Diplomarbeit, 2008
123 Seiten, Note: 1,0
1 Theorie
1.1 Einleitung
1.2 Gentechnik: Begriffe, Definitionen und Anwendungen
1.3 Bisheriger Stand der psychologischen Forschung zu Genfood
1.3.1 Moderierende Variablen auf die Einstellungen gegenüber Genfood
1.3.2 Akzeptanz und habituelle Ablehnung von Genfood
1.3.3 Implizite Einstellungen gegenüber Genfood
1.4 Implizite und explizite Einstellungen gegenüber Genfood aus Perspektive des RIMs (Strack & Deutsch, 2004)
1.4.1 Überblick über das RIM (Strack & Deutsch, 2004)
1.4.2 Erklärungsansatz zur Dissoziation zwischen impulsivem und reflektivem System gegenüber Genfood
1.5 Modulation der Ekel- und Ablehnungsreaktionen gegenüber Genfood durch Nahrungsdeprivation
1.6 Hypothesen
2 Methoden
2.1 Versuchspersonen
2.2 Versuchsaufbau
2.3 Versuchsdesign
2.4 Versuchsablauf
2.5 Unabhängige Variablen
2.5.1 Manipulation der Variable “Deprivation”
2.5.2 Manipulation der Variable “Bezeichnung”
2.6 Abhängige Variablen
2.6.1 Implizite Einstellungen
2.6.2 Explizite Einstellungen
2.6.3 Essverhalten
2.7 Kontrollvariablen
2.7.1 Variable Stimmung
2.7.2 Erfassung der Akzeptanz und habituellen Ablehnung von Genfood
3 Ergebnisse
3.1 Analysestichprobe
3.2 Vorbereitende Analysen
3.3 Überprüfung der Manipulationen
3.4 Ergebnisse zu den impliziten Einstellungen
3.4.1 Datenaggregation
3.4.2 Einfluss von Bezeichnung und Deprivation auf implizite Einstellungen
3.5 Ergebnisse zu den expliziten Einstellungen
3.5.1 Bewertung der Appetitlichkeit von Genfood vs. Ökofood
3.5.2 Bewertung der Konsumtendenz von Genfood vs. Ökofood
3.6 Zusammenhang zwischen impliziten und expliziten Einstellungen
3.7 Ergebnisse zum Verhaltensmaß
3.7.1 Gegessene Menge in Abhängigkeit von Deprivation & Bezeichnung
3.7.2 Vorhersage des Essverhaltens
3.8 Zusammenfassung der Ergebnisse
4 Diskussion und Fazit
4.1 Fazit
Die Arbeit untersucht die Bewertung und das Konsumverhalten gegenüber genmanipulierten Lebensmitteln unter Berücksichtigung des Reflective-Impulsive-Models und des Einflusses von Nahrungsdeprivation. Ziel ist es, Diskrepanzen zwischen automatischen (impliziten) und reflektiven (expliziten) Einstellungen experimentell zu erfassen und deren Auswirkungen auf das tatsächliche Essverhalten bei hungrigen und satten Personen zu analysieren.
1.1 Einleitung
Mitte der 90er Jahre begannen die USA als erste Nation mit dem großflächigen Anbau von gentechnisch verändertem Mais und Soja und zögerten nicht, dessen Weiterverarbeitung zu bzw. in anderen Lebensmitteln zuzulassen. Aus Sicht der produzierenden Industrie liegt der Nutzen gentechnischer Manipulation in der Lösung der globalen Ernährungsfrage und in einer effizient-umweltschonenden Agrarökonomie. Sie genießt jedoch auf Seiten der Verbraucherschützer und Konsumenten eine weitaus geringere Akzeptanz (Gaskell, Allum, Bauer, Durant, Allansdottir, Bonfadelli, Boy, de Cheveigné, Fjaestad, Gutteling, Hampel, Jelsoe, Correia Jesuino, Kohring, Kronberger, Midden, Hviid Nielsen, Przestalski, Rusanen, Skellaris, Torgersen, Twardowski & Wagner, 2000; Gaskell, Allum & Stares, 2003; Gaskell, Allum, Wagner, Kroneberger, Torgersen, Hampel & Bardes, 2004; Grose, 2000; INRA, 2000). So löst das Thema Genfood beim Verbraucher vor allem große Ablehnung, Besorgnis und Zweifel aus (Slovic, 2000; Gaskell et al., 2004; Haukenes, 2004; Townsend & Campbell, 2004; Siegrist, 2003, Gregory, Flynn & Slovic, 2001; Frewer, Miles & Marsh, 2002; Vilella-Vila & Costa-Font, 2005; Laros & Steenkamp, 2004; Ferguson, Farrell, Lowe & James, 2001; Subrahmanyan & Cheng, 2000; Vilella-Vila, Costa-Font & Mossialos, 2005; Tenbült, de Vries, Dreezens & Martijn, 2005; Verdurme & Viaene, 2003; Townsend, Clark & Travis, 2004).
