Bachelorarbeit, 2019
31 Seiten, Note: 2,0
1 Problemstellung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Begrifflichkeiten
2.2 Steuerarten
2.2.1 Direkte Steuern
2.2.2 Indirekte Steuern
3 Steuerharmonisierungsbestreben
3.1 Direkte Steuern
3.2 Indirekte Steuern
4 Steuerverhältnisse in der EU
4.1 Steuerbelastung der neuen & alten EU-Mitgliedsstaaten
4.2 Wirtschaftspolitische Motive
4.3 Verwaltungsstrukturelle Motive
5 Fazit und Ausblick
Die Bachelorarbeit untersucht die Ursachen und Motive für das unterschiedliche Verhältnis von direkten zu indirekten Steuern in den EU-Staaten, mit einem besonderen Fokus auf die nach 2004 beigetretenen Mitgliedsstaaten (EU+13). Ziel ist es, durch die Analyse wirtschaftspolitischer und verwaltungsstruktureller Rahmenbedingungen Rückschlüsse auf die steuerliche Ausrichtung dieser Länder im globalen Wettbewerb zu ziehen.
4.2 Wirtschaftspolitische Motive
Aus wirtschaftspolitischer Sicht gibt es diverse Gründe für die Steuerverhältnisse der neuen EU-Staaten. Erster Grund ist der historische Bezug: Da der Großteil der EU+13-Staaten kommunistisch geprägt ist, war es für einige dieser Staaten, wie u.a. für die baltischen Staaten, von Bedeutung, sich von ihrer Vergangenheit mit der Sowjetunion abzugrenzen und neu zu positionieren. So wurde beispielsweise die Einführung der Einheitssteuer genutzt, um ein eigenständiges System aufzubauen und somit die Gefahr einer erneuten Abhängigkeit zu verringern37.
Des Weiteren hatten die neuen EU-Staaten bereits vor EU-Beitritt gefestigte Steuerverhältnisse: So wurden z.B. oftmals attraktive Steueranreize gesetzt. Auch die Körperschaftsteuern wurden stets niedrig gehalten und die Aufmerksamkeit vermehrt auf die indirekten Steuern gelegt. Zwar bedurfte es Annäherung an die Steuerverhältnisse der alten EU-Staaten für die Aufnahme in die EU, jedoch blieben die grundlegenden Strukturen und Ausprägungen erhalten38.
Vor allem der Fokus auf die Erhaltung des niedrigen Niveaus der Körperschaftsteuern ist bereits im Zeitverlauf erkennbar: Somit erhebt beispielsweise zwar generell jeder EU-Staat eine lokale Grundsteuer, bis auf Ungarn wird bis heute aber von keinem anderen EU+13-Staat eine weitere Steuer auf Unternehmen erhoben. Im Vergleich dazu haben die alten EU-Staaten weitere lokale Unternehmenssteuern wie die Lohnsummen- oder die Gewerbesteuer39.
1 Problemstellung: Diese Einleitung skizziert die Relevanz der Steuerverhältnisse in einer globalisierten Welt und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Ursachen der ungleichen Steuerverteilung in der EU.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden steuerliche Fachbegriffe (Steuerpflicht, Steuerschuldner etc.) geklärt und eine grundlegende Unterscheidung zwischen direkten und indirekten Steuern vorgenommen.
3 Steuerharmonisierungsbestreben: Das Kapitel erläutert die Ziele und Grenzen der EU-Steuerpolitik bei der Harmonisierung sowie die Rolle des intensiven Steuerwettbewerbs.
4 Steuerverhältnisse in der EU: Eine detaillierte Analyse der Steuerbelastung zeigt signifikante Diskrepanzen zwischen alten und neuen EU-Mitgliedsstaaten, die durch wirtschaftspolitische und strukturelle Faktoren erklärt werden.
5 Fazit und Ausblick: Diese abschließende Sektion fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Auswirkungen auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit der EU sowie zukünftige Forschungsansätze.
Steuerverhältnisse, EU-Osterweiterung, Direkte Steuern, Indirekte Steuern, Steuerharmonisierung, Steuerwettbewerb, Wirtschaftspolitik, Verwaltungsstruktur, Flat-Rate Tax, Körperschaftsteuer, Europäische Union, Steuerpolitik, Investitionsanreize, Wettbewerbsfähigkeit, Transformation.
Die Bachelorarbeit analysiert die Ursachen und Gründe für das spezifische Verhältnis zwischen direkten und indirekten Steuern in den EU-Mitgliedsstaaten, insbesondere bei den Ländern, die nach 2004 der Europäischen Union beigetreten sind.
Die Arbeit fokussiert sich auf Steuerharmonisierung, den europäischen Binnenmarkt, den internationalen Steuerwettbewerb sowie die spezifische wirtschaftliche und verwaltungsstrukturelle Entwicklung der EU+13-Staaten.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab zu ermitteln, welche Motive die neuen EU-Staaten dazu bewegen, ihre Steuersysteme durch tendenziell niedrigere direkte und höhere indirekte Steuern zu prägen.
Die Arbeit nutzt eine deskriptive Analyse sowie den Vergleich statistischer Daten zur Steuerbelastung (Zeitverlauf 2005-2017) und stützt sich auf eine umfangreiche Literaturrecherche wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Abgrenzung der Steuerarten, die Darstellung des Steuerharmonisierungsbestrebens der EU sowie eine detaillierte Ursachenanalyse der Steuerverhältnisse in den neuen Mitgliedsstaaten.
Wichtige Begriffe sind EU-Osterweiterung, Steuerwettbewerb, Flat-Rate Tax, Körperschaftsteuer, Steuerharmonisierung und wirtschaftliche Attraktivität.
Die Einführung einer Einheitssteuer (Flat-Rate Tax) dient vor allem dazu, das Steuersystem zu vereinfachen, den bürokratischen Aufwand zu senken und durch Attraktivität für Investoren kompetitive Vorteile zu schaffen.
Die historische Prägung durch die Planwirtschaft führte zu geringen bürokratischen Kapazitäten und fehlender Erfahrung mit komplexen Steuersystemen, was zur Bevorzugung einfacher, verwaltungsarm zu handhabender Steuern wie indirekter Steuern führte.
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