Bachelorarbeit, 2018
35 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Klaus Mann im Exil. Die Entstehung des Romans Der Vulkan
3. Die Exilschicksale der Figuren
3.1 Marion von Kammer – Hoffnungslosigkeit
3.2 Martin Korella – Lebensüberdruss
3.3 Kikjou – Gottesfurcht und Frömmigkeit
4. Die zwei Hauptmotive des Romans
4.1 Die Naturkatastrophe: Der Vulkan
4.2 Engelsgestalten: Die Zuversicht
5. Fazit
6. Quellen- und Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung von Exilspuren in Klaus Manns Roman Der Vulkan. Dabei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Verbindung zwischen den persönlichen Erfahrungen des Autors im Exil und den Schicksalen seiner Romanfiguren sowie der Bedeutung der zentralen Motive.
Die Entstehung des Romans Der Vulkan
Mann verließ Deutschland am 13. März 1933. (W, S. 328) In seiner zweiten Autobiografie Der Wendepunkt schreibt Mann; „Wir konnten nicht zurück. Der Ekel hätte uns getötet, […]. Die Luft im Dritten Reich war für gewisse Lungen nicht zu atmen. In der Heimat drohte Erstickungstod“ (W, S. 331). Und tatsächlich kehrte Mann nicht mehr nach Deutschland zurück. Erst in der Nachkriegszeit besuchte er für eine kurze Zeit das völlig zerstörte Elternhaus im Münchener Stadtteil Bogenhausen.33 Im Epilog des Romans Der Vulkan benutzt er dasselbe Motiv bezogen auf die Luft im Dritten Reich. In Dieters Brief steht; „Das Atmen wird unerträglich. Das ist es: man kann nicht atmen. Die gehäufte Lüge, das Übermaß der Gemeinheit: das verpestet die Luft – wie ein kolossaler Kadaver.“34 Bei der sehr propagandistischen Bücherverbrennung in Berlin am 10. Mai 1933 wurden auch seine Bücher – dem Deutschtum drohend – verbrannt.35 Für ihn war die Emigration keine Gemeinschaft, auch wenn dies häufig in der Forschungsliteratur konträr gestellt wird. Unter den Emigranten gab es wenige, die aus antifaschistischer Anschauung Deutschland verlassen hatten, vielmehr war es für die meisten eine Notlage. Um eine Gemeinschaft zu sein, fehlte es an gemeinsamen Zielen. Besonders deutlich war die Uneinigkeit zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten im Exil. Obwohl man glaubte, dass das Exilschicksal zwei Gegensätze zusammenschweißt, war das in diesem Fall jedoch nicht so.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Situation der Emigration nach 1933 und führt in die Problematik der "inneren" versus "äußeren" Emigration ein.
2. Klaus Mann im Exil. Die Entstehung des Romans Der Vulkan: Dieses Kapitel verknüpft die Lebensstationen und die psychische Belastung Klaus Manns im Exil mit der inhaltlichen und thematischen Entstehung seines Romans.
3. Die Exilschicksale der Figuren: Hier werden die Protagonisten Marion, Martin und Kikjou hinsichtlich ihrer psychischen Zerrüttung und der spezifischen Herausforderungen im Exil analysiert.
4. Die zwei Hauptmotive des Romans: Dieses Kapitel erläutert die zentrale Symbolik des Vulkans und der Engelsgestalten als komplementäre Pole zwischen politischer Bedrohung und moralischer Hoffnung.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont Klaus Manns Appell an den aktiven Widerstand und die bewahrte Hoffnung trotz persönlicher Tragik.
6. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der im Werk verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie Online-Quellen.
Klaus Mann, Der Vulkan, Exilliteratur, Innere Emigration, Nationalsozialismus, Heimatlosigkeit, Identität, Widerstand, Marion von Kammer, Martin Korella, Kikjou, Vulkan-Motiv, Engel, Exilerfahrung, Autobiografie.
Die Bachelorarbeit analysiert Klaus Manns Roman "Der Vulkan" als ein Werk, das die Exilerfahrungen von Intellektuellen während der NS-Zeit widerspiegelt.
Zu den zentralen Themen gehören das Gefühl der Heimatlosigkeit, der psychische Verfall durch das Exil, die "innere Emigration" und der politische Widerstand.
Das Ziel ist es, die "Exilspuren" im Roman aufzuzeigen und zu untersuchen, wie Mann seine eigenen Erfahrungen und die seines Umfelds literarisch verarbeitet hat.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text des Romans in Bezug zur Biografie des Autors und historisch-politischen Kontexten der 1930er Jahre setzt.
Im Hauptteil werden die Schicksale der Hauptfiguren, die Symbolik der Naturkatastrophe (Vulkan) und die Bedeutung der Engelsvisionen analysiert.
Exil, Heimatlosigkeit, politischer Widerstand, Identität und die spezifische Symbolik Manns sind die wichtigsten Begriffe.
Kikjou wird als eine paradoxe Figur beschrieben, die strengen katholischen Glauben mit Homosexualität vereint und durch Engelsvisionen eine Entwicklung vom Heimatlosen zum moralisch suchenden Menschen durchläuft.
Die Engel fungieren als Gegenpol zum zerstörerischen Vulkansymbol und dienen als Appell an die Hoffnung, Besonnenheit und den aktiven Kampf gegen den Faschismus.
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