Masterarbeit, 2018
60 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Inklusion im historischen Kontext
2.1 Geschichte und Entwicklung der Anfänge des Sonderschulwesens bis in die Gegenwart
2.2 Definition Inklusion
2.3 Forderungen nach Inklusion
3. Heterogenität in inklusiven Lernsettings
3.1 Heterogenitätskonzepte in inklusiven Lernsettings
3.2 Entwicklungsbezogene Didaktik nach Feuser
4. Umsetzung im Schulsystem – Empirie und Forschungslage
4.1 „Kinder mit Beeinträchtigung leiden in inklusiven Lernsettings.“
4.2 „Normalbegabte Kinder werden in inklusiven Lernsettings vernachlässigt.“
4.3 „Kinder mit Beeinträchtigung bekommen nicht genug individuelle Förderung.“
4.4 „Inklusion gilt als eine hohe Belastung für Lehrkräfte.“
5. Potenziale und Erschwernisse
5.1 Lehrkräfte als Grundlagenproblem
5.2 Problematik der Rahmenbedingungen im inklusiven Unterricht
6. Nachhaltigkeit von Inklusion
6.1 Schulabschluss
6.2 Berufsleben
7. Index für Inklusion als Konzept
7.1 Der Index als Schlüsselelement inklusiver Pädagogik
7.2 Der Index für Inklusion in der Praxis
8. Fazit
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen der Inklusion im deutschen Schulsystem, analysiert theoretische Ansätze zur Heterogenität sowie zur entwicklungslogischen Didaktik und beleuchtet die praktische Umsetzung, Belastungsfaktoren für Lehrkräfte, Potenziale der schulischen und beruflichen Eingliederung sowie die Rolle des "Index für Inklusion" als Evaluationsinstrument.
3.2 Entwicklungsbezogene Didaktik nach Feuser
Von der Idee der Integration hat Georg Feuser seine Grundüberlegungen zu einer Entwicklungsbezogenen Didaktik entwickelt (Feuser, 2009, S. 280). „Integration [...] bedarf einer Pädagogik, in der alle Kinder in Kooperation miteinander auf ihrem jeweiligen Entwicklungsniveau nach Maßgabe ihrer momentanen Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungskompetenzen [...] an und mit einem gemeinsamen Gegenstand spielen, lernen und arbeiten“ (Feuser, 2009, S. 283). Unabhängig von der Art und der Schwere der Behinderung der Kinder, verlangt Feuser eine einheitliche und gemeinsame Schule für alle, was heutzutage als Inklusion bezeichnet wird (Feuser, 2009, S. 283).
Feuser stand dem gegenwärtigen Schulsystem kritisch gegenüber, denn er war der Meinung, dass die Schulen selbst für Kinder ohne eine Beeinträchtigung unzumutbar wären, da an diesen Institutionen die Persönlichkeit und Sozialfähigkeit der Schülerinnen und Schüler völlig ruiniert werden (Feuser, 2009, S. 283). Zudem bemängelt er die wissenschaftliche Pädagogik, denn Feuser ist der Meinung, dass es bislang noch keine gleichartige und allumfassende Pädagogik gibt. Er sagt: „Seit Beginn der wissenschaftlichen Pädagogik hat es zu keiner Zeit eine allgemeine Pädagogik für alle Kinder gegeben, nur Sonderpädagogiken! Universität, Gymnasium, Realschule, Hauptschule – sie alle sind Sonderschulen, Schulen für Menschen ohne den jeweiligen anderen Menschen“ (Pitsch & Thümmel, 2011, S. 96).
Er verlangt für alle Kinder also eine inklusive Schule, in der mit differenzierten und individualisierten Mittel gearbeitet und gelernt wird, sodass niemand vom Unterricht ausgeschlossen wird. Zudem fordert Feuser mehr Arbeit mit Projekten und Vorhaben, individualisierte Lehrpläne, innere Differenzierung und offene Formen des Unterrichts und er lehnt den Fächerunterricht, individuelle Lehrpläne, äußere Differenzierung und Frontalunterricht ab, denn Erziehung und Bildung kann nur unter diesen Gesichtspunkten stattfinden (Pitsch & Thümmel, 2011, S. 96). Unter Erziehung versteht Feuser „die Strukturierung der Tätigkeit der Kinder und Schüler mit dem Ziel größter Realitätskontrolle“, wobei er unter Bildung den „Ausdruck des Gesamts der Wahrnehmung-, Denk- und Handlungskompetenzen eines Menschen im Sinne seiner aktiven Selbstorganisation“ fasst (Pitsch & Thümmel, 2011, S. 96).
