Bachelorarbeit, 2020
66 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
1. Grundlegendes zur Achtsamkeit
1.1 - Geschichte und Entwicklung von Achtsamkeit
1.2 - Klärung des Gegenstandbereichs von Achtsamkeit
1.3 - Achtsamkeitstraining
1.3.1 - Formen formaler Achtsamkeit
1.4 - Gesundheitliche Folgen der Achtsamkeitspraxis
1.4.1 - Der ‚Autopilotmodus‘
1.4.2 - Stressreduktion durch Achtsamkeit – Mit Bezug auf das MBSR- Programm
2. Einblicke in Gesellschaftliche Diskurse um Achtsamkeit
2.1 - Therapeutisierung der Gesellschaft
2.1.1 - Das Beispiel der Positiven Psychologie
2.1.2 - die Ökonomisierung der Positiven Psychologie
2.2 - Achtsamkeit im Kontext der Optimierung des Selbst
2.2.1 - Achtsamkeit und Moral – Kalte Achtsamkeit
2.3 - Zunehmender Druck in der Sozialpädagogischen Praxis
2.3.1 - Sozialkulturelle Rahmenbedingung: Wirtschaftliche Verwobenheit
2.3.2 - Therapeutisierung der Sozialen Arbeit – Am Beispiel der Jugendhilfe
2.3.3 - Stressoren und Belastungen in der Sozialpädagogischen Praxis
2.4 - Achtsamkeit – Eine naive Anpassung an bestehende Verhältnisse?
3. Achtsamkeit in der sozialpädagogischen Praxis
3.1 Klärung und Gegenstand
3.1.1 Pädagogik
3.1.2 Sozialpädagogik/ Soziale Arbeit
3.2 Sozialpädagogisches Handeln und Achtsamkeit
3.2.1 Achtsamkeit in der Lebensweltorientierung
3.2.2 Achtsamkeit in der Beziehungsarbeit
4. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale und Grenzen von Achtsamkeit (Mindfulness) im Kontext der sozialpädagogischen Praxis. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, inwiefern Achtsamkeit als professionelle Haltung oder Methode zur Stressbewältigung dienen kann, ohne dabei die notwendige kritische Reflexion über strukturelle Belastungsfaktoren und eine mögliche Instrumentalisierung im Sinne einer reinen Selbstoptimierung zu vernachlässigen.
1.1 Geschichte und Entwicklung von Achtsamkeit
Achtsamkeit (Mindfulness), als Fähigkeit des Menschen, die eigene Aufmerksamkeit zu steuern und auf etwas gegenwärtiges zu fokussieren, ist wohl so alt wie das menschliche Dasein selbst. Genauer unter die Lupe genommen und anhand von verschiedenen Praktiken herausdifferenziert und geübt, wurde das Achtsam-sein, (Was heute als Mindfulness beschrieben wird) bereits vor ca. 3000 Jahren in der fern-östlich buddhistischen Tradition. (vgl. Schindler) Dort nämlich stellt ‚achtsam zu sein‘ einer der Acht Säulen des ‚achtfachen Pfades‘ da, Verhaltensregeln dar, die Buddhisten zu erfolgen haben. Einzug in den wissenschaftlichen Diskurs hat das Thema Achtsamkeit dennoch erst seit der 1970er Jahren. In dieser Zeit forschte der Molekularbiologe Kabat-Zinn erfolgreich zu den Zusammenhängen der Achtsamkeitspraxis und dem menschlichen Wohlbefinden. Somit war er in den Folgejahren der erste, der achtsamkeitsbasierten Verfahren in die psychotherapeutische Praxis miteinbrachte.
„Kabat-Zinn, der ein Konzept des Mindfulness-Based Stress Reduktion (MBSR) entwickelte, hat bereits in zahlreichen medizinischen Studien (z.B. Kabat-Zinn,1992; Müller et al, 1995) belegen können, welche positiven Auswirkungen eine regelmäßige Praxis von MBSR nach sich ziehen kann“ (José, 2016, S.73).
