Masterarbeit, 2020
78 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung: Zur Bedeutung der Kapitalpuffer in der Bankenaufsicht
2. Der antizyklische Kapitalpuffer
2.1. Grundlagen
2.2. Bestimmung des antizyklischen Kapitalpuffers
2.2.1. Berechnungsmethodik
2.2.2. Ausgewählte Einflussfaktoren auf die Höhe des antizyklischen Kapitalpuffers
2.3. Würdigung
2.3.1. Evidenz der Wirkungseffizienz des antizyklischen Kapitalpuffers
2.3.2. Kritische Betrachtung
2.4. Zwischenfazit
3. Auswirkungen der zur Berechnung des CCyB genutzten Indikatoren und Parameter
3.1. Datenbasis
3.2. Methodik
3.3. Überprüfung der Eignung der Kredit/BIP-Lücke als Alleinindikator
3.4. Überprüfung des Einflusses der Variation des Glättungsparameters
3.5. Einführung eines Entscheidungsmodells
3.6. Diskussion der Ergebnisse
4. Zusammenfassende Betrachtung und Ausblick
Die Arbeit untersucht, wie sich die Auswahl verschiedener Inputfaktoren auf die Qualität der Risikoabschätzung und den Zielerreichungsgrad des antizyklischen Kapitalpuffers (CCyB) auswirkt, um dessen Eignung als Instrument zur Stärkung der Bankenresilienz zu evaluieren und Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
2.2. Bestimmung des antizyklischen Kapitalpuffers
Die Bestimmung der Höhe des antizyklischen Kapitalpuffers wird im Rahmen dieser Arbeit einerseits in Bezugnahme zur Berechnungsmethodik sowie andererseits im Hinblick auf die wesentlichen Einflussfaktoren auf den antizyklischen Kapitalpuffer erläutert. In einem ersten Schritt wird die konkrete Berechnungsmethodik des antizyklischen Kapitalpuffers dargestellt, ehe diese anhand von Beispielen praktisch umgesetzt wird. Aufbauend darauf werden ausgewählte Einflussfaktoren, die die Höhe des antizyklischen Kapitalpuffers beeinflussen können, aufgeführt und erläutert.
2.2.1. Berechnungsmethodik
Das zentrale Element zur Bestimmung der Höhe des antizyklischen Kapitalpuffers stellt der Pufferrichtwert dar, der jeweils quartalsweise von der - in Deutschland für die Festsetzung des inländischen antizyklischen Kapitalpuffers verantwortlichen - BaFin in 0,25 %-Schritten gemäß § 10d KWG und §§ 33-36 SolvV ermittelt wird (Schulte-Mattler & Schulte-Mattler, 2020). Der Pufferrichtwert folgt hierbei dem konzeptionellen Gedanken, dass der zu beobachtende Kreditzyklus sowie die sich daraus aufbauenden systemischen Risken durch diesen Richtwert widergespiegelt werden. Praktisch geschieht dies anhand der Bestimmung einer Kredit/BIP-Lücke. Zusätzlich werden zur Bestimmung des Pufferrichtwertes gemäß Tente et al. (2015) mehrere Faktoren zur wirtschaftlichen Entwicklung einbezogen. So bezieht die BaFin zur Bestimmung der Pufferquote neben den quantitativen Daten zur Kredit/BIP-Entwicklung insbesondere auch Vorschläge des ESRB und des Ausschusses für Finanzstabilität (AFS) sowie der EZB in die Bestimmung der Pufferquote mit ein.
1. Einleitung: Zur Bedeutung der Kapitalpuffer in der Bankenaufsicht: Die Einleitung beleuchtet die Rolle von Banken im Finanzsystem, die Auswirkungen der Finanzkrise 2007 auf die Realwirtschaft und die Entwicklung der regulatorischen Maßnahmen nach Basel III zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit.
2. Der antizyklische Kapitalpuffer: Dieses Kapitel erläutert die Konzeption, die Berechnungsmethodik und die Rolle des antizyklischen Kapitalpuffers als Instrument der makroprudenziellen Bankenaufsicht zur Dämpfung prozyklischer Effekte.
3. Auswirkungen der zur Berechnung des CCyB genutzten Indikatoren und Parameter: Hier erfolgt eine empirische Analyse der Kredit/BIP-Lücke, des Einflusses von Glättungsparametern sowie die Einführung eines neuen, kombinierten Entscheidungsmodells zur Risikoabschätzung.
4. Zusammenfassende Betrachtung und Ausblick: Das Fazit fasst die empirischen Erkenntnisse zur begrenzten Eignung der Kredit/BIP-Lücke als Alleinindikator zusammen und gibt einen Ausblick auf potenzielle Forschungsansätze zur Optimierung des Regulierungsrahmens.
Antizyklischer Kapitalpuffer, CCyB, Bankenaufsicht, Basel III, Kredit/BIP-Lücke, Finanzstabilität, Risikomanagement, Hodrick-Prescott-Filter, Prozyklizität, Eigenkapitalausstattung, Makroprudenzielle Regulierung, Risikoabschätzung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem antizyklischen Kapitalpuffer als regulatorischem Instrument, das darauf abzielt, die Widerstandsfähigkeit von Banken gegenüber systemischen Risiken und prozyklischen Entwicklungen im Finanzsektor zu erhöhen.
Zu den zentralen Themen gehören die theoretischen Grundlagen der Bankenregulierung nach Basel III, die empirische Evaluierung der Kredit/BIP-Lücke als Hauptindikator sowie die Untersuchung von Einflussfaktoren wie Glättungsparametern auf die Wirksamkeit dieses Instruments.
Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie sich die Auswahl spezifischer Indikatoren und Parameter auf die Qualität der Risikoabschätzung auswirkt und ob die aktuelle Konzeption des Puffers den angestrebten Zielerreichungsgrad gewährleistet.
Die Arbeit nutzt eine empirische Analyse von Zeitreihen-Daten für fünf Länder, wobei statistische Verfahren wie der Hodrick-Prescott-Filter zur Trendberechnung sowie Kennzahlen wie die "Noise to Signal Ratio" zur Qualitätsbewertung angewandt werden.
Im Hauptteil werden die Eignung der Kredit/BIP-Lücke als Alleinindikator geprüft, der Einfluss der Variation des Glättungsparameters Lambda auf die Ergebnisse untersucht und ein neues, kombiniertes Entscheidungsmodell auf Basis verschiedener Wirtschaftsindikatoren entwickelt.
Die wesentlichen Begriffe sind Antizyklischer Kapitalpuffer, Finanzstabilität, Kredit/BIP-Lücke, Prozyklizität, Basel III und makroprudenzielle Regulierung.
Die Schwellenwerte L und H dienen als Auslöser (Trigger) für die Aktivierung und Begrenzung des Puffers. Eine fehlerhafte Kalibrierung kann dazu führen, dass Banken entweder zu früh oder zu spät mit zusätzlichem Kapital belastet werden.
Der Standardansatz wird hinterfragt, da er in verschiedenen nationalen Kontexten und bei unterschiedlichen Kreditzyklen nicht immer valide Signale liefert, was eine individuelle Anpassung der Parameter oder eine Kombination mit weiteren Indikatoren sinnvoll macht.
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