Bachelorarbeit, 2020
58 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
Vorwort
2 Global Citizenship Education im Zusammenhang mit politischer Bildung in der Volksschule – ein Überblick
2.1 Politisches Lernen, Soziales Lernen und Global Citizenship Education
2.2 Zwei grundlegende Ansätze von Global Citizenship Education
2.2.1 Der individuell-humanitäre Ansatz
2.2.2 Der strukturell-politische Ansatz
2.3 Citizen und Global Citizen – Citizenship und Global Citizenship
3 Ausgewählte Studienergebnisse
3.1 Studienergebnisse zur Einstellung von Volksschullehrer*innen in Bezug auf politische Bildung und Global Citizenship Education
3.2 Studienergebnisse zu politischen Vorstellungen von Volksschulkindern
3.3 Studienergebnisse zur politischen Teilhabe von Kindern
4 Normative Vorgaben und fachdidaktischen Grundlagen beziehungsweise Forderungen für die politische Bildung in der Volksschule
4.1 Verankerung im Grundsatzerlass Politische Bildung
4.2 Verankerung im aktuellen Lehrplan der Volksschule
4.3 Vorgaben durch die Vereinten Nationen
4.4 Politischer Unterricht nach den Grundsätzen des Beutelsbacher Konsens
4.5 Das österreichische Kompetenz-Strukturmodell der Politischen Bildung
4.6 Lernen mit Konzepten
5 Global Citizenship Education im Rahmen der Förderung politischer Kompetenzen in der Volksschule
5. 1 Die politische Urteilskompetenz
5. 2 Die politische Handlungskompetenz
5. 3 Die politikbezogene Methodenkompetenz
5.4 Die politische Sachkompetenz
6 Gelingenskriterien für ein kompetenzorientiertes politisches Lernen im Rahmen von Global Citizenship Education
7 Fazit
Die Arbeit untersucht, wie kompetenzorientierte politische Bildung an Volksschulen im Kontext von Global Citizenship Education erfolgreich umgesetzt werden kann. Ziel ist es, auf Basis fachdidaktischer und normativer Grundlagen sowie aktueller Studienergebnisse einen praxisorientierten Leitfaden zu entwickeln, der Lehrpersonen dabei unterstützt, politische Themen mit globaler Relevanz kompetenzorientiert im Unterricht zu behandeln.
2.2.1 Der individuell-humanitäre Ansatz
Im Rahmen dieser Arbeit kommt dem individuell-humanitären Ansatz in Zusammenhang mit dem politischen Lernen eine besondere Bedeutung zu, denn er beinhaltet neben der Vermittlung von Einstellungen und Werten und der Vermittlung von Wissen auch die Förderung von Kompetenzen (Wintersteiner et al., 2014, S. 11). Wintersteiner et al. (2014, S. 39) stellen die verschiedenen Kompetenzmodelle der einzelnen Pädagogiken von Global Citizenship Education vor. Im Bereich der politischen Bildung wird von Wintersteiner et al. (2014, S. 39) das Kompetenz-Strukturmodell von Krammer et al. (2008) genannt.
Der individuell-humanitäre Ansatz wird in der Fachliteratur durchaus auch kritisch betrachtet (u.a. Andreotti, 2006; Dobson, 2006). Nach Ansicht der Autorin kann die Kritik auch so gedeutet werden, dass der individuell-humanistische Ansatz gefährdet ist beim sozialen Lernen stehen zu bleiben und dem politischen Lernen keinen Raum gibt. Andreotti (2006, S. 3) schreibt, der individuell-humanitäre Ansatz sei gefährdet, den Menschen zwar zu einem „Gutmenschen“, zu einem Moralisten machen zu wollen, aber er fördere zu wenig das kritische Denken in Bezug auf die Komplexität globaler Probleme, Themen oder Phänomene. Der Mensch sollte weiter und komplexer denken, als es seine Grundannahmen von der Welt zulassen (Andreotti, 2006, S. 7). Eigene Werte, Einstellungen und auch Handlungen müssen stets reflektiert und auch erweitert und verändert werden (Andreotti, 2006, S.7). Dobson (2006, S. 178) geht zusätzlich auf die Komponente Gerechtigkeit ein. Er kritisiert das Verständnis, des individuell-humanitären Ansatzes, welcher die Ausbildung von Menschen fördert, die zwar Mitleid und Sympathie zeigen, aber keine Gerechtigkeit einfordern. Er führt an, dass Gerechtigkeit vor Mitleid und Sympathie stehen sollte (Dobson, 2006, S. 178).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit politischer Bildung im Kontext von Globalität und führt in das ganzheitliche Konzept der Global Citizenship Education an der Volksschule ein.