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die UN-Behindertenrechtskonvention als Ausgangspunkt der Inklusion in Deutschland und skizziert den Aufbau der Arbeit.
2. Inklusion im historischen Kontext: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung des Sonderschulwesens, definiert den Inklusionsbegriff und diskutiert die daraus abgeleiteten Forderungen.
3. Heterogenität in inklusiven Lernsettings: Hier werden Heterogenitätskonzepte analysiert und das Modell der entwicklungslogischen Didaktik nach Georg Feuser als pädagogischer Ansatz vorgestellt.
4. Umsetzung im Schulsystem – Empirie und Forschungslage: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit Vorurteilen gegenüber der Inklusion auseinander und beleuchtet die Empirie sowie Herausforderungen im praktischen Unterricht.
5. Potenziale und Erschwernisse: Hier werden die Qualifizierung von Lehrkräften sowie die Rahmenbedingungen inklusiver Schulen als zentrale Problemfelder und Erfolgspotenziale identifiziert.
6. Nachhaltigkeit von Inklusion: Das Kapitel untersucht die Schulerfolgsquoten sowie die berufliche Eingliederung von Menschen mit Beeinträchtigung und thematisiert notwendige strukturelle Bedingungen.
7. Index für Inklusion als Konzept: Dieses Kapitel präsentiert den Index für Inklusion als Evaluationsinstrument zur Schulentwicklung und beschreibt dessen theoretische Grundlagen und praktische Anwendung.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Inklusion ein wertvolles, aber in der Umsetzung hochanspruchsvolles Konzept ist, das professionelle Unterstützung erfordert.
Inklusion, Sonderschulwesen, Heterogenität, entwicklungslogische Didaktik, Inklusionspädagogik, Lehrkräfte, Schulentwicklung, berufliche Eingliederung, Index für Inklusion, Barrierefreiheit, sonderpädagogischer Förderbedarf, Teamteaching, Schulerfolg, Teilhabe, Bildungsgerechtigkeit.
Die Arbeit analysiert Inklusion als zentrale Herausforderung für das deutsche Schulsystem, wobei sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Umsetzungsfragen und gesellschaftliche Rahmenbedingungen untersucht werden.
Die Arbeit behandelt die historische Entwicklung des Sonderschulwesens, heterogene Lernsettings, die Empirie zur inklusiven Beschulung, die berufliche Nachhaltigkeit und den Einsatz des "Index für Inklusion".
Ziel ist es, die Komplexität der Inklusion aufzuzeigen und zu belegen, dass eine erfolgreiche inklusive Schulpraxis professionelle Unterstützung, fundierte theoretische Konzepte und angepasste Rahmenbedingungen erfordert.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung bestehender Forschungsdaten und Fallbeispiele basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Heterogenität, empirische Forschungslagen zu Vorurteilen, die Analyse von Potenzialen und Erschwernissen für Lehrkräfte sowie die Nachhaltigkeit der Inklusion bis hin zur beruflichen Teilhabe.
Wichtige Begriffe sind Inklusion, Heterogenität, entwicklungslogische Didaktik (nach Feuser), sonderpädagogischer Förderbedarf, Index für Inklusion und berufliche Eingliederung.
Lehrkräfte gelten als Basis und Grundpfeiler der Inklusion; ihre Professionalität, sonderpädagogische Qualifizierung und die Kooperation (z. B. durch Teamteaching) werden als entscheidende Erfolgsfaktoren hervorgehoben.
Der Index wird als effektives Evaluationsinstrument für die Schulentwicklung bewertet, erfordert jedoch für eine erfolgreiche Anwendung professionelle Anleitung, Zeit und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten.
Der Übergang wird oft als prekär beschrieben, da die Inklusion in der Schule endet und im Berufsleben häufig auf Barrieren oder separierende Angebote (Werkstätten) trifft, was die Forderung nach nachhaltiger, gesellschaftsweiter Inklusion unterstreicht.
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