Doktorarbeit / Dissertation, 1969
85 Seiten, Note: cum laude
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
Einleitung
Erstes Kapitel: Die Herkunft unseres Sprechens vom Fragen
1. Das gewöhnliche Denken
2. Das philosophische Denken
3. Die notwendige Verschlossenheit des gewöhnlichen Denkens
Zweites Kapitel: Die Weise unseres Sprechens vom Fragen
4. Unser Sprechen vom Fragen als diesem selbst zugehöriges Hören auf sein Ganzes
5. Die Dringlichkeit als Faktum
6. Die Verbindlichkeit unseres Sprechens vom Fragen
Drittes Kapitel: Erste Hinweise über unsere Frage hier und jetzt hinaus auf ihr Ganzes hin
7. Das der Frage selbst eigene Hingehören
8. Das Geschehen unseres Fragens
9. Die anderen Fragen
10. Unsere Frage als Versprechen
11. Unsere Frage als selbst erst hervorzubringendes Vermögen der Ankunft
12. Die der Frage selbst eigene Mächtigkeit
Viertes Kapitel: Erster Versuch, unsere Frage in das zunächst hervorleuchtende Ganze ihres Geschehens zurückzudenken
13. Die Stellung unserer Frage im Hinblick auf ihr Vermögen
14. Die Stellung unserer Frage im Hinblick auf die Art ihres Geschehens
15. Ort und Geschehen unserer Frage in sich gegenseitig beleuchtender Abgrenzung
Fünftes Kapitel: Das Ganze meiner Frage in der rückfragenden Wiederholung ihres Herkommens
16. Meine Frage nach dem Wichtigsten als Grundfrage
17. Meine Grundfrage in ihrer Verkehrung
18. Meine Grundfrage in ihrer Eigentlichkeit und ihr Verweis auf die Frage nach mir selbst
19. Die Frage nach mir selbst
20. Die Betroffenheit durch die Frage nach mir selbst
21. Die Schwere der Vergangenheit und das aus ihr erwogene Gewichtige der Zukunft
22. Dringlichkeit und Fragwürdigkeit
Sechstes Kapitel: Das paradigmatische Sprechen meines Fragens
23. Gewöhnliches und eigentliches Versprechen
24. Mein Fragen und sein Zeigen auf unser Fragen im Ganzen
25. Die Ortschaft meines Fragens
26. Das Geschehen meines Fragens
27. Die Dringlichkeit meines Fragens
28. Die Betroffenheit meines Fragens
Siebentes Kapitel: Das Geschehen unseres Fragens im Ganzen: Gespräch und Gefrag
29. Die Einheit unseres Fragens im Ganzen und die Einheit, die uns im "wir" eines sein lässt
30. Gespräch und Gefrag
31. Das Gefrag als Austrag und dessen Scheidung in Erörterung, Zeitigung, Erwägung und Ereignung
Achtes Kapitel: Unser Fragen als Erörterung
32. Anliegen und Gang der Erörterung: Die Strenge ihres Vollzugs im Umgang
33. Die Verbundenheit unserer Fragen
34. Die Erörterung als Ermöglichung der Möglichkeit von Ankunft im Ganzen
35. Der Gegenstand der Frage: Die Ordnung der Fragegegenstände als Hinweis auf die Ordnung der Fragen selbst
36. Die Erörterung unserer Fragen im Blick auf ihre Geschichte
37. Versuch eines Rückblicks auf die Geschichte meines Fragens
Neuntes Kapitel: Unser Fragen als Zeitigung
38. Anliegen und freier Vollzug der Zeitigung
39. Das Gefrag in der Einheit seiner Geschichte
40. Zeitigung und Erörterung
41. Die Geschichte des abendländischen Denkens als Aufgabe
42. Erörterung und Zeitigung in "Die Frage nach dem Ding" von M. Heidegger. Die Auslegung als Behelf
43. Der Wandel der Dinge als Hinweis auf den Wandel des Fragens und dessen eigentliches Zuhause im Gespräch des Denkens
Zehntes Kapitel: Unser Fragen als Erwägung
44. Die Wichtigkeit unseres Fragens und die Wichtigkeit anderen Tuns
45. Einheit von Erörterung, Zeitigung und Erwägung
46. Versuch einer Erwägung der Frage nach der Erwägung selbst
Elftes Kapitel: Unser Fragen als Ereignung
47. Aufgabe und Möglichkeit der Ereignung
48. Abhebung gegen den "Ausweg" Descartes
49. Die Freundschaft als der Raum der Ereignung
50. Die Ereignung als Umgang
Die Arbeit untersucht das Wesen und das Vermögen des Fragens als ein philosophisches Geschehen. Ziel ist es nicht, Antworten zu finden, sondern das eigene Fragen besser zu vermögen, indem die Herkunft, die Weise und die Dringlichkeit des menschlichen Fragens kritisch reflektiert werden.
Einleitung
Nach dem Fragen wird hier gefragt, nicht um es selbst und nicht um anderes an ihm zu erkennen, sondern um es besser zu vermögen: Ich frage, weil ich nicht zu fragen vermag. Wer das Fragen nicht vermag, taugt auch nicht zur Antwort. Nicht die Dinge versagen sich uns zuerst, sondern unser Fragen versagt an ihnen. Es versagt, nicht weil es versagen muss, sondern weil wir es mit ihm zu leichtnehmen.
Nicht jeder kann nach allem fragen. Wer aber nicht nach allem fragen kann, kann auch nicht über alles entscheiden. Entscheidung ist vielmehr Sache der Besten und derer, die am besten zu fragen vermögen. Nicht nach allem gilt es zu fragen, sondern am besten.