2 Global Citizenship Education im Zusammenhang mit politischer Bildung in der Volksschule – ein Überblick: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Zusammenhänge zwischen politischem und sozialem Lernen sowie den beiden zentralen Ansätzen der Global Citizenship Education.
3 Ausgewählte Studienergebnisse: Hier werden empirische Befunde zur Einstellung von Lehrpersonen sowie zum politischen Vorwissen und Partizipationsbedürfnis von Kindern dargelegt.
4 Normative Vorgaben und fachdidaktischen Grundlagen beziehungsweise Forderungen für die politische Bildung in der Volksschule: Das Kapitel analysiert die gesetzliche Verankerung der politischen Bildung sowie didaktische Leitlinien wie den Beutelsbacher Konsens und das Kompetenz-Strukturmodell.
5 Global Citizenship Education im Rahmen der Förderung politischer Kompetenzen in der Volksschule: Dieser Abschnitt konkretisiert die vier Teilkompetenzbereiche der politischen Bildung und passt diese an den Global Citizenship Education Ansatz an.
6 Gelingenskriterien für ein kompetenzorientiertes politisches Lernen im Rahmen von Global Citizenship Education: Das Kapitel präsentiert elf empfehlende Kriterien für die erfolgreiche Umsetzung kompetenzorientierten Lernens.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Dringlichkeit der Systemoptimierung sowie einer verstärkten Implementierung von Global Citizenship Education in der Lehrer*innenbildung.
Politische Bildung, Volksschule, Global Citizenship Education, Kompetenzorientierung, Partizipation, Urteilskompetenz, Handlungskompetenz, Sachkompetenz, Methodenkompetenz, Beutelsbacher Konsens, Vorwissen, Konzepte, Globalisierung, Glokalisierung, Demokratieerziehung
Die Arbeit untersucht, wie kompetenzorientierte politische Bildung an Volksschulen erfolgreich in einen globalen Kontext eingebettet werden kann, insbesondere unter Nutzung des Konzepts Global Citizenship Education.
Zentrale Themen sind die Verknüpfung von fachdidaktischen Modellen wie dem Kompetenz-Strukturmodell mit globalem Lernen, die Bedeutung politischer Teilhabe von Kindern und die Rolle der Lehrperson.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie pädagogische Arbeit in der Volksschule durch Global Citizenship Education mit Fokus auf politisches Lernen gelingen kann, resultierend in elf konkreten Gelingenskriterien.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, dem Einbezug aktueller Studienergebnisse und der normativen Analyse von Lehrplänen sowie des Grundsatzerlasses Politische Bildung.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Grundlegung (Konzepte), die Analyse von Studienergebnissen zu Kindern und Lehrkräften, die normative Verankerung in Österreich sowie die Ausarbeitung politischer Kompetenzbereiche.
Neben der politischen Bildung und Global Citizenship Education sind Kompetenzorientierung, Partizipation und die Vermittlung politischer Sach- und Methodenkompetenz zentrale Begriffe.
Das Thema dient als konkretes Fallbeispiel, um die theoretischen Überlegungen zur Urteils- und Handlungskompetenz praktisch zu veranschaulichen und eine Anwendungsmöglichkeit im Unterricht aufzuzeigen.
Die Lernkorridore nach Krammer et al. dienen der Orientierung, um die Entwicklung der politischen Kompetenzen von einer frühkindlichen "konventionellen" Stufe hin zu einem reflektierten Politikbewusstsein einzuschätzen.
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