Diplomarbeit, 2007
60 Seiten, Note: 1,3
EINLEITUNG
1 URSACHEN, ARTEN UND WIRKUNG DER EMOTIONALEN ANSTECKUNG
1.1 DER BEGRIFF DER EMOTION ALS BASIS ZWISCHENMENSCHLICHER PROZESSE
1.1.1 Klärung und Unterscheidung der Begriffe Emotion, Gefühl, Affekt, Leidenschaft
1.1.2 Die soziale Bedeutung der Emotion
1.2 BEGRIFF, ENTWICKLUNG UND ERSCHEINUNGSFORMEN DER EMOTIONALEN ANSTECKUNG
1.2.1 Begriff und Entwicklung der emotionalen Ansteckung
1.2.2 Primitive emotional contagion
1.2.3 Conscious emotional contagion: Emotionale Ansteckung als Folge bewusster sozialer Vergleichsprozesse
2 DIE WIRKUNG DER EMOTIONALEN ANSTECKUNG IN DER ORGANISATIONSPRAXIS
2.1 WIRKUNGEN EMOTIONALER ANSTECKUNG AUF EMOTIONSARBEITER
2.1.1 „Lend a hand“: Emotionale Ansteckung in der „klassischen Emotionsarbeit“
2.1.2 „Service with a smile“: Wirkungsweisen „instrumentalisierter“ emotionaler Ansteckung
2.1.3 „Service with a fake smile“: negative Folgen “instrumentalisierter” emotionaler Ansteckung
2.2 DIE WIRKUNG EMOTIONALER ANSTECKUNG AUF DIE ARBEIT IN GRUPPEN
2.2.1 Teamgeist
2.2.2 Teamneurose
3 PRAKTISCHE IMPLIKATIONEN UND ANWENDUNGSBEZUG
3.1 DIE BEDEUTUNG DER EMOTIONALEN ANSTECKUNG AUS SICHT DER ORGANISATION
3.1.1 Umgang mit Emotionen in Organisationen
3.1.2 Organisationskultur und emotionale Ansteckung
3.1.3 Führungskultur und emotionale Ansteckung
3.2 DIE BEDEUTUNG DER EMOTIONALEN ANSTECKUNG AUS DER SICHT DES INDIVIDUUMS UND DER GRUPPE IN ORGANISATIONEN
3.2.1 Individuelle Strategien zum Umgang mit emotionaler Ansteckung
3.2.2 Gruppenstrategien zum Umgang mit emotionaler Ansteckung
FAZIT
Die Arbeit analysiert das Phänomen der „emotionalen Ansteckung“ in Organisationen und untersucht kritisch deren Wirkung sowie Anwendungsmöglichkeiten im beruflichen Kontext, um ein besseres Verständnis für das Zusammenspiel von Emotion, Leistung und Organisationskultur zu schaffen.
1.2.1 Begriff und Entwicklung der emotionalen Ansteckung
„In der zweiten Minute steigerte sich der Haß zur Raserei. (…) Das scheußliche an dem Zwei-Minuten-Haß war nicht, dass man verpflichtet war mitzumachen, sondern im Gegenteil, dass man sich ihm nicht entziehen konnte. Nach dreißig Sekunden brauchte man sich einfach nicht mehr zu verstellen. Ein grässlicher, aus Angst und Rachsucht gemischter Taumel, (...)schien wie ein elektrischer Strom durch die ganze Menschengruppe zu fließen (…)“ (Orwell 1988, S.19f, englisch 1949).
Bereits 1899 stellte Gustave Le Bon in seinem Werk über die Psychologie der Massen fest, dass es etwas geben muss, was sich innerhalb von Menschenmassen, einem Virus gleich ausbreitet und Phänomene und Entwicklungen hervorruft, die so niemand vorhersagen oder erwarten kann. Er nennt das Phänomen „geistige Übertragung“ und sieht dessen Ursprung, mangels einer Erklärung, in „Erscheinungen hypnotischer Art“ (Le Bon 1982, S. 15, französisch 1899).