Bislang existieren in der Literatur jedoch keine Studien, welche sowohl die expliziten als auch automatischen (impliziten, vgl. dazu Kapitel 1.4) Bewertungen gegenüber Genfood gleichermaßen behandeln und zusätzlich in Beziehung zu tatsächlichem Essverhalten setzen. Bisherige Untersuchungen geben jedoch Anlass zu der Annahme, dass das Essverhalten auch von impliziten und expliziten Einstellungen abhängen sollte (Hofmann, Rauch & Gawronski, 2007, Friese, Hofmann & Wänke, 2007). Beispielsweise konnte bereits gezeigt werden, dass der Konsum von Süßigkeiten maßgeblich durch die Standards für gezügeltes Essverhalten vorhergesagt werden kann, insofern genügend Ressourcen für die Selbstregulation vorhanden sind. Fallen diese Ressourcen hingegen niedriger aus, prädiktieren die impliziten Einstellungen gegenüber Süßigkeiten ebenfalls das Konsumverhalten (Hofmann et al., 2007).
1 Theorie: Stellt den theoretischen Rahmen dar, erläutert die Grundlagen der Gentechnik und erörtert die psychologische Forschung zu Genfood sowie das Reflektive-Impulsive-Model.
2 Methoden: Beschreibt das methodische Vorgehen der Studie, einschließlich der Stichprobenrekrutierung, des experimentellen Aufbaus, des Versuchsdesigns, der Variablenmanipulation und der Messverfahren.
3 Ergebnisse: Präsentiert die empirischen Daten zur Analysestichprobe, die Überprüfung der Manipulationen und die Analyse der impliziten sowie expliziten Einstellungen und des Essverhaltens.
4 Diskussion und Fazit: Interpretiert die gewonnenen Ergebnisse, setzt diese in Bezug zur bestehenden Literatur, diskutiert methodische Limitationen und fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen.
5 Literaturverzeichnis: Listet sämtliche in der Arbeit zitierten Quellen und Referenzen vollständig auf.
6 Anhang: Enthält ergänzendes Material wie Bildmaterial, verwendete Wortlisten, detaillierte Instruktionen für die Probanden sowie die eingesetzten Fragebögen.
Genfood, Gentechnik, implizite Einstellungen, explizite Einstellungen, Reflektive-Impulsive-Model, Nahrungsdeprivation, Konsumentenpsychologie, Appetitlichkeit, Essverhalten, Risikowahrnehmung, Ekel, single-target IAT, Konsumpräferenz, Bio-Apfel, Gen-Apfel.
Die Arbeit untersucht, wie Menschen genmanipulierte Lebensmittel auf einer bewussten (reflektiven) und einer automatischen (impulsiven) Ebene bewerten und ob diese Bewertungen Einfluss auf ihr tatsächliches Essverhalten haben.
Die zentralen Felder umfassen die psychologische Einstellungsforschung, die Wahrnehmung von Genfood, das Konzept der Nahrungsdeprivation (Hunger) und die Anwendung des Reflektive-Impulsive-Models zur Verhaltenserklärung.
Die Arbeit untersucht, ob eine Diskrepanz zwischen automatischen und expliziten Bewertungen bei Genfood existiert und inwiefern der Zustand des Hungers diese Wahrnehmung sowie das anschließende Konsumverhalten beeinflusst.
Es wurde ein experimentelles 2x2-Design gewählt, das einen single-target Implicit-Association Test zur Erfassung impliziter Einstellungen mit expliziten Skalen und einem fingierten Geschmackstest zur Messung des realen Essverhaltens kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche theoretische Fundierung, die detaillierte Beschreibung der experimentellen Methoden, die statistische Auswertung der Ergebnisse und eine abschließende Diskussion der Befunde im Lichte der aktuellen Forschung.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Genfood, implizite Einstellungen, Nahrungsdeprivation, single-target IAT und Konsumentenpsychologie definiert.
Die Studie zeigt, dass hungernde Personen gegenüber genmanipulierten Produkten zwar teilweise anders reagieren als satte Probanden, der Einfluss des Hungers jedoch vor allem auf der Verhaltensebene (der tatsächliche Konsum) deutlicher wurde als in den abstrakten Einstellungsmessungen.
Äpfel dienten als neutrales, natürliches Testobjekt, um einen realen Konsum unter kontrollierten Bedingungen zu ermöglichen, wobei die Manipulation allein durch die Bezeichnung als "Gen-Apfel" oder "Bio-Apfel" erfolgte.
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