„Im Jahre 1979 war MBSR eine neuartige Methode klinischer Betreuung im Rahmen der Verhaltensmedizin, eines damals noch jungen Forschungszweigs, der heute allgemeiner als integrative oder ganzheitliche Medizin bezeichnet wird. Sie geht davon aus, dass mentale und emotionale Faktoren nicht nur erhebliche positive wie negative Auswirkungen auf unsere körperliche Gesundheit und unsere Fähigkeit zur Gesundung haben, sondern auch darüber bestimmen, ob wir auch angesichts chronischer Erkrankungen, chronischer Schmerzen und einer verbreitet von Stress geprägten Lebensweise in der Lage sind, uns Lebensqualität und Lebensfreude zu bewahren.“ (Kabat-Zinn,2013, S.20).
1. Grundlegendes zur Achtsamkeit: Dieses Kapitel erläutert die historischen Ursprünge der Achtsamkeit, definiert den Begriff Mindfulness und stellt verschiedene formale Übungspraxen sowie deren gesundheitliche Wirkungsweisen vor.
2. Einblicke in Gesellschaftliche Diskurse um Achtsamkeit: Hier wird kritisch auf die Phänomene Therapeutisierung und Ökonomisierung der Gesellschaft eingegangen, wobei die Rolle der Positiven Psychologie und der Druck zur Selbstoptimierung reflektiert werden.
3. Achtsamkeit in der sozialpädagogischen Praxis: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Achtsamkeitskonzepte mit der sozialpädagogischen Arbeit, insbesondere im Hinblick auf die Lebensweltorientierung und die Beziehungsarbeit.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Achtsamkeit zwar eine hilfreiche persönliche Ressource für Sozialpädagogen darstellt, jedoch kritisch hinsichtlich ihrer moralischen Fundierung und ihrer Grenzen gegenüber strukturellen Problemen hinterfragt werden muss.
Achtsamkeit, Mindfulness, Soziale Arbeit, Sozialpädagogik, Lebensweltorientierung, Beziehungsarbeit, Selbstoptimierung, Therapeutisierung, Stressbewältigung, MBSR, Positive Psychologie, Professionalisierung, Gesundheit.
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung und den Auswirkungen von Achtsamkeitspraktiken im Feld der Sozialen Arbeit und Sozialpädagogik.
Die Schwerpunkte liegen auf der Klärung des Achtsamkeitsbegriffs, der Analyse gesellschaftlicher Diskurse wie Ökonomisierung und Therapeutisierung sowie der Übertragung auf pädagogische Handlungsfelder.
Das Ziel ist es, Möglichkeiten und Grenzen der Achtsamkeit für die sozialpädagogische Praxis aufzuzeigen und zu prüfen, ob sie eine Hilfestellung für Fachkräfte bietet, ohne naiv an bestehende Verhältnisse anzupassen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und einer kritischen Auseinandersetzung mit theoretischen Konzepten der Sozialpädagogik und der Achtsamkeitsforschung.
Im Hauptteil wird zunächst die Achtsamkeitspraxis allgemein erläutert, gefolgt von einer kritischen Reflexion gesellschaftlicher Trends sowie der Anwendung des Konzepts auf die Lebensweltorientierung und Beziehungsarbeit.
Wesentliche Begriffe sind Achtsamkeit, Soziale Arbeit, Lebensweltorientierung, Selbstoptimierung und Beziehungsarbeit.
Der Autor steht der Positiven Psychologie kritisch gegenüber, insbesondere hinsichtlich ihrer Ökonomisierung und der Gefahr, dass individuelles Glück zum Kapital für Unternehmen und zur Bedingung für gesellschaftliche Teilhabe wird.
Achtsamkeit ermöglicht Fachkräften eine Meta-Kognition, durch die sie eigene emotionalen Muster erkennen, ihre Wahrnehmung des Gegenübers schärfen und somit eine professionellere, tragfähige Beziehung zu den Klienten aufbauen können.
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