Am besten fragt jeder das Seine. Mein Fragen aber ist meines nicht von jeher und selbstverständlich. Es fragen heißt darum zuerst: es sich selbst zu eigen sein lassen. Wahrhaft zu eigen ist mir nicht, was ich gewaltsam in Besitz nehme, sondern was sich mir selbst als meines zuspricht. Als meines mir zusprechen kann sich jedoch mein Fragen erst, wenn ich zuvor auf sein Sprechen höre. Eigentlich fragt, wer am besten hört, nicht wer am meisten herbeizwingt.
Am besten fragt, wer am besten hört. Dies aber nicht nur, weil er das Seine fragt, sondern, weil Fragen und Hören letztlich selbst eines sind. Fragen sind gleichsam Ohren der Vernunft. Weil Vernunft fragt, ist sie vernehmend.
Einleitung: Die Arbeit führt in das Anliegen ein, das Fragen als ein zu lernendes Vermögen zu begreifen, anstatt nur nach Antworten zu suchen.
Erstes Kapitel: Die Herkunft unseres Sprechens vom Fragen: Es wird die Unterscheidung zwischen gewöhnlichem, einrichtendem Denken und außergewöhnlichem, philosophischem Denken herausgearbeitet.
Zweites Kapitel: Die Weise unseres Sprechens vom Fragen: Dieser Abschnitt thematisiert das "unbeliebige" Fragen als ein Hören, das sich dem bloßen Drängen nach schnellen Antworten entzieht.
Drittes Kapitel: Erste Hinweise über unsere Frage hier und jetzt hinaus auf ihr Ganzes hin: Hier wird das "Hingehören" der Frage und das Geschehen des Fragens als Hervorbringen analysiert.
Viertes Kapitel: Erster Versuch, unsere Frage in das zunächst hervorleuchtende Ganze ihres Geschehens zurückzudenken: Es erfolgt eine Reflexion auf die "Wegfrage" und die Notwendigkeit, das eigene Fragen in den größeren Zusammenhang einzuordnen.
Fünftes Kapitel: Das Ganze meiner Frage in der rückfragenden Wiederholung ihres Herkommens: Der Fokus liegt auf der Bedeutung der eigenen Grundfrage und der kritischen Auseinandersetzung mit der Unsicherheit des Fragenden.
Sechstes Kapitel: Das paradigmatische Sprechen meines Fragens: Es wird der Unterschied zwischen einem gewöhnlichen Versprechen (als Zusicherung) und einem eigentlichen Versprechen erörtert.
Siebentes Kapitel: Das Geschehen unseres Fragens im Ganzen: Gespräch und Gefrag: Dieses Kapitel behandelt die Einheit des Fragens im Gespräch und die vier Weisen des Austrags.
Achtes Kapitel: Unser Fragen als Erörterung: Die Erörterung wird als ein strenges, erlernbares Geschehen im fragenden Umgang definiert.
Neuntes Kapitel: Unser Fragen als Zeitigung: Hier wird die historische Dimension des Fragens und die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit thematisiert.
Zehntes Kapitel: Unser Fragen als Erwägung: Es wird das Verhältnis zwischen der Wichtigkeit von Fragen und dem täglichen Handeln untersucht.
Elftes Kapitel: Unser Fragen als Ereignung: Der Abschluss befasst sich mit der Freundschaft als Raum des Fragens und einer Abgrenzung zur cartesianischen Subjektivität.
Fragen, Denken, Dringlichkeit, Wahrheit, Zeitigung, Erörterung, Erwägung, Ereignung, Philosophie, Heidegger, Kant, Husserl, Existenz, Geschichtlichkeit, Gefrag.
Die Arbeit untersucht das Wesen des Fragens selbst. Sie fragt nicht nach Ergebnissen, sondern danach, wie wir das Fragen als ein notwendiges und zu lernendes menschliches Vermögen besser vollziehen können.
Die zentralen Felder sind die Differenz zwischen gewöhnlichem und philosophischem Denken, die Bedeutung der Geschichte für das heutige Fragen und die verschiedenen Weisen, wie das menschliche Denken sich selbst ordnet und erörtert.
Das Ziel ist, ein wahrhaftiges Fragen zu entwickeln, das sich nicht in bloßen Antworten oder wissenschaftlichem Forschen verliert, sondern das in der Auseinandersetzung mit der eigenen Fragwürdigkeit zur Eigentlichkeit findet.
Die Arbeit verwendet eine phänomenologisch-hermeneutische Methode. Sie arbeitet sich durch die Auslegung klassischer Texte (z.B. von Heidegger, Kant, Platon) und die eigene Reflexion vor, um das Wesen des Fragens aus dem Vollzug heraus zu ergründen.
Der Hauptteil gliedert das Fragen in verschiedene Dimensionen: von der Erörterung und Zeitigung über die Erwägung bis hin zur Ereignung, wobei jede dieser Weisen die Bedingungen unseres Fragens beleuchtet.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Fragen, Zeitigung, Erörterung, Erwägung, Ereignung und Gefrag, die alle den Prozess des Fragens als ein dynamisches Geschehen beschreiben.
Die Dringlichkeit bezeichnet den Druck des "Noch-nicht-Gewussten" oder des "Noch-nicht-Eingerichteten", der uns erst dazu antreibt, überhaupt Fragen zu stellen und Antworten in einem meist vorläufigen Sinne zu suchen.
Gewöhnliches Denken ist darauf ausgerichtet, Dinge "einzurichten" und Sicherheit zu schaffen. Eigentliches Fragen hingegen lässt das Offene stehen und stellt den Fragenden selbst in Frage, statt ihn durch Antworten sicherzustellen.
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