Bachelorarbeit, 2019
43 Seiten, Note: 2.0
1 Einleitung
2 Das Phänomen Jugendkriminalität
2.1 Delinquenz
2.2 Jugenddelinquenz
3 Adoleszenz
4 Jugendstrafrecht
5 Kriminalitätsentwicklung in NRW aus dem Jahr 2018
5.1. Tatverdächtige unter 21 Jahren
5.2. Anzahl der begangenen Straftaten
5.3. Sanktionen im Jugendstrafrecht
5.3.1. Diversionsverfahren
5.4. Erziehungsmaßregeln
5.4.1. Zuchtmittel
5.4.2. Jugendstrafe
6 Abweichendes Verhalten
6.1. Deviantes und kriminelles Verhalten
6.2. Jugendtypische Delinquenz
7 Gewalt und Aggression
8 Theorien, Ansätze und Faktoren zur Entstehung von Jugenddelinquenz
8.1. Sozialstrukturelle Kriminalitätstheorien
8.1.1. Anomietheorie nach Merton
8.1.2. Die Bedeutung der Anomietheorie für die Soziale Arbeit
8.2. Labeling-Ansatz / Etikettierungsansatz
8.2.1. Die Bedeutung des Labeling-Ansatzes / Etikettierungsansatzes für die Soziale Arbeit
8.3. Das Teufelskreis-Modell von Quensel
8.3.1. Die Bedeutung des Teufelskreis-Modells für die Soziale Arbeit
8.4. Lerntheoretischer Ansatz
8.4.1. Die Bedeutung des lerntheoretischen Ansatzes für die Soziale Arbeit
8.5. Sozialisationstheorie
8.5.1. Familienstrukturelle Grundlagen
8.5.2. Die Funktion der Gleichaltrigen
8.5.3. Freizeitgestaltung
8.5.4. Die Bedeutung für die Soziale Arbeit
9 Sozialpädagogische Präventionsmaßnahmen
9.1. Jugendsozialarbeit
9.2. Anti-Agressivitäts-Training (AAT)
9.3. Täter-Opfer-Ausgleich
9.4. Arrest und Jugendhaft
10 Resümee und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Ursachen und Faktoren von Jugenddelinquenz sowie deren Besonderheiten unter Berücksichtigung kriminologischer Theorien. Dabei soll kritisch beleuchtet werden, wie Maßnahmen der Sozialen Arbeit präventiv und interventiv wirken können, um Jugendlichen den Weg aus der Delinquenz zu ebnen.
8.3. Das Teufelskreis-Modell von Quensel
Das Problem der Entstehung von Kriminalität wird nach Quensel durch die anderen Theorien (s. 7.1.1 und 7.1.3) auf eine eindimensionale Ebene verkürzt. Damit wird die Entwicklung in der Zeitdimension vernachlässigt, welche auf alle Fälle einbezogen werden muss. Quensel wendet sich grundsätzlich von eindimensionalen Ansätzen ab. Er hält an speziellen psychoanalytischen sozialisationstheoretischen Ansichten fest und versucht sie in Begleitung des Labeling-Ansatzes (Etikettierungsansatzes) mit neuen soziologischen Forschungsergebnissen zu verbinden (vgl. Kerscher, 1981, S.59).
In dem Teufels-Kreis Modell wird die Entwicklung junger Krimineller, in der auch bestimmte Situationsmerkmale wie Schicht, Familie, Schule- und sozioökonomische Lage Ausgangspunkte, beschrieben. Ob ein bestimmter Mensch deshalb wirklich kriminell wird, hängt von unterschiedlichen Reaktionen auf ein bestimmtes Verhalten und dem dazugehörigen Feedback ab. Daraus folgt, dass zunächst jeder junge Mensch, auch wenn seine Kindheit bzw. Erziehung normal verlaufen ist, gelegentlich kriminelles verrichten kann, dennoch deshalb nicht zwangsläufig „kriminell“ wird.