Der Begriff „emotionale Ansteckung“ taucht erstmals in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts in Verbindung mit der Forschung der Übertragung und Angleichung von Ausdruck und Emotion zwischen Mutter und Kleinkind auf und findet zunächst Einzug in die Verhaltenspsychologie und Soziologie.
1974 prägt der Psychologe Herbert Freudenberger in einem Aufsatz den Begriff „Burnout“ für ein Phänomen, welches sich als außerordentlich relevant für die Organisationsforschung herausstellt und an dem die emotionale Ansteckung nicht unerheblich beteiligt ist.
EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet das Paradoxon im Umgang mit Emotionen und Verstand in Organisationen und definiert die emotionale Ansteckung als zentrales Forschungsfeld.
1 URSACHEN, ARTEN UND WIRKUNG DER EMOTIONALEN ANSTECKUNG: Dieses Kapitel differenziert zwischen den Begriffen Emotion, Gefühl und Affekt und erläutert die psychologischen Mechanismen der Ansteckung.
2 DIE WIRKUNG DER EMOTIONALEN ANSTECKUNG IN DER ORGANISATIONSPRAXIS: Hier werden die Auswirkungen auf Emotionsarbeiter sowie die Dynamiken von emotionaler Ansteckung in Gruppen und Teams analysiert.
3 PRAKTISCHE IMPLIKATIONEN UND ANWENDUNGSBEZUG: Das Kapitel diskutiert Strategien zur Gestaltung einer emotional intelligenten Organisations- und Führungskultur sowie individuelle Coping-Ansätze.
FAZIT: Das Fazit fasst die Bedeutung der emotionalen Ansteckung als Erfolgs- und Kostenfaktor zusammen und fordert einen verantwortungsvolleren Umgang mit Emotionen in der Arbeitswelt.
Emotionale Ansteckung, Emotionsarbeit, Burnout, Organisationskultur, Führung, Empathie, Gruppenarbeit, soziale Interaktion, psychologische Grundlagen, Coping-Strategien, Authentizität, Dienstleistungsgesellschaft, Arbeitszufriedenheit, Teamgeist, Gruppenpsychologie
Die Arbeit untersucht das Phänomen der emotionalen Ansteckung – also die Übertragung von Emotionen zwischen Individuen – und deren spezifische Auswirkungen auf Arbeitsabläufe, die Leistung von Mitarbeitern und die Dynamik von Teams in Organisationen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Unterscheidung zwischen bewussten und unbewussten Ansteckungsprozessen, den Folgen für sogenannte „Emotionsarbeiter“, der Gruppenpsychologie in Teams sowie der Gestaltung einer authentischen Führungskultur.
Ziel ist es, die oft vernachlässigte Rolle von Emotionen in Organisationen wissenschaftlich fundiert darzustellen, die negativen und positiven Konsequenzen aufzuzeigen und Ansätze für eine praxisnahe Gestaltung des Arbeitsumfeldes zu liefern.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse psychologischer und organisationssoziologischer Studien, ergänzt durch die kritische Würdigung empirischer Untersuchungen zu emotionaler Ansteckung, Burnout und Gruppendynamik.
Im Hauptteil werden die Wirkweisen emotionaler Ansteckung auf Emotionsarbeiter (insbesondere im Dienstleistungssektor) und auf die Zusammenarbeit in Teams (einschließlich Teamgeist und Teamneurose) detailliert analysiert.
Wesentliche Begriffe sind Emotionale Ansteckung, Emotionsarbeit, Burnout, Organisationskultur, Führung, Empathie, Gruppenarbeit und Coping-Strategien.
Authentizität ist entscheidend, da unauthentisches Darstellen von Emotionen („faking in bad faith“) beim Mitarbeiter zu emotionaler Dissonanz und langfristig zu Burnout führen kann, während echte Emotionen die Bindung und Zufriedenheit der Kunden stärken.
Zwar fördert positive Stimmung die Leistung, doch ein übermäßiger „Zwang zum Enthusiasmus“ in Gruppen kann zu Konformitätsdruck und dem Phänomen des „Groupthink“ führen, was eine kritische Entscheidungsfindung behindert.
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