines vermeintlich objektiven Themenkomplexes zu subjektiven Darstellungen der Reformation kommt und wie sich diese Darstellungen im Laufe der Zeit in der Schulbuchliteratur verändert haben oder gleich geblieben sind.
Die Arbeit basiert auf einer vergleichenden Analyse ausgewählter Schulgeschichtsbücher. Dabei werden die Texte, Quellen und didaktischen Aufbereitungen der Werke unter Berücksichtigung aktueller geschichtsdidaktischer Prinzipien und historischer Forschungsergebnisse untersucht.
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Einzelanalyse von neun verschiedenen Lehrwerken aus drei Epochen. Zudem wird eine didaktische Auswertung vorgenommen, die Veränderungen in der Methodik wie den Übergang zur Quellenarbeit beleuchtet.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Reformation, Geschichtsschulbuch, Fachdidaktik, Multiperspektivität, Urteilskompetenz und Geschichtsdidaktik geprägt.
Während Luther in älteren Werken der 1950er Jahre häufig stark als Lichtgestalt oder zentrales Ereigniszentrum inszeniert wurde, zeigt sich in späteren Werken eine Tendenz, ihn als einen von mehreren Akteuren in einem komplexen sozio-kulturellen Prozess darzustellen, wobei die Verehrungstendenz in den meisten Werken jedoch weiterhin präsent bleibt.
Das Werk wird kritisiert, da es in seinem Bemühen um eine durchgehend positive Darstellung der Reformation und Luthers sogar explizite negative Aspekte wie Luthers radikale Haltung im Bauernkonflikt vollständig auslässt, wodurch ein multiperspektivischer Zugang der Schüler verhindert wird.
Der Autor stellt fest, dass der Begriff "Gegenreformation" in allen untersuchten Lehrwerken als veraltet angesehen wird, da er eine einseitig negative Konnotation trägt und die eigenständigen Erneuerungsbestrebungen der katholischen Kirche lediglich als bloße Reaktion auf den Protestantismus darstellt.
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