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung und der persönlichen Motivation der Autorin aufgrund ihrer Erfahrungen in der Jugendgerichtshilfe.
2 Das Phänomen Jugendkriminalität: Definition der Grundbegriffe Delinquenz und Jugenddelinquenz zur Schaffung einer einheitlichen wissenschaftlichen Basis.
3 Adoleszenz: Erörterung der Entwicklungsphase Jugend als Übergang vom Jugendlichen zum Erwachsenen und deren spezifische Herausforderungen.
4 Jugendstrafrecht: Analyse der gesetzlichen Grundlagen (JGG) und der Abgrenzung zum Erwachsenenstrafrecht mit Fokus auf den Erziehungsgedanken.
5 Kriminalitätsentwicklung in NRW aus dem Jahr 2018: Auswertung der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) zur Veranschaulichung aktueller Delikts- und Sanktionstrends.
6 Abweichendes Verhalten: Darstellung verschiedener Erscheinungsformen abweichenden Verhaltens wie Devianz und Delinquenz.
7 Gewalt und Aggression: Definition und Abgrenzung der Begriffe Aggression und Gewalt sowie deren Rolle innerhalb der Jugenddelinquenz.
8 Theorien, Ansätze und Faktoren zur Entstehung von Jugenddelinquenz: Vorstellung fundierter Kriminalitätstheorien und deren Bedeutung für die Praxis der Sozialen Arbeit.
9 Sozialpädagogische Präventionsmaßnahmen: Überblick über konkrete Maßnahmen wie Jugendsozialarbeit, Anti-Aggressivitäts-Training, Täter-Opfer-Ausgleich sowie Jugendstrafvollzug.
10 Resümee und Ausblick: Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse und Forderungen an Gesellschaft und Politik für einen praxisorientierten Umgang mit straffälligen Jugendlichen.
Jugenddelinquenz, Soziale Arbeit, Kriminalitätstheorien, Adoleszenz, Jugendstrafrecht, Prävention, Resozialisierung, Diversionsverfahren, Stigmatisierung, Teufelskreis-Modell, Labeling-Ansatz, Jugendsozialarbeit, Sozialisation, Kriminalitätsentwicklung, Erziehungsmaßregeln
Die Arbeit befasst sich mit den Ursachen und Entstehungsfaktoren von Jugenddelinquenz in Deutschland und analysiert, wie die Soziale Arbeit durch gezielte Maßnahmen auf dieses Phänomen einwirken kann.
Zu den Kernbereichen gehören das Jugendstrafrecht, kriminologische Theorien zur Entstehung abweichenden Verhaltens sowie konkrete sozialpädagogische Interventionsformen wie das Anti-Aggressivitäts-Training oder der Täter-Opfer-Ausgleich.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die vielfältigen Ursachen von Jugendkriminalität zu entwickeln und die Rolle der Sozialen Arbeit im Prozess der Resozialisierung und Prävention hervorzuheben.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse aktueller Statistiken, insbesondere der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS), kombiniert mit Erkenntnissen aus dem Praxissemester der Autorin.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch Kriminalitätstheorien (z.B. Merton, Quensel), die rechtlichen Rahmenbedingungen des JGG sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Praxis sozialpädagogischer Prävention.
Wichtige Begriffe sind Jugenddelinquenz, Resozialisierung, Labeling-Ansatz, Jugendstrafrecht und präventive Sozialarbeit.
Die Autorin kritisiert die mediale Stigmatisierung junger Täter und warnt vor der Gefahr einer "Filter-Blase", die den demokratischen Diskurs gefährdet und Vorurteile gegenüber Jugendlichen verfestigt.
Der TOA wird als unbürokratische Alternative zum klassischen Strafverfahren hervorgehoben, da er eine reale Auseinandersetzung zwischen den Beteiligten ermöglicht und somit die Chance auf echte Wiedergutmachung und Entkriminalisierung bietet.
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