Masterarbeit, 2020
67 Seiten, Note: 1,1
Vorwort
1 Einleitung
2 Methodisches Vorgehen
3 Theoretische Grundlagen
3.1 Identität
3.2 Sportsoziologie
4 Empirischer Forschungsstand
4.1 Körperliche Idealbilder für Frauen
4.2 Soziale Netzwerke
5 Mediale Identität
6 Zusammenfassung
7 Abschließende Diskussion
8 Fazit
9 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss sozialer Netzwerke, insbesondere der Plattform Instagram, auf die Identitätsentwicklung und das Körperbild heranwachsender Frauen unter Berücksichtigung sportsoziologischer Aspekte und der Wirkung medialer Körperideale.
3.1.2 Identität und Körper
„Was der Körper ist, wie mit ihm umzugehen ist bzw. dass mit ihm umgegangen werden muss und er nicht mehr als biologisches Faktum schlicht hingenommen werden kann, sind typische Fragen bzw. Aspekte moderner Lebensführung. (…) die Vorstellung und vor allem die Möglichkeit, den eigenen Körper nach individuellen Interessen und Bedürfnissen zu gestalten, stößt in weiten Bevölkerungskreisen auf äußerst positive Resonanz. (…) Das (…) dürfte nicht zuletzt aber auch damit zu tun haben, dass dem Körper ein besonderes Identitätspotenzial innewohnt, das nunmehr erkannt worden ist und daher verstärkt genutzt wird. Wie kaum ein anderes Medium der Identitätsbildung ist der Körper nämlich geeignet, durch unmittelbaren Zugriff zu sichtbaren und schnellen Identitätsgewinn beizutragen“ (Gugutzer, 2002, S. 13).
Was wäre Angela Merkel ohne ihren förmlichen und schlichten Kleidungsstil? Frida Kahlo ohne ihre dicken Augenbrauen oder Stevie Wonder ohne seine Brille? Und was wäre schon ein Fitnessmodel ohne eine durchtrainierte Figur? Die außerordentliche Bedeutung der Merkmale eines Körpers für die Identität findet im Rahmen der vorweg erläuterten Identitätstheorien nur vereinzelt Erwähnung. Der Sportsoziologe Robert Gugutzer stellt fest, dass es den „sozialwissenschaftlichen Identitätstheorien und -konzepten […] an der systematischen Berücksichtigung von Leib und Körper“ mangelt (Gugutzer, 2002, S. 14). Er vertritt den Standpunkt, dass der Körper eines Individuums einen großen Anteil der Identität eines Menschen darstellt. Gugutzers grundlegende Gedanken zur Relevanz des Körpers für die Identität eines Individuums werden in dieser Ausarbeitung übernommen.
1 Einleitung: Einführung in die Relevanz von Digitalisierung und sozialen Netzwerken sowie Darstellung der Forschungsfrage zur Wirkung medialer Körperbilder auf heranwachsende Frauen.
2 Methodisches Vorgehen: Erläuterung der Methode des systematischen Literaturreviews zur Erarbeitung des Forschungsstandes.
3 Theoretische Grundlagen: Fundamentale soziologische und psychologische Identitätstheorien sowie sportsoziologische Perspektiven auf den Körper als Medium der Identitätsbildung.
4 Empirischer Forschungsstand: Analyse der Darstellung weiblicher Körperideale in den Medien und die Rolle sozialer Netzwerke wie Instagram bei der Identitätsentwicklung.
5 Mediale Identität: Untersuchung der medialen Identitätskonstruktion auf sozialen Netzwerken im Vergleich zur nicht-virtuellen Identität.
6 Zusammenfassung: Komprimierte Wiederholung der zentralen theoretischen und empirischen Ergebnisse der Arbeit.
7 Abschließende Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse bezüglich der Einseitigkeit digitaler Identitäten und der mangelnden Darstellung der Persönlichkeit.
8 Fazit: Zusammenführende Betrachtung der Relevanz von Digitalisierung und der Dringlichkeit, den Einfluss sozialer Netzwerke auf Jugendliche zu untersuchen.
9 Ausblick: Diskussion künftiger Forschungsbedarfe und Möglichkeiten für einen bewussteren Umgang mit digitalen Identitäten und Körperbildern.
Digitale Identität, Körperbild, Soziale Netzwerke, Instagram, Sportsoziologie, Identitätsentwicklung, Adolezenz, Weibliches Körperideal, Medienwirkung, Sport, Fitness, Selbstbild, Fremdbild, Rollenidentität, Symbolischer Interaktionismus
Die Masterarbeit befasst sich mit der digitalen Identität heranwachsender Frauen vor dem Hintergrund sportbezogener Körperideale, die maßgeblich durch soziale Netzwerke wie Instagram beeinflusst werden.
Zentrale Themen sind die Identitätskonstruktion nach soziologischen Theorien, die Rolle des Körpers in der Gesellschaft, die Wirkung von Medieninhalten auf das Körperempfinden und die Funktion von Sport als Kompensationsmedium.
Das Ziel ist es, auf Basis theoretischer und empirischer Grundlagen zu verstehen, wie soziale Netzwerke die Identitätsentwicklung und das Körperbild junger Frauen prägen und welche Rolle idealisierte Körperbilder dabei spielen.
Die Arbeit basiert auf einem systematischen Literaturreview, das bestehende theoretische Erkenntnisse und empirische Studien miteinander verknüpft, um eine neuartige Perspektive auf das Forschungsfeld zu gewinnen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Identitätskonzepte, sportsoziologische Analysen des sozialen Körpers, eine Bestandsaufnahme zu medialen Körperidealen für Frauen sowie die spezifische Untersuchung der Plattform Instagram und ihrer Medienwirkung.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Digitale Identität, Körperbild, Soziale Netzwerke, Instagram, Sportsoziologie und Identitätsentwicklung charakterisieren.
Instagram wird gewählt, weil es als soziale Plattform besonders von jungen Frauen genutzt wird und durch seinen starken Fokus auf Bild- und Videoinhalte ideal zur Verbreitung und Inszenierung von Körperbildern geeignet ist.
Sport wird als Medium verstanden, das zur Identitätsstiftung beiträgt, aber auch als Kompensationsmittel für pubertäre Krisen dienen kann, sofern das Individuum nicht durch überhöhte Erwartungen oder Idealbilder in eine Identitätskrise gerät.
Das Körperethos umfasst die individuellen Peinlichkeits- und Hemmschwellen einer Person sowie deren optische Ideale und das Ausmaß an Körperkontakt, das eine Person zulässt.
Digitale Tools ermöglichen eine massive Bearbeitung des eigenen Erscheinungsbildes, was dazu führen kann, dass Nutzerinnen ein verzerrtes Fremd- und Selbstbild entwickeln und sich unter psychischen Druck setzen, da sie versuchen, unrealistischen Idealen zu entsprechen.
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