Masterarbeit, 2020
79 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Erläuterung zur Gliederung der Arbeit
1.2 Begriffserklärung
2. Bildende Kunst im Alten Orient
2.1 Die Sumerer und Babylonier
2.2 Die Assyrer
3. Bildende Kunst
3.1 Islamische Architektur (Moscheen und Medresen)
3.1.1 Das Minarett
3.1.2 Die Kuppel
3.1.3 Sinan, der Architekt
3.2 Islamische Malerei
3.2.1 Bilderverbot im Islam
3.2.2 Indisch-muslimische Malerei
3.2.3 Osmanische Malerei
3.2.4 Persische Malerei
3.2.5 Fresko Malerei
3.3 Islamische Teppichkunst und europäische Faszination
3.4 Bildhauerei
3.5 Kalligraphie
4. Musik
4.1 Musik und Tanz der Sufis
4.2 Musik am Beispiel der Türken, Araber und Perser
5. Islamische Poesie am Beispiel der Perser
6. Darstellende Kunst am Beispiel Irans
6.1 Das Theater
6.2 Der Film
7. Zwischenfazit
8. Exkurs: Die Poesie der Rap-Musik und ihr pädagogischer Einfluss auf Jugendliche
9. Kunstpädagogik und Ästhetik
10. Unterrichtsentwurf zur Erkundung einer Kirche und einer Moschee
10.1 Einleitung zum Unterrichtsentwurf
10.2 Bedingungsanalyse
10.3 Theologische Reflexion
10.4 Die didaktisch-methodische Analyse
10.5 Lernziele/ Kompetenzerwartungen und Verortung des Themas im Lehrplan
11. Fazit
Die Arbeit untersucht das islamische Kunstwesen mit besonderem Fokus auf die bildende Kunst und deren religionspädagogische Potenziale für den Islamunterricht. Das Hauptziel ist die Förderung der interkulturellen und interreligiösen Kompetenz durch die ästhetische Auseinandersetzung mit Kunstformen, wobei auch die Lebenswelt von Jugendlichen in Deutschland einbezogen wird.
3.1 Islamische Architektur (Moscheen und Medresen)
Obwohl Muslime weltweit architektonische Bauten errichtet haben, darf man nicht vergessen, dass der Islam in einer Region entstand, in der trockene Sandwüsten weit verbreitet waren. Das hatte zur Folge, dass das Errichten von monumentaler Architektur in diesen Gebieten - aufgrund der Bodenbeschaffenheit - erst viel später möglich war, als auf anderen Teilen der Erde. Während der Expansion des islamischen Herrschaftsgebietes, machten die Muslime Bekanntschaften mit der antiken Steinbaukunst, der mesopotamischen Verwendung von Ziegelmauerwerk und Stuck. Die islamischen Bauten wurden mit der Zeit immer dekorativer aufgezogen. Verschiedene geometrische Muster wurden für den Bau von Moscheen verwendet, die meist das dekorative Bedürfnis und nicht unbedingt die statische Notwendigkeit erfüllten.30 Demnach wird deutlich, dass die dekorative Ausschmückung der Moscheen von enormer Bedeutung war.
Es war üblich, Kirchen in eroberten Ländern zu Moscheen umzubauen. Beispielsweise haben die Araber im Jahr 711 teilweise europäische Gebiete besetzt und angegriffen. Im Jahr 756 wurde Córdoba zur Residenzstadt der Araber- es entwickelte sich eine islamische Gemeinde. Die eine Hälfte der Kirche San Vincente wurde in eine Moschee bzw. einen islamischen Gebetssaal umfunktioniert und die andere Hälfte den spanischen Christen überlassen. Die Vereinnahmung der Kirche war jedoch keinesfalls ein erzwungener oder gar barbarischer Akt der Muslime, denn unter dem Herrscher ʿAbd ar-Raḥmān kaufte die islamische Gemeinde in Córdoba die christliche Hälfte der Kirche auf. Im Gegenzug dazu durften die Christen in Spanien weitere Kirchen ausbauen. So entstand ein ganz neues Gotteshaus. Im Laufe der Zeit entstand eine Hallenmoschee, neue Minarette, prachtvolle geschmückte Bauteile mit Mosaiken (z.B. der Mihrāb), eine neue Kuppel, sowie ein zusätzlich abgetrennter Raum innerhalb der Moschee (Maqsūra).
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Gliederung der Arbeit in einen kunstgeschichtlichen und einen religionspädagogischen Teil sowie die Zielsetzung des Kennenlernens religiös konnotierter Künste.
2. Bildende Kunst im Alten Orient: Das Kapitel beleuchtet die fortgeschrittene Kunst der Sumerer, Babylonier und Assyrer als wichtigen historischen Grundstein für die spätere orientalische Kunst.
3. Bildende Kunst: Hier werden zentrale islamische Kunstgattungen wie Architektur, Malerei, Teppichkunst, Bildhauerei und Kalligraphie sowie die theologischen Hintergründe des Bilderverbots analysiert.
4. Musik: Das Kapitel behandelt die Rolle der Musik in sufischen Praktiken sowie die musikalischen Traditionen unter Arabern, Persern und Türken.
5. Islamische Poesie am Beispiel der Perser: Es wird die Bedeutung und mehrdeutige Symbolik der persischen Lyrik und deren enge künstlerische Verbindung zur Sprache und zum Koran dargelegt.
6. Darstellende Kunst am Beispiel Irans: Das Kapitel analysiert die Entwicklung des Theaters und des Films im Iran und deren gesellschaftliche sowie politische Einflüsse.
7. Zwischenfazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Kunst ein Bindeglied zwischen Religionen sein kann und plädiert für eine stärkere Einbindung ästhetischer Bildung.
8. Exkurs: Die Poesie der Rap-Musik und ihr pädagogischer Einfluss auf Jugendliche: Dieser Exkurs untersucht Rap-Musik als Teil der Lebenswelt muslimischer Jugendlicher und deren religionspädagogisches Potenzial.
9. Kunstpädagogik und Ästhetik: Es werden grundlegende Ziele der Kunstpädagogik definiert, um einen Weg für die Integration künstlerischer Formen in den Religionsunterricht zu bereiten.
10. Unterrichtsentwurf zur Erkundung einer Kirche und einer Moschee: Der praktische Teil beschreibt detailliert die Planung, Durchführung und Auswertung eines Unterrichtsentwurfs zur Erkundung religiöser Stätten.
11. Fazit: Die abschließende Reflexion betont erneut die Notwendigkeit, ästhetische Bildung stärker in den Lehrplänen zu verankern, um Lebensweltbezüge für Schüler herzustellen.
Islamische Kunst, Bildende Kunst, Architektur, Moschee, Kalligraphie, Religionspädagogik, Ästhetik, Kunstunterricht, Religionsunterricht, Kulturkontakt, Bilderverbot, Rap-Musik, Identität, Interreligiös, Interkulturell.
Die Arbeit bietet einen historischen und pädagogischen Einblick in das islamische Kunstwesen mit einem speziellen Fokus auf die bildende Kunst und deren Potenzial im Religionsunterricht.
Die zentralen Felder umfassen die klassische islamische Kunstgeschichte, theologische Debatten zum Bilderverbot, die Bedeutung von Musik und Poesie sowie die Anwendung kunstpädagogischer Methoden in der Schulpraxis.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kunst im islamischen Religionsunterricht nahbar gemacht werden kann, um interreligiöse Mehrwerte zu schaffen und einen starken Lebensweltbezug zu Jugendlichen herzustellen.
Die Arbeit kombiniert eine kunstgeschichtliche und kulturpolitische Literaturanalyse mit einer fachdidaktischen Konzeption für den Religionsunterricht (Unterrichtsentwurf).
Im Hauptteil werden verschiedene Kunstformen (Architektur, Malerei, Kalligraphie, Musik, Poesie) historisch beleuchtet, die Thematik des Bilderverbots kritisch analysiert und ein Exkurs zum Thema Rap-Musik durchgeführt.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie islamische Kunst, Religionspädagogik, Ästhetik, Interkulturalität und Lebensweltbezug charakterisiert.
Die Kalligraphie gilt als „rein-islamische“ Kunstform, da sie als einzige unmittelbar mit der Heiligkeit der Schrift aus dem Koran verbunden ist.
Rap-Musik fungiert als Brücke zwischen der Lebenswelt der muslimischen Jugendlichen und dem Religionsunterricht, da sie als aktuelle Kunstform mit islamischen Nuancen konnotiert ist.
Der Entwurf beinhaltet eine Bedingungsanalyse der Klasse, eine theologische Reflexion, die didaktische Begründung der außerschulischen Erkundung von Kirche und Moschee sowie einen detaillierten Verlaufsplan.
Die Arbeit zeigt, dass das Bilderverbot zwar theologisch bedeutsam ist, die historische Praxis der Muslime jedoch sehr vielfältig war und oft andere Wege (wie die Abstraktion) fand, um Kunst trotz religiöser Vorbehalte zu legitimieren